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Tagesarchiv für 14. März 2011

Nico ist nicht tot

Montag, den 14. März 2011 um 16:11

In meiner Sammlung grosser Karikaturisten nimmt Nico einen Ehrenplatz ein. Er, blitzgescheiter Linker, politisch insofern eine gescheiterte Existenz, hat sich während Jahrzehnten für CHF 300 000.– p.a. dem „Tagesanzeiger“ verkauft, ganz zum Vorteil der Verlegerfamilie, die Millionen machte und oft vergeudete (Kauf des Schawinski-Medienempires für CHF 92 Mio. mit Hilfe von Lukas Mühlemann, gescheiterter Grossbankier). Erst Martin Kall, CEO von tamedia, brachte Ordnung in die Finanzen des Zürcher Medienkonzerns; er war es auch, der Nico die Honorare kürzen wollte, was zu dessen Ausscheiden führte.

Was sollen Linke auch tun, wenn die Linke zu einem Relikt der Vergangenheit wird? Sie verkaufen sich dem Kapital zum bestmöglichen Preis. Nico, der das Leben der „gauche caviar“ führte, hatte ein Luxusappartement in Marseille mit Blick auf den Hafen. Klar, dass sein Zynismus damit nur wuchs. Wie er die römisch-katholische Kirche anging, war nicht vom Feinsten; gegen die jüdische Religion zückte er seinen Stift nie.

Was würde ich auf seinen Grabstein schreiben: Er hat uns nicht gelangweilt.

Wir sind wirklich zu alt geworden

Montag, den 14. März 2011 um 13:47

Die Schweiz hat den ältesten Reichen der Welt (Anm.: Autoimporteur Walter Haefner, 100) jubeln die Gazetten. Mir wäre wohler, wir hätten den jüngsten Reichen.

Begnadeter Wortsetzer Roger de Weck

Montag, den 14. März 2011 um 13:47

Unser neuer SRG-Generaldirektor Roger de Weck ist ein begnadeter Wortsetzer. Schauen wir uns das einmal an: Christian Dorer und Werner de Schepper von der az-Chefredaktion fragen ihn: „Kritiker behaupten, Roger Schawinski sei von Ihnen direkt angestellt worden.“ De Weck antwortet: „Ich werde zeit meines SRG-Lebens keinen Moderator anstellen, andere sind zuständig.“ Und fährt fort: „Roger hat mit mir kein Wort über die geplante Sendung verloren. Das bestätige ich.“ Roger de Weck wäre nie so dumm, wie von den beiden az-Journalisten etwas einfältig gefragt, über die Köpfe seiner Ressortchefs Personalia zu entscheiden. Er hat mit Sicherheit mit „schawi“ auch „kein Wort über die geplante Sendung verloren“. Die richtige Frage der az-Journalisten hätte lauten müssen: „Hatten Sie von der Absicht Kenntnis, Roger Schawinski im Schweizer Fernsehen eine eigene Sendung zu geben?“ Den Rest hätte man sich zusammen reimen können, denn die beiden Sportsfreunde sind clever genug, um auch „undercover“ zu arbeiten, ganz wie die Berufung de Wecks verlief. In beiden Fällen gilt: Niemand hätte es gewagt, den damaligen Bundesrat Moritz Leuenberger zu desavouieren. Niemand hätte Roger Schawinski beim SF angestellt, ohne zuvor den neuen starken Mann zu fragen. Derlei Spiele lassen noch mehr dieser Art erwarten.

Schweiz als Wirtschaftspartner rückläufig

Montag, den 14. März 2011 um 9:43

Unser seit einem Jahr andauerndes Weltmeistergefühl, als Schweizer seien wir ein weltweit bedeutender Wirtschaftspartner ist angesichts der wirklichen Zahlen leicht übertrieben. Für das benachbarte Deutschland sind wir der neungrösste Auslandmarkt mit einem Anteil am deutschen Export von 4,3 %. Belgien, China, Österreich liegen deutlich vor uns, Frankreich und die USA an der Spitze. Bei den Lieferanten liegen wir mit vier Prozent Anteil an den Importen in Deutschland ebenfalls auf Platz neun, knapp vor Russland.

Unsere neue 3 Klassen-Gesellschaft

Montag, den 14. März 2011 um 9:42

Der Normalschweizer geht in seine Normalschulen, wie eh und je. Dort ist die Qualität meist fragwürdig geworden, weil die Belastungen der Lehrer gross sind, die Ansprüche von Eltern und Schulbehörden laufend steigen und die Schüler immer schwerer zu kontrollieren sind. In der Folge können 16 % aller Schweizer, Tendenz zunehmend, nicht mehr richtig lesen und schreiben.

Darunter liegt die Prekariatsklasse derer, die in der Normalschule keine wirkliche Chance haben, seien es die überaus Einfältigen aus der Schweiz oder die familiär wie von der Herkunft im Ausland her sozial Benachteiligten. Nur die Besten von ihnen schaffen den Hindernislauf nach oben.

Die Spitze des Schulsystems nehmen die sehr rasch wachsenden „International Schools“ ein, wie sie überall im Land blühen. Diese Schulen sind teuer, selektionieren Schüler wie Lehrpersonal sorgfältig und dienen als Aufstiegsschiene in die Universitäten wie in andere Karrieren. Längst gehen dort nicht nur die Kinder der US-Amerikaner, Engländer, Inder und Holländer etc. hin, deren Eltern in den Unternehmen der A-Schweiz (global denkend) tätig sind, sondern immer mehr Schweizer Familien, welche dies finanziell vermögen, tun dies den Ausländern gleich.

Daraus entsteht eine neue Schweizer 3 Klassen-Gesellschaft: die Normalos, die Sub-Normalos und die Maxi-Normalos. Untereinander wird kaum kommuniziert.

 
     
     
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