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Tagesarchiv für 15. März 2011

Der gestresste Bankier Peter Stamm

Dienstag, den 15. März 2011 um 15:20

Gestern früh trainierte ich einen sehr erfolgreichen Bankier, der in jungen Jahren bereits die Alleinverantwortung für einen grossen Geschäftsbereich hat. Er ist fit, er joggt, er hat viele Kinder, er ist erfolgreich. Er hat zwei steile Stirnfalten zwischen den Augen. Ganz wie der halbgelobte Winterthurer Literat Peter Stamm, der wie sein älterer Bruder aussieht. Dieser noch jugendliche Ehrgeiz, dieser Zwang zum Erfolg, ist es, das ich bezweifle. Wer hoch steigen will, muss lange die leichte Eleganz des Mühelosen bewahren. Wer sich zu früh stresst, um Erfolg zu erzwingen, wird früher als andere scheitern. Meinem Bankier werde ich Sorge tragen, um Peter Stamm bin ich besorgt.

Doris Leuthard Superstar

Dienstag, den 15. März 2011 um 15:20

Die clevere Bundesrätin aus dem Aargau , Doris Leuthard, hat die Bewilligungsverfahren für den Bau neuer Kernkraftwerke gestoppt. Sie hat damit ihrer CVP einen riesigen Dienst getan, wenige Monate vor den Wahlen im Oktober, auch angesichts einer Atom-Bedrohungslage in Japan, die sich noch über Monate hinziehen wird.
Im Augenblick sieht es so aus, als hätten CVP und die Grünen, ein wenig auch die Grünliberalen Auftrieb. Die SVP wird um ihren hart erarbeiteten Vorsprung im Wahlkampf kämpfen. Nur die FDP, von der hört man gar nichts. Weder der FDP-Innenminister noch der FDP-Wirtschaftsminister lassen von sich hören. Man meint, die Partei habe Sendepause.

Das Volk haftet

Dienstag, den 15. März 2011 um 15:20

Wie beim UBS-Konzern und der CS-Group, deren Risikoprofil nach Auffassung vieler Finanzprofis, darunter auch denen der Schweizerischen Nationalbank, weiterhin für die Schweiz viel zu gross ist, muss bei einem Atom-GAU („grössten anzunehmenden Unfall“) auch das Schweizer Volk haften, denn die Werke selber sind, wie die Banken mit zu niedrigem Eigenkapital auch, unterversichert. Heute steht auf meinem Tageskalender: „Das Restrisiko ist es, das uns den Rest gibt.“

Der 70jährige VR-Präsident des UBS-Konzerns, alt Bundesrat Kaspar Villiger, der sich heute wie 60 fühlt, kann als Kronzeuge für die Risiken gelten, die letztlich auf dem Schweizer Volk lasten werden:

– „Das Investmentbanking (Anm.: Wo die bestverdienenden UBS-Banker arbeiten) ist ertragsmässig noch nicht dort, wo es sein sollte.“

– „Wir legen am Schluss nicht in der Schweiz fest, wie hoch die Löhne sind.“

– „Die Aktionäre, vier von fünf im Ausland, wünschen, dass wir für sie den maximalen Wert herausholen.“ Als Christian Dorer und Marcel Speiser von der „az“, aus welcher diese Zitate stammen, im Interview feststellten „Es geht doch darum, die Schweiz und ihre Steuerzahler zu schützen“, gab Kaspar Villiger dazu keine Antwort, sondern verwies auf US-Banken „die nie etwas gegen ihre Konkurrenzfähigkeit tun würden“. Klar, denn das Volk ist dort machtlos, ganz im Gegensatz zur Schweiz.

Man kann dies kurz fassen: Der einstige Schweizer Star-Politiker aus in der Innerschweiz, vormals Chef eines KMU, dient heute dem globalen Kapital. Dafür erhält er ein Salär von CHF 800 000.– im Jahr. Villiger muss sich nicht wundern, wenn ihn das Schweizer Volk, welches die Risiken auch seines Salärs trägt, dafür nicht liebt. Er verkörpert nahezu ideal den Konflikt zwischen der global ausgerichteten A-Schweiz und der national ausgerichteten B-Schweiz, wobei er als Musterschweizer zur A-Schweiz übergelaufen ist. So war es immer bei den Eliten.

Aktueller Zusatz: Wie sich soeben herausstellt, hat alt Bundesrat Kaspar Villiger vom UBS-Konzern, den er als VR-Präsident offiziell leitet, was angesichts der Präsenz von CEO Oswald J. Grübel kaum glaubhaft ist, im vergangenen Jahr Gesamteinkünfte von gut 5,7 Mio. Franken erzielt, wovon er sich „nur“ CHF 1,5 Mio. gutschreiben liess. Dieses besondere Mass an Bescheidenheit, wie es uns der freisinnige Vordenker demonstriert, wird weder vom Schweizer Volk noch von den UBS-Aktionären goutiert noch von seinen politischen Kollegen, die auf Jahre hinaus auf Steuerleistungen der Bank verzichten müssen. Wie passend ist es, dass die FDP auch die geplante Bonus-Steuer torpediert hat.

Stress fördert den Aberglauben

Dienstag, den 15. März 2011 um 9:35

…sagt der Psychologe Bruce Hood, und er hat recht. Das europäische Mittelalter war für die Bevölkerung voller Stress, der Aberglaube, von der katholischen Kirche gepflegt, florierte. Noch heute beschäftigt der Vatikan in Italien über 300 Exorzisten; in der Schweiz gibt es meines Wissens keinen. Die Italiener sind in gewaltigem Stress, weshalb man ihnen einredet, sie seien vom Teufel besessen. Na ja, wer einen derartigen MP wie Silvio Berlusconi hat, braucht keinen Teufel mehr zu fürchten. Manche glauben nicht an Jesus Christus, dafür an Erstausgaben, andere fühlen sich vom Gebet beschützt, wieder andere von einer Sicherheitsvorkehrung. Dike Universität Dresden hat in 16 europäischen Ländern in 27 150 000 Menschen untersuchen lassen. Die beiden Dresdner Psychologen Wittchen und Jacobi haben darauf ermittelt, dass jedes Jahr 27 % der Bevölkerung an einer psychischen Störung erkranken. Sie nehmen an, dass rund 50 % der Bevölkerung einmal im Leben einen solchen Schaden erleiden. Das betrifft natürlich nicht nur die einfachen Mitarbeiter von Firmen, sondern auch deren oberste Führungskräfte.

Als römisch-katholischer Christ ist man stets schizophren. Wie kann man gleichzeitig guter Katholik und guter Schweizer sein? Das Bistum Chur (Martin Grichting) macht darauf aufmerksam, dass man Kirche und Staat bei uns trennen sollte. In den USA kann man dies seit 30 Jahren gut beobachten: Weil die Amerikaner von Abstiegsängsten besetzt sind, strömen sie in die Kirchen, manche darunter recht phantastische. Im Falle eines Arbeitsplatzverlustes gibt es kaum staatliche Hilfe, dafür von den Religionen. Mit zunehmendem Stress greifen die Amerikaner nicht nur zum Weihwedel, sondern auch zu Waffen. Ganz wie in der Schweiz auch, wo alle drei Staatskirchen (re., kath., jüd.) erhebliche Definitions- wie Rekrutierungsschwierigkeiten haben. Wer sollte in diesen stressigen Zeiten deshalb nicht verrückt werden?

Die Neue Helvetische Gesellschaft muss erneuert werden

Dienstag, den 15. März 2011 um 9:35

Die erste Helvetische Gesellschaft wurde 1761 gegründet, um die Aufklärung in die Schweiz zu bringen. Sie wurde 1858 aufgelöst, denn die Ziele galten als erfüllt.

Die Neue Helvetische Gesellschaft wurde 1915, während des Ersten Weltkriegees, gegründet, um die Schweizer Würde und Sicherheit zu fördern. Dieses Ziel verfolgt sie heute noch mit 6-8 Vorträgen pro Jahr, aber sonst immer kraftloser werdend.

Wir brauchen eine „Neue Neue Helvetische Gesellschaft“, welche die Ziele und Rolle der Schweiz in der globalen Gesellschaft diskutiert. Viele Eidgenossen wüssten gerne, ob der Weg zurück ins 20. Jahrhundert der richtige ist oder wir uns auf neue Erfahrungen ausrichten müssen.

 
     
     
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