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Tagesarchiv für 8. März 2011

Ueli Maurer, ein Demokrat?

Dienstag, den 8. März 2011 um 13:08

„Schaut die Zeitungen nicht an, werft sie weg“, sagt VBS-Chef Ueli Maurer, und es geht kein Proteststurm durch das Land. Der SVP-Politiker ist Sportfan, Gras-Esser und Vater vom sechs Kindern. Medientermine sind für ihn Verkaufsgespräche. Er bildet sich seine Meinungen nicht aufgrund „NZZ“, „Tagesanzeiger“ oder „Weltwoche“, sondern „aufgrund anderer Informationen“, die er nicht preis gibt. Politik beruht bei ihm auf Vertrauen und nicht „auf gestochen scharfen Sätzen“. Niemand im Land hat dies gelesen, was er in „Klartext“ offenbarte. Maurer hat übrigens eine Armee, die nicht mehr funktioniert, ganz wie sie von seinem SVP-Vorgänger Dölf Ogi zubereitet wurde.

Mündige Menschen beteiligen

Dienstag, den 8. März 2011 um 13:08

Die Kontroverse um die Einführung des Biokraftstoffs E10 in Deutschland zeigt die Notwendigkeit eines Umdenkens auf Seiten von Wirtschaft und Politik exemplarisch. Die Bürger und Verbraucherinnen sind heute nicht nur gut informiert und stehen den Verlockungen der Wirtschaft und den vermeintlich heilbringenden Rezepten der Politik kritisch gegenüber, sie wollen auch konkret mitreden. Mit Hilfe des technologischen Fortschritts und der sozialen Medien haben die Menschen nun nicht mehr nur die (ihnen oftmals abgesprochene) vereinte Intelligenz, sondern auch Plattformen, um sich zu informieren, auszutauschen, sich eine Meinungen zu bilden, sich in Interessengruppen zu formieren und mit einer Stimme zu sprechen.

Die Frage, ob es sich bei der Ablehnung des neuen Bio-Kraftstoffes gar um eine gezielte Boykottaktion handelt, zielt am eigentlichen Problem vorbei. Dieses liegt nämlich viel eher am Anfang des (Leistungserbringungs-)Prozesses. Würde man die Stimme (Nutzenerwartung) der Bürger und Verbraucher von Anfang an anhören und ernsthaft einbeziehen, müsste man sich nicht mit schwer umsetzbaren, teuren und am Ende gar ökologisch fragwürdigen Gesetzen und einem Produkt – hier dem Bio-Kraftstoff – herumschlagen, den trotz des niedrigeren Preises offenbar keiner so richtig will.

In einer neuen Ökonomie, der Ökonomie 3.0, werden bisherige Strukturen und Prozesse auf den Kopf gestellt. Produkte werden nicht in Gremien entwickelt, in denen wenige Experten vermeintlich den Kundennutzen im Fokus und auf der Basis oft unzureichender oder gänzlich realitätsferner Marktforschungsdaten Neues entwickeln, dass „der Markt“ dann schlucken soll. Nein, es sind die Kunden selber, die zu Produktentwicklern, Innovatoren oder gar Managern mit dem Einfluss eines CEOs werden. Die strikte Trennung zwischen Angebot und Nachfrage wird in der Ökonomie 3.0 obsolet. Dialog, Transparenz und Kollaboration treten in den Vordergrund. Denkbar ist gar, die Kunden über ihren Konsum und ihre Involvierung bei Produktentwicklungsprozessen zu Teilhabern des Unternehmens zu machen. Würden beispielsweise die Mineralölkonzerne ihre Kunden aufgrund ihres Umsatzvolumens automatisch damit belohnen, dass sie sie zu Teilhabern machen und bei wichtigen Entscheidungen mitreden bzw. diese von den Kunden ausgehen lassen, wäre es wohl nicht zum E10-Boykott gekommen. Längst hätten die „konsumenten-geführten“ Unternehmen – die Kundenaktionäre – ihre Bedenken quasi basisdemokratisch legitimiert in den Gesetzgebungsprozess einbringen können. Die Distanz zwischen Verbraucher – in diesem Fall Autofahrer – und Lieferant – hier Mineralölhersteller – wäre minimal bzw. gar nicht mehr gegeben. Die Unternehmen würden den Konsumenten gehören und hätten damit auch im politischen Diskurs mehr Gewicht. Gewiss heute noch eine radikale Idee, doch in Zukunft meines Erachtens eine Notwendigkeit.

Das ISG Institut in St. Gallen hat eine Methodologie und Tools entwickelt, die Unternehmen dabei helfen sich hin zu Organisationen zu entwickeln, die den Ansprüchen der neuen Ökonomie entsprechen. Unternehmen der Ökonomie 3.0 stellen die subjektiven Präferenzen des Einzelnen in den Mittelpunkt, sind von Transparenz, Zusammenarbeit und Dialog geprägt. Damit rücken die wichtigsten Protagonisten – die Konsumentinnen und Konsumenten – ins Zentrum. Hätten sich Politik und Unternehmen dieser geballten Intelligenz der Massen bereits geöffnet anstatt auf teure Berater zu vertrauen, liessen sich realitätsferne und ineffiziente Resultate wie die eingangs erwähnte Kontroverse um den Bio-Kraftstoffs E10 vermeiden oder zumindest früher im Prozess überwinden. Ein solches partizipatives Szenario Bedarf allerdings der Einsicht, dass es sich beim Konsumenten oder der Bürgerin nicht um eine unmündige Masse handelt, der man sagen muss was sie zu tun oder zu kaufen hat, sondern um mündige Individuen die durchaus bereit und in der Lage sind, sich einzubringen. Diese Einsicht braucht Zeit, umso wichtiger ist es sich mit den veränderten Rahmenbedingungen in der Ökonomie 3.0 jetzt ernsthaft auseinander zu setzen.

Marcel Vogel

Benedikt XVI. ist gescheitert

Dienstag, den 8. März 2011 um 13:08

Meine Freunde aus Rom berichten mir, der Mann der Zukunft komme aus Afrika. Er heisst Kardinal Turkson; sogar die Europäer und Amerikaner respektieren ihn. Ja, wir Europäer haben das Spiel verloren. Dirk Schröder, die Eminenz aus Biel, schreibt soeben über den (politischen) Untergang Europas. Die Chinesen rüsten auf. Benedikt XVI., der unbeholfene Bayer , der alle verstörte, ist ein Papst auf Abruf geworden. Unser Bischof Vitus in Chur klammert sich an ihn, während die Zeichen der Zeit sich bereits ändern. Merke: Wir leben in einem Beschleuniger, der die Menschen atemlos macht. Happy journey.

Jean Zieglers Ghadhafi-Krise

Dienstag, den 8. März 2011 um 13:07

Der Genfer Sozi-Star Jean Ziegler, letzter Botschafter Guevaras auf Schweizer Boden, hat grösste Mühe, sich aus den Strudeln Ghadhafis zu befreien, um nicht mit ihm unter zu gehen. Zuerst war er Freund Ghadhafis, dann entfernter Freund, schliesslich seltener Gast. Als Träger des „Ghadhafi Preises für Menschenrechte“ steht Jean Ziegler neben Roger Garaudy, dem französischen Holocuast-Leugner. Beidc erhielten aus der hand des Wüstenherrschers, so Jean Ziegler, den Anti-Nobelpreis der Dritten Welt. Ziegler leugnet heute, den Preis erhalten zu haben, kann aber seine Nähe zu Ghadhafi nicht mehr ganz unter den Teppich kehren.

Eigentlich ist dies eine Tragödie. Wer Ernesto „Che“ Guevara verehrte, der musste auch Muammar Ghadhafi bewundern, der in seinem „Grünen Buch“ von einem grossen arabischen Reich und einem noch grösseren Afrika träumte. Lassen wir es gut sein: Die Schweiz braucht Träumer, sie hatte fast zu viele davon. Der Schickeria-Sozi aus Genf, der stets auf Kosten der Schweizer Steuerzahler um die Welt reisen durfte, wird von seinem Appell für die Armen der Welt getragen. Dieser Verdienst bleibt ihm.

Mao hat Uncle Sam im Griff

Dienstag, den 8. März 2011 um 9:50

Bald werden wir in Yuan handeln, wie wir es heute mit USD und Euro tun. Dann werden wir auf der chinesischen „Volkswährungs-Einheit“, wie die Währung Pekings heisst, das Gesicht Mao Tse Tungs uns entgegen lächeln sehen, während die Dollarnoten „Uncle Sams“ immer weniger wert sein werden. Hilfe: Welche Geheimdienste und Stiftungen zetteln im Reich Hu Jintaos eine „Volksrevolution“ wie in Nordafrika an (wobei diese weit davon entfernt ist, gelungen zu sein), um den Aufstieg der weiterhin kommunistischen Weltmacht zu behindern?

Wie Karl Marx vor 150 Jahren schrieb, hat der Westen der Volksmacht im Osten jenen Strick verkauft, an dem die US-Amerikaner, die Engländer und etliche andere schon hängen. Das Geld, und zunehmend auch das Gold, hat China; wir haben die Schulden, unser Hartwährungsland Schweiz einmal ausgenommen. Verliert China die Geduld, müssen Europäer wie Amerikaner ihre Schulden restrukturieren; China wird dafür mehr Macht verlangen – und erhalten.

Der Yuan wird in den kommenden zehn Jahren zur Weltwährung aufgebaut. McDonalds hat bereits eine Yuan-Anleihe aufgenommen. Die vier grossen chinesischen Banken werden (in Genf sind sie schon) im Westen einmarschieren, wie wir es einst im Osten getan haben. Zeitenwende. Hat der Kommunismus zuletzt doch gesiegt, der 1989 am Ende schien? Es bleibt die Hoffnung, dass die Chinesen noch geldgieriger und an konsumptivem Wohlstand interessiert sind wie wir. Dann bricht an, worauf viele hoffen: Die goldene Zeit, die gelb sein wird.

Vor solchen Entwicklungen, die nicht möglich, sondern sehr realistisch sind, verblassen unsere sonstigen EU-Probleme: Einmarsch in Libyen, vergessen wir dies, Aufnahme der Türkei in die EU, ob sie noch will? Aufbau unserer Armeen, wozu? Wir haben kein Geld mehr.

Der Edgar Oehler-Faktor

Dienstag, den 8. März 2011 um 9:50

Die Ostschweizer, vor allem die Rheintaler, sind fast so schlau wie die benachbarten Bayern. Wie Franz-Josef Strauss und der über seinen eigenen Ehrgeiz gestolperte Baron von und zu Guttenberg, die beide ausser ihren eigenen keine anderen Argumente je ernst genommen haben, ist es auch Edgar Oehler aus Balgach gegangen: ehrgeizig von Jugend an, keine Rücksicht nehmend, immer am Wachstum orientiert. Geschenke hat er nie gemacht, nicht einmal im Kreis seiner Geschwister, aber machtbewusst war er konsequent. Gewissermassen eine kleinere Ausgabe von Dr. Christoph Blocher, der es mit seinen Schwestern auch nie konnte. Zuletzt, bei der Eröffnung des AFG-Stadions, stand er, wie einst Napoléon, auf der Höhe des Ruhms; seither geht es bachab. Er wird kämpfen bis an den Rand des Sargs. Nicolas G. Hayek starb auch am Schreibtisch seines Büros.

Politiker ohne Stil

Dienstag, den 8. März 2011 um 9:49

Von und zu Guttenberg hatte viel Stil, aber wenig Inhalt. Unsere Schweizer Politiker liegen mehr Wert auf Inhalte und saubere Umsetzung, wenn es auch immer wieder überraschend ist, wie oft bei der Formulierung von Gesetzen wesentliches übersehen oder „übersehen“ wird. Letzte Woche lief mir eine Regierungsrätin über den Weg, die, unfrisiert und gestresst, so keinerlei Respekt auslösen konnte. Im Bundeshaus kam ein Zürcher Parlamentarier auf mich zu, abgemagert, schlecht rasiert und in Kleidern, die auf eine Übernachtung im Freien schliessen liessen; sogar im TV sieht er besser aus. Politiker ohne Stil sind eine merkwürdige Angelegenheit; wie wollen sie unser Volk zusammen halten? An der Zürcher Goldküste präsentierten sich im „Löwen“ in Meilen die Kandidaten für den Kantonsrat als Sänger und Komiker, die sonst eher hölzerne FDP sogar in halberotischer Wallung. Wollen wir das von unseren Politikern? Ein Giacobbo, ein DJ Bobo genügen eigentlich.

Seehofer besteht auf Blender Guttenberg

Dienstag, den 8. März 2011 um 9:49

CSU-Chef Horst Seehofer bezeichnet „von und zu und ohne Dr.“ K.T. Guttenberg „als einen der genialsten Köpfe, die wir je hatten“. Er sieht Guttenberg als seinen Nachfolger. Jetzt können wir wählen: Guttenberg als genialer Sekundarlehrer wie Franz Josef Strauss? Oder Guttenberg als Ludwig II., der Luftschlösser in die Landschaft baut. Oder Guttenberg als Felix Krull, der die Menschheit narrt? Die Industrie hat sich bereits entschieden: Sie freut sich auf den „besser berechenbaren“ Nachfolger des fränkischen Adligen. Was ist wohl in Seehofer gefahren?

Wie sehr die Politiker die Orientierung verloren haben, zeigen die vorerst noch verschämten Aufrufe, die aber von wichtigen Redaktionen sofort unterstützt werden, man möge doch, mindestens in Libyen militärische Unterstützung gewähren, „um die Opfer Ghadhafis zu schützen“. Sogar die FAZ mahnt: „Die Zurückhaltung gegenüber den früheren Kolonien wirkt nun als Hemmschuh.“ Zeichen setzt auch der neue deutsche Innenminister zwei Tage nach Amtsantritt. Er korrigiert Bundespräsident Christian Wulff mit den Worten: „Der Islam gehört historisch nicht zu Deutschland.“

Merke: Wenn es ernst wird, fallen die Hüllen, die den Kern verbergen. Wir haben aufregende Zeiten vor uns.

Merkel killte Guttenberg, Kanzlerprojekt zurückgestellt: Viele Deutsche bejubeln K.T. zu Guttenberg, als sei er ein neuer Siegfried, wobei Guttenberg ein Franke ist, während Siegfried ein Niederländer war. Guttenberg ist ein Überflieger mit grosser Sozialkompetenz, aber sonst ein fauler Sack, ein Schönling mit rhetorischer Begabung. Der deutsche Adel (von Bismarck, von Thurn und Taxis etc.) ist mit ihm erneut unter gegangen. Nicht nur die Doktorarbeit war fabriziert, ebenso sein gegeltes Haupthaar und seine Hollywood-Kommunikation, einschl. Ehefrau. Merke: Die Deutschen haben es wieder einmal nicht zur Weltklasse geschafft. Ein „Gutti“ hätte einen „Sarko“ und einen Berlusconi lächelnd geschafft, den David Cameron ohnehin.

 
     
     
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