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Tagesarchiv für 16. Februar 2011

Von Guttenberg schreibt „NZZ am Sonntag“ ab

Mittwoch, den 16. Februar 2011 um 16:51

Nein, nicht aus der „Neue Zürcher Zeitung“, sondern aus der „NZZ am Sonntag“ soll der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg Textteile übernommen haben, die dann in seine Doktorarbeit einflossen. Dies hat ein bekannter deutscher Rechtsprofessor, Andreas Fischer-Lescano, festgestellt.

Welche Ehre für die NZZ-Gruppe! Deutsche Politiker, oder angehende mindestens, greifen nach einer Schweizer Edelpostille, dies in der Erwartung, dass niemand auf die Idee kommt, man könne daraus Teile expropriieren.

Baron zu Guttenberg, der oft mehr dem Showgeschäft als der Arbeit in der stillen Stube verpflichtet ist, sieht sich nun blossgestellt. Der Respekt vor Schweizer Denk- und Schreibarbeit dürfte den Ruf unseres Landes in Deutschland nur fördern.

Wie viel kostet die UBS?

Mittwoch, den 16. Februar 2011 um 14:53

Bei meinen Wanderungen auf dem Höhenweg zwischen Zürich und Rapperswil treffe ich immer wieder ältere ehemalige UBS-Direktoren, „UBS-Witwen“ und andere UBS-Pensionierte. Nach wenigen Kilometern gemeinsamen Wanderns erzählen sie dann verschämt, wie viel Geld sie mit ihren UBS-Aktien verloren haben: Milliarden insgesamt. Einst war der stolze UBS-Konzern b.OaF. (before Ospel and Friends) fast 170 Milliarden Franken Wert; heute sind es noch gut 60 Milliarden Franken. Hier gingen über 100 Milliarden CHF verloren, dazu Steuerzahlungen in Milliardenhöhe, die ausfielen und weiterhin ausfallen werden. Im US-Investmentbanking, das Oswald J. Grübel derart heftig verteidigt, hat der UBS-Konzern noch nie einen Rappen verdient, die amerikanischen Banker aber mit Milliardensalären und Boni belohnt, von denen die Schweizer UBS-Bediensteten und Aktionäre nur träumen können. Wie nennt man das? UBS-Präsident Kaspar Villiger, mit gut CHF 800 000.– p.a. für viel Repräsentation entscheidigt, gibt darauf bisher keine glaubwürdige Antwort. Grübel sagt, worum es geht.

„Erotic Capital“ siegt

Mittwoch, den 16. Februar 2011 um 14:53

Was der Berner SVP-Nationalrat Adrian Amstutz bisher wirklich geleistet hat, weiss jenseits von Bern kein Mensch. Dennoch sind die Gazetten voller Fotos von ihm, denn der 57jährige Grossvater könnte leicht als Hollywood-Präsidenten-Darsteller durchgehen. Die gegen ihn als konkurrierende Ständeratskandidatin der FDP auftretende Christa Markwalder wurde weit abgeschlagen; sie ist eben keine Charlize Theron. Wie sehr „Erotic Capital“ siegt, hat Bundesrätin Doris Leuthard im vergangenen Jahr bewiesen, als sie als Bundespräsidentin um die Welt flog; man konnte die elegante Aargauerin gut vorzeigen. Jetzt, wo sie sich wieder im Tagesgeschäft bewähren muss, hört man weniger von ihr – oder wenig Gutes (Pendlersteuer). Die Bergburschen-Erotik, wie sie schon von Dölf Ogi zelebriert wurde, der den „Bergkristall aus dem Hosensack zog“, wenn es notwendig war, oder von Franz Steinegger, der dem sogar einen leicht intellektuellen Anstrich gab, ist in der Schweiz immer noch sehr attraktiv. Deshalb wäre es ein Wunder, wenn die Berner Adrian Amstutz nicht zum Ständerat machen würden.

Gehen unsere Verlage fremd?

Mittwoch, den 16. Februar 2011 um 14:53

Weil ich regelmässig auch österreichische Zeitungen und Zeitschriften lese, fällt mir auf, wie wenig dort über die Schweiz berichtet wird. Sie berichten schon gar nicht über die Schönheit, welche Schweiz Tourismus anbietet. Ganz anders unsere Redaktionen. Überall sehe ich tolle Artikel über Ferien in Österreiech oder Südtirol. Die „Neue Zürcher Zeitung“ wirbt in der Ankündigung einer Freitag-Ausgabe sogar gratis für „Grenzenloses Loipen-Vergnügen im Tiroler Tannheimer-Tal“. Kein Wunder, dass eine Million Schweizer pro Jahr nun in Österreich Ferien machen. Sie gehen fremd, ganz wie die Schweizer Verlage auch. Den Österreichern würde derlei nicht einfallen.

Sinnlose Rituale

Mittwoch, den 16. Februar 2011 um 9:20

Die Menschen schreien sich den Hals wund, wenn sie Fussballspiele besuchen. Sie rennen einem Golfbällchen nach, um es in ein Loch bei einer Stange zu befördern. Sie besuchen in Zürich demnächst wieder einen 1. Mai-Anlass, der mit Arbeitern nichts mehr zu tun hat, und eine „Love Parade“, wo es sicher keine Liebe gibt. Das ist nichts anderes als die Rituale indischer Priester, die vier Monate in einem Kreis brennenden Dungs sitzen, die Beine gekreuzt, um in der Hitze zu meditieren. Kein Gott hört zu. Es sind, dort wie hier, Symbole grosser Armut.

Aus Betrug wird Gesellschaftskritik

Mittwoch, den 16. Februar 2011 um 9:20

Der Griechen, arm und staatsverdrossen wie sie jetzt sind, benutzen jetzt zunehmend die öffentlichen Verkehrsmittel, ohne Tickets zu lösen. Sie protestieren damit gegen die staatlichen Massnahmen zur Eindämmung der Defizite. Die staatlichen Chauffeure und Kontrolleure kontrollieren kaum noch, denn sie haben Angst, verprügelt oder gelyncht zu werden. Aus einfachem Betrug, wie man dies nennen muss, wird aktive Gesellschaftskritik. Der Stoff, aus dem die Gesellschaft gemacht ist, zerreisst wie ein alter Pullover. Sogar in Zürich kenne ich einige Menschen, die ihr VBZ-Ticket aus dem Grund nicht mehr beziehen, weil sie damit gegen die steigenden Tarife protestieren wollen. Vor einer Busse haben sie wenig Angst. In Basel und Genf sollen die Zustände sogar noch schlimmer sein. Merke: Wir sind weniger weit von griechischen Zuständen entfernt, als manche glauben.

Das Super-Zürich entsteht jetzt

Mittwoch, den 16. Februar 2011 um 9:20

Was ist Zürich? Die aus Eingemeindungen vor 80 Jahren entstandene Kleinstadt, welche wir heute Zürich nennen, oder jenes Zürich, das heute bis zum Jahr 2020 gebaut wird? Das neue Zürich, in welchem wir leben, setzt sich aus der Kernstadt („Downtown Switzerland“) und den Satellitenstädten Limmat-Stadt, Glatttal-Stadt und Winterthur zusammen. Das ergibt in Kürze eine respektable Stadt von 700 000 Einwohnern.

 
     
     
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