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Tagesarchiv für 17. Februar 2011

Mehr Selbstvertrauen, Zürich

Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 15:03

Es sind die ausländischen Unternehmer, die uns Zürchern sagen müssen, was sie und ihre Tausende von Mitarbeitern an der Limmatmetropole schätzen: Hohe Lebensqualität, gute Verkehrs-Infrastruktur, die zentrale Lage, das Bildungssystem, die ETH, Smartness und Pünktlichkeit, Präzision der Menschen.
Also, was wollen die anderen Schweizer von den Zürchern noch? Mit Ausnahme der Tatsache, dass die Ausländer die Zürcher von Baslern, Bernern, Thurgauern und Wallisern, die in ihren Diensten stehen, nicht unterscheiden können.

Das Match Köppel-Schawi: 1:1

Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 14:51

Wären Roger Köppel und Roger Schawinski zwei Fussballmannschaften, müsste Rainer-Maria Salzgeber jetzt kommentieren: Eigentor von Köppel, es steht 1:1. Leichtfertig meinte der Verleger der „Weltwoche“, er müsse guten Journalismus bieten, indem er Roger Schawinskis „Offenen Brief“ abdruckt, den sonst niemand publizierte, aber „Schawi“ macht keine Gefangenen. Er zertrümmerte Roger Köppels Deckung und machte ihn zur Schnecke, so in der heutigen Ausgabe der „Weltwoche“.

Es geht nicht mehr um Freundschaft; es ist bitterer Kampf, der sich zwischen dem Lager Roger (noch einer!) de Weck/Roger Schawinski einerseits und Christoph Blocher/Roger Köppel anderseits entwickelt. Auf Schawinskis „Offenen Brief“ hätte Köppel in der gleichen Ausgabe mit einer Erwiderung antworten müssen. In unserer schnellen Zeit ist jeder verlorene Tag die halbe Niederlage. Schawinski weiss dies, auch, dass er seine Deckung geschlossen halten muss. Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument lässt seine rhetorische Kanone aus Chur donnern: Tamedia habe für Schawinskis „bankrotte Tele 24-Gesellschaft CHF 92 Mio. bezahlt“ und damit den Zürcher Provokateur erst unabhängig gemacht. Jetzt ist der Geist aus der Flasche; er wird uns noch lange beschäftigen.

UBS: Tourismus mit roter Laterne

Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 12:49

Das Jammern der Schweizer Exporteure und Touristiker haben die UBS veranlasst, in ihrer Konjunkturanalyse für das erste Quartal dem freien Handel ein Kränzchen zu winden und den starken Franken zu verteidigen. In der längerfristigen Branchenpositionierung schneidet der Schweizer Tourismus am schlechtesten ab. Er hat von allen Branchen die schlechteste Wettbewerbsposition und die schlechteste Marktattraktivität. Nur die Schweizer Medien und die Textilbranche schneiden ähnlich schlecht ab.

Weil damit zu rechnen ist, dass die vom hohen Frankenkurs betroffenen Verbände die Politiker und die Nationalbank weiter aktivieren werden, lässt die UBS in ihrem „outlook“ gleich Prof. Rolf Weder, Universität Basel, zu Wort kommen, der präventiv schreibt: „Politiker sind in der Regel eben nicht in erster Linie am volkswirtschaftlichen Wohl ihres Landes interessiert. Vielmehr hören sie auf lautstarke Interessengruppen.“

Da die beiden Grossbanken, die sich trotz dominierend ausländischem Kapitel weiterhin schweizerisch nennen, keine unbedeutenden Lobbyisten sind, Erfahrung ihnen also unterstellt werden kann, lässt sich für andere Gruppen daraus schliessen:

-Wer in Bern keine Lobby hat, ist selber schuld.
-Diese Lobby muss lautstark sein, um dem Druck der anderen Argumente standhalten zu können.

Merke: Letztlich ist dies ein Kampf um die Seele der Schweiz. Dient das Schweizer Volk (die 1,7 Mio. Ausländer fragt ohnehin niemand) „den 67 grössten Schweizer Unternehmen, die alle unter ausländischer Kontrolle sind“ (UBS-VRP Kaspar Villiger) oder seiner eigenen Binnenwirtschaft? Persönlich nehme ich an, dass die Grossbanken und die anderen Auslandbanken, einschl. der grossen Versicherungskonzerne, sich durchsetzen werden. Die PoLitiker werden ihnen kaum Steine in den Weg legen.

Burkhalter oder das Rauschen im Walde

Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 10:43

Merkwürdig, lese ich Interviews von Bundesrat Didier Burkhalter und höre ich ihn gelegentlich sprechen, dann gehen seine Sätze an mir vorbei, wie das Rauschen des Waldes. Ich muss seine Aussagen zweimal lesen, um zu begreifen, was er wirklich will. Sie sind voller „wenn und aber“, „Ich will nichts überstürzen“ (Ja, was dann?) „Jede Chancen birgt auch Gefahren“. Es ist diese tastende Sprache, die am Ohr einfach vorbeischwimmt.

Merkwürdige Ereignisse

Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 10:43

In den römisch-katholischen Kirchen des Bistums Chur wurden am letzten Sonntag Fürbitten ausgesprochen, die Menschen in Nordafrika mögen sich der Chance der Freiheit bewusst werden und ihre demokratischen Rechte verlangen. Ich betrachte das als klaren Eingriff in die Innenpolitik dieser Länder. Gleichzeitig publizierte der renommierte „Economist“, ein Edelmagazin der freien Marktwirtschaft, eine Liste jener Staaten, wo man noch mehr „unrest“ erwarte: Yemen und Libyen an der Spitze. Derweil rief der australische Aussenminister Kevin Rudd die freien Staaten des Westens auf, sich gegen die „grösste undemokratische Wirtschaft der Welt“, China, geeint zur Wehr zu setzen. Australien brauche diese Hilfe von aussen.

Krise fördert Blender

Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 10:42

Die Generation der Vierzigjährigen ist im Stress. Mein hoch geschätzter „Managing Director“ einer Zürcher Grossbank hat nur seine Zahlen, sein Team und den eigenen Bonus im Kopf. In seiner Freizeit spricht er nur von Sport, Kondition und Nahrungszufuhr, denn er ist als Triathlon-Athlet gefordert, fünfmal wöchentlich, morgens ab 05.00 Uhr, zu trainieren. Vier Stunden am Tag. Für Bildung, Politik, Kunst und Kultur bleibt keine Zeit mehr. Natürlich sieht er gut aus und ist Single.

„Zu schön!“ höhnen die Wiener seit einiger Zeit, denn ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der diesen Typus ideal verkörpert, hat aus dem Brief eines weiblichen Fans zu seiner Verteidigung zitiert: „Sie sind zu schön, um andere nicht neidisch zu machen.“

Grasser, Mitglied von Jörg Haiders Freiheitlicher Partei, gehört, wie sein verstorbener Parteichef, zum Typus des Blenders. Intelligenz ist ihm nicht abzusprechen, aber Klugheit? Europa ist voller Grasser-Klone, die genau das eine Problem haben: Wie mache ich rasch Karriere, verdiene sehr viel Geld und finde die/den passende(n) reiche(n) Frau/Mann? Unsere Gesellschaft, die tief zerrissen und zerstritten ist, fördert diesen „blendenden Auftritt“ und fällt Blendern zum Opfer.

Heugümper weinen nicht – Das Leiden am Klub stärkt den Charakter!

Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 9:40

Den Grasshopper-Fans bleibt nichts erspart: Jetzt kann sich der Klub das ungeliebte Letzigrund-Stadion nicht mehr leisten und verlässt die Stadt. Die Heimspiele des Rekordmeisters werden künftig womöglich auf einem Acker im Luzerner Vorort Emmenbrücke ausgetragen. Zudem haben wir den Abstieg im Nacken und unsere besten Spieler sind auf dem Sprung in einen anderen Klub. Die letzten Monate und Jahre waren für GC-Anhänger hart. Soll ich dem Klub deshalb wechseln? Nein! Das Leiden am Klub stärkt den Charakter!
Mehr hier.

Philippe Welti

 
     
     
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