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Tagesarchiv für 11. März 2011

Ringier fest in deutscher Hand (2)

Freitag, den 11. März 2011 um 14:49

Natürlich kann sich der exilierte Frank A. Meyer die Nadel anstecken, die deutschen Medientalente nach Zürich geholt zu haben, die gleichen Deutschen, die den Botschafter Borer-Salat angerichtet haben. Gute Leute in die Schweiz zu kriegen, war allerdings nicht allzu schwer, denn die Schweiz lockt in Deutschland und die Saläre bei uns sind für Spitzenleute gut. Im Unterschied zu früheren Jahren, werden die deutschen Gastarbeiter bei Ringier nicht mehr nur als Produktionschefs, Layouter und Textchefs eingesetzt (wie übrigens mancher Schweden auch), sondern zunehmend, der Not gehorchend, auch als Journalisten. Den Stallgeruch der Schweiz haben sie natürlich noch nicht in der Nase, weshalb der „Blick“ heute unterhalb des Geschmacksniveaus der Deutschschweizer Mehrheit publiziert. Wer das konservative Landvolk gewinnen will, darf Edelweiss und Kuhstall nicht gering schätzen; zuviel Zürcher Smartness wird im Oberland wenig geliebt.

Schweiz-Chef Marc Walder war es, der bei Ringier das Ruder herumgerissen hat, indem er den andauernden EU-Jubel und penetranten Linkskurs abgeschafft hat. Michael Ringier, den man heute kaum noch in der Öffentlichkeit sieht, muss es sehr schwer gefallen sein, dem zuzustimmen. It’s the money, stupid.

Die ex-Mitarbeiter des deutschen Axel Springer Verlags geben heute an der Dufourstrasse den Ton an. Das ist nicht anders, als in den beiden Schweizer Grossbanken UBS und CS, wo Schweizer noch als Aushängeschilder dienen dürfen, das Kapital wie die zentralen Entscheide aber längst zu Ausländern abgewandert sind. Es ist bestürzend zu sehen, wie immer mehr „Schweizer“ Firmen nur noch einen Schweizer Fassaden-Charakter haben. Der neuen seco-Chefin würde es gut anstehen, hier die wahren Verhältnisse einmal offen zu legen. Es könnte sonst sein, dass sich das Schweizerische längst als Nebel herausstellt, während die „Marke Schweiz“, ganz wie Toblerone auch, anderen Kapitalgebern dient.

Überschätzte Medien in Nordafrika

Freitag, den 11. März 2011 um 14:49

Ebenso wenig wie Radio Freies Berlin oder „Radio Free Europe“ in München den Fall der Berliner Mauer bewirkt haben, was beide gerne für sich in Anspruch nahmen, oder wie Timothy Garton Ash alle Revolutionen „Ende des 20. Jahrhunderts“ auf das Fernsehen zurückführen wollte, haben Facebook und Twitter die Revolutionen in Ägypten und Libyen ausgelöst. Sie waren Hilfsmittel, die von der US-Regierung und der „Soros Foundation“, wie in Osteuropa zur „Orange Revolution“ auch, zur Verfügung gestellt und gelehrt wurden. In Ägypten wirkten die Armut und die steigenden Nahrungsmittelpreise als Auslöser. Was in Tripolis genau geschah, wissen wir bis heute nicht. Offensichtlich haben aber die USA, aus welchem Grund auch immer, ihren langjährigen Freund Hosni Mubarak fallen gelassen. Muammar Ghadhafi wären sie bei dieser Gelegenheit auch gerne los geworden.

Natürlich haben die Chinesen Angst vor ähnlich subversiven Vorgängen. Bekanntlich haben der CIA und andere Auslanddienste der USA sogenannte „Einflussmedien“ in jedem Land, die in hohem Masse daran interessiert sind, geeignete „storys“ zu pflanzen. Die falschen Geschichten über „Babies im Brutkasten getötet“, wie sie im Irak zum Krieg führen sollten, kennen wir bestens.

Das US-Militärbudget ist eine entscheidende Stütze der US-Wirtschaft. Das Pentagon will in diesem Jahr USD 540 Mia. ausgeben, dazu USD 159 Mia. für die beiden willkürlich herbeigeführten Kriege im Irak und in Afghanistan. Das ist nicht alles: USD 7 Mia. hat das Energiedepartement eingeplant für die Entwicklung nuklearer Waffen. Damit niemand anzugreifen, wäre die reine Geldverschwendung.

Peter Stamm und seine Kritikerin

Freitag, den 11. März 2011 um 14:49

Es ist immer lustig, wenn eine sehr gebildete Literaturkritikerin ein Buch bespricht, das langweiliger ist als ihre Kritik. Wie Christine Richard mit viel Fleiss das Buch „Seerücken“ des Schriftstellers Peter Stamm in der „BaZ“ auf Touren bringt, ist durchaus amüsant. Die Titelzeilenfrage „Was ist dran an Peter Stamm?“ beantwortet sie mit „ein hoch begabter Erdichter“. Das ist sehr charmant gesagt und leicht übertrieben, zumal Stamm seit Jahren als „hoch begabt“ bezeichnet wird. Jetzt sollte die Hochbegabung sich einmal erfüllen.

E.Y. Meyer Schweizer Nobelpreisträger? Schock für den Literaturbetrieb

Freitag, den 11. März 2011 um 9:43

Der Schweizer Literaturbetrieb, seit über 20 Jahren daran gewöhnt, vorwiegend ichbezogene Psycho-Literatur zu loben, womit ein langsamer Niedergang unausweichlich wurde, gibt sich geschockt: Der PEN Schweiz, die weltweit bedeutendste Vereinigung von Schriftstellern, hat den Berner Kollegen E.Y. Meyer als Kandidaten für den Literatur-Nobelpreis vorgeschlagen. Meyer hat bereits 1973 mit „In Trubschachen“ einen Welterfolg vorgelegt, der ihn seither zum Klassiker der deutschsprachigen Literatur gemacht hat. Viele weitere Werke folgten, die bedeutende Achtungserfolge erzielten, zuletzt, Anfang 2011, „Gotthelfs Ritt“, ein Roman aus dem Emmental, bei Lenos Pocket.

Während die Schweizer Literatur sich den postmodernen Modewellen hingab, hat E.Y. Meyer im Brünnengut in Bern, einem herrschaftlichen Bau aus dem 18. Jahrhundert, die Zeiten überdauert. In seiner Idylle 27 Jahre lebend, hat er das Aufkommen des 21. Jahrhunderts ganz direkt erlitten und ist im Begriff, daraus einen Jahrhundertroman zu machen, der diesen Übergang beschreibt.

Was Meyer auszeichnet, im Unterschied zu jenen Literaten, die derzeit die Bestsellerlisten stürmen, ist sein Verhältnis zur Sprache, das nicht von einfacher Artistik, sondern von meisterlicher Sorgfalt geprägt ist. Die bereits heute ehrenvolle Anmeldung durch den PEN Club Schweiz für die höchste Auszeichnung ehrt nicht nur den Autor, sondern auch den PEN und die Schweiz.

Wo bleibt der Kanton Solothurn?

Freitag, den 11. März 2011 um 9:43

Der totale Ausverkauf der Solothurner Firmen hat in den letzten 30 Jahren stattgefunden. Von Roll war der letzte Schweizer Star vor den Jurahöhen, ging dann aber in deutsche, von Finck’sche Hände über. Adieu patrie! Erinnern wir uns: Ab 1764 war im Solothurner Adel viel Unternehmergeist vorhanden: die aufstrebende Firma Matzendorf, die damaligen Physiokraten, der Sekretär der französischen Botschaft, der solches zusammen mit Abbé Hermann förderte. Der Adel kooperierte mit dem gebildeten Volk, weshalb Soleure blühte. Und heute? Eine einst freisinnige Wüste.

Lest die neuen Stars!

Freitag, den 11. März 2011 um 9:43

Sie heissen, global gesehen, Alexandre Kojève, Leo Strauss und Carl Schmitt. An zweiter Stelle kommen Habermas und Sloterdijk. Die Welt sucht eine Richtung, eine Orientierung von Ost bis West. Die Lektüre von Kleingeistern stiehlt nur die Zeit.

 
     
     
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