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Tagesarchiv für 3. März 2011

„Rüdige“ Luzerner Fasnacht – nicht mehr ganz

Donnerstag, den 3. März 2011 um 15:07

Dem Sammler von hölzernen Masken fällt auf, dass im „rüdigen“ Luzern die Zahl der wahren „Fritschibruder“-Masken aus währschaftem Holz, wie ebenso diejenigen von Krienser Waschweibern rückläufig sind. „In“ sind in diesem Jahr Masken aus Papiermaché, die leichter formbar sind, welche oft mehr aus Harry Potters Märchenwelt stammen als aus der Innerschweizer Urangst. Der „schönste Grend“ definiert sich längst als global verwertbar, der zunehmenden Integration der Innerschweiz in den Raum Zug-Zürich entsprechend. Eine Auflehnung gegen die „globale Obrigkeit“ gibt es nicht mehr.

Moderne Raubritter zur Hälfte gestoppt

Donnerstag, den 3. März 2011 um 13:25

Nach einem Urteil des deutschen Bundesarbeitsgerichts müssen die Zeitarbeitfirmen, wie die Schweizer Adecco, über 2,4 Milliarden Euro an Sozialbeträgen an den Staat nachzahlen. Diese Raubritterfirmen, die sich an den Ärmsten bereichern, haben noch Glück: Ihren „Arbeitnehmern“ müssen sie wahrscheinlich nichts zurückzahlen, haben sie sich doch durch gut abgesicherte Verträge davor geschützt. Eine Adecco-Aktie habe ich noch nie gekauft, denn ich möchte nicht vom Schweiss des Prekariates leben.

Kriegerische Zeiten

Donnerstag, den 3. März 2011 um 13:25

„Aus Sicht der Bundesregierung herrscht in Afghanistan kein Krieg“, so die deutsche Bundeskanzlerin „Angie“ Merkel vor vier Jahren. Seit Baron von und zu und ohne Doktor Guttenberg wissen wir, es herrscht doch Krieg im Mittleren Osten. „Aus Sicht der Spitalleitung herrscht kein Kriegszustand“, so Rita Ziegler, Direktorin des Universitäts-Spitals Zürich. Aus der Sicht einiger Ärzte herrscht dort aber ein Zustand wie zwischen Karzai und dessen Stammesfürsten. Rita Ziegler hat selbst gesagt, wie man dies an anderen Zürcher Spitälern vermeidet: „Dort sind die Chefärzte in der Spitalleitung.“ Für Afghanistan heisst dies: Lasst doch die Stammesfürsten herrschen, wie sie es seit Jahrtausenden getan haben. Merke: Manchmal denke ich, die Schleier im Kopf sind gefährlicher als jene auf dem Kopf.

Billigküchen und Medienware für die Masse

Donnerstag, den 3. März 2011 um 13:25

Wie in Billigküchen, wie in vielen Firmenrestaurants, die Qualität der Zutaten laufend abgenommen hat, gibt es auch Billignahrung für den Geist. Jetzt werden „Kate & William“ aufgeführt, Vertreter eines Landes, das bis vor 70 Jahren eine Weltmacht war, und das heute bodenlos bankrott ist. Die englische Hochzeit erinnert mich an eine in Resten einst guter Kleidung gehüllte und aufgeschminkt ihre Biligwohnung verlassende alte Dame, die sich nach früherem Glanz sehnt. Dann wird uns, zum nationalen Ausgleich, der Metallmonteur Bernhard Luginbühl vorgeführt, für dessen rollende Kugeln und brennende Holzbaracken sich heute niemand mehr interessiert. Derlei Journalismus nennt man boulevardeske Unterhaltung, aber welcher Art? Der billigsten.

Schweizer Sozialindustrie gegen Polinnen

Donnerstag, den 3. März 2011 um 10:13

Weil unsere Sozialindustrie versagt, vor allem auch bei der Betreuung älterer Menschen, die nicht CHF 10 000.– und mehr im Monat bezahlen können, wächst die Zahl der Polinnen in unserem Land, die auch Demente rund um die Uhr betreuen für CHF 1500.– bis 2000.– im Monat. Natürlich kann der Service, zum Teil mangelnder Sprach- und Fachkenntnisse wegen, nicht perfekt sein, aber man nenne mir eine bessere Lösung? Für die Polinnen ist das viel Geld, das ihre Familien zuhause brauchen können. Wir sollten keine Krokodiltränen darüber vergiessen, dass sie ihre Familien verlassen müssen, sind wir es doch selber, die den Familiennachzug unnötig erschweren. Also, lasst sie pflegen, wenn wir es nicht mehr können oder keine Menschen mehr haben, welche dies zu einem vernünftigen Tarif tun.

Von Godard zu Noll

Donnerstag, den 3. März 2011 um 10:13

Chaim Noll lese ich schon lange. Jetzt hat er mit „Feuer“ im Verbrecher Verlag, Berlin, ein Buch vorgelegt, das an den jungen Godard erinnert. Ernsthaft und beharrlich schildert er die Zerstörung unserer Gesellschaft, die von Politikern und grossen Unternehmern so wenig wahrgenommen oder sogar gebilligt wird. Chaim Noll sieht die dunkle Seite unserer Gesellschaft, Politiker leben von der hellen Seite.

Was tun mit Protodemokratien?

Donnerstag, den 3. März 2011 um 10:13

Was sich in Nordafrika abspielt, sind im besten Falle Wege hin zu Protodemokratien, denn von keiner Militärherrschaft darf erwartet werden, sie gebe die Zügel leicht aus der Hand. Indien ist nicht die „grösste Demokratie der Welt“, als welche man sich in Delhi gerne bezeichnet, sondern bestenfalls eine Protodemokratie, die eine weitere Revolution braucht. Was aber sind wir in Europa? „Late Democracys“, die, mit Ausnahme der Schweiz, die volle Blüte nicht erreicht haben? Und in der Schweiz selber, wo das einzig irrationale der so geliebte Volksentscheid ist? Wer die Weltgeschichte will, muss Europas Geschichte kleiner werden lassen; für die einen ist dies „bad news“, für die anderen „the great leap forward“.

 
     
     
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