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Tagesarchiv für 15. Februar 2011

„Endlich frei!“ Unsere Medien spinnen

Dienstag, den 15. Februar 2011 um 16:20

Die Schweizer Medien feiern die Aufstände in Nordafrika und speziell in Ägypten, als handle es sich um Wiederholungen von 1830 und 1848. Dabei sind die Ägypter und Tunesier heute so wenig frei, wie sie es in den letzten 30 Jahren waren. Die Armeen halten die beiden Staaten fest unter Kontrolle; sie werden nur eine Regierung erlauben, welche die (alte) Ordnung aufrecht erhält. Auch Israel, die USA und China haben nicht das geringste Interesse an zu viel Volksfreiheit. Alt Bundesrat Pascal Couchepin hat es gesagt: „So schlecht war der Mubarak nicht.“

Hätten wir den erfahrenen Arnold Hottinger nicht, der die Entwicklung in Nordafrika mit Vorsicht kommentiert, würden uns die meisten Schweizer Medien in ihren Berichten wie Kommentaren unnötig auf falsche Fährten führen.

Achtung, Hungerrevolten

Dienstag, den 15. Februar 2011 um 16:16

Was wir soeben in Nordafrika erleben, sind Freiheitsrevolten des gehobenen Mittelstands und Hungerrevolten der Unterklasse. Die Nahrungsmittelpreise in Ägypten sind in den beiden letzten Jahren explodiert, in der Folge explodierte die Bevölkerung. Ganz wie bei uns in Europa in den Jahren 1847-48, als der Weizenpreis sich mehr als verdoppelte. Der Protest der Studenten und Intellektuellen fand statt auf der Basis einer Hungerrevolte in weiten Teilen des heutigen Westeuropas.

Kaspar Villiger oder Jamie Dimon?

Dienstag, den 15. Februar 2011 um 13:04

Warum soll ich Kaspar Villiger, dem VR-Präsidenten des UBS-Konzerns zuhören, wenn dort Oswald J. Grübel als CEO die Kommandos gibt? Besser noch ist es, Jamie Dimon, dem CEO von JP Morgan zu lauschen, der uns wissen lässt:

– „Die Menschen glauben, dass alle Banker ihnen auf Dauer dankbar sein müssen und sie an der Krise allein schuld waren. Aber das ist falsch.“

– „Es steht zu erwarten, dass beim Verbot des Eigenhandels die Schattenbanken Hedge Fonds und Private Equity wieder stärker werden.“

– „Eine der grössten Errungenschaften der Menschheit ist der Euro.“

– „In Europa müssen die sozialen Systeme derart geändert werden, dass nicht Beschäftigte aus einem Land mit 50 in Rente gehen, in einem anderen mit 60.“

Die USA haben für Jamie Dimon nur kleinere Probleme, die mit Sicherheit gelöst werden. Ratschläge von uns an die US-Adresse sind nicht sehr willkommen, eigentlich überflüssig.

Die Grossbanken sind selbst schuld an ihrem Unglück?

Dienstag, den 15. Februar 2011 um 13:04

In Deutschland ist es der Bundesgerichtshof, der den Grossbanken Auflagen macht, wie sie ihre Kunden informieren müssen. In den USA, das ist bewundernswert, müssen die Banken Milliarden bezahlen, um sich vor Gericht frei zu kaufen; vielerorts gehen die Topmanager ins Gefängnis. In der Schweiz jammern die beiden Grossbanken, man mache ihnen zu hohe Auflagen. Die Grossbanken sind selbst daran schuld, dass man ihnen nicht mehr traut. Ihre Glaubwürdigkeit ist, von hundert Punkten, auf null. Sie können die besten Chefredaktoren engagieren (Deutsche Bank: Stefan Baron, Wirtschaftswoche; UBS: Peter Hartmeier, Tamedia Gruppe), aber die Dummheiten ihrer Vorgänger und heutigen Chefs können sie mit Schmalspur-PR nicht ausräumen. Das kostet.

Wo ist Walter? – Ein Plädoyer für die Frau

Dienstag, den 15. Februar 2011 um 8:51

Ermuntert durch den erfolgreichen Ausgang der Volksaufstände in Tunesien und Aegpyten, springen nun die Bürger weiterer arabischer Länder auf den Demonstrationswagen. Im Yemen schlugen die anfänglich friedlichen Solidaritätsmärsche für das aegyptische Volk in Krawalle und Proteste gegen den seit 32 Jahren amtierenden Präsidenten Ali Abdullah Saleh um. In Jordanien und in Algeriens Hauptstadt Algier kam es am vergangenen Wochenende zu Demonstrationen gegen die Regierung. In Bahrain riefen die Shiiten übers Internet zu einer Protestkundgebung am 14. Februar in der Hauptstadt Manama auf. Inspiriert durch die arabischen Staaten forderte auch die Opposition im Iran zu Protestkundgebungen in Teheran auf.

Mit starker Rhetorik und einprägsamen Slogans protestieren die Araber (und Iraner) gegen Regierungen, die für Unterdrückung, soziale Ungerechtigkeit, Perspektivlosigkeit, Willkür und Armut stehen. So weit so gut. Doch wofür kämpfen diese Menschen? Für unsere Freiheit, sagen sie. Für eine Zukunft und für das Leben. Auffallend ist, dass es sich bei den Demonstranten hauptsächlich um Männer handelt. Frauen sind auf Fotos von (friedlichen) Demonstrationen oder in Interviews mit Vertretern der Opposition fast so schwer auffindbar wie der Junge Walter im Buch „Wo ist Walter?“.

Gerade vor dem Hintergrund der in der Schweiz und vor allem in Deutschland ge-führten Debatte über die Einführung der Frauenquote in Politik und Wirtschaft, fällt auf, dass es nicht weit her ist mit den Frauenrechten in eben diesen Gesellschaften, die jetzt für Freiheit, Zukunft und das Leben protestieren. In Aegypten gehören Beschneidungen von Frauen noch heute zur Tagesordnung. Im Yemen finden ungebildete Mädchen eher einen Mann als gebildete. Trotz internationalem Druck haben die Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen im Iran nicht abgenommen.

Fakt ist, so wie die Männer in Aegypten, Yemen und Bahrain für ihre Freiheit und ihre Zukunft kämpfen, müssen auch die Frauen für ihre Rechte einstehen. Dazu wäre jetzt ein guter Zeitpunkt.

Mirjam Belz

Das Frauen-Leid

Dienstag, den 15. Februar 2011 um 8:50

Wirklich erfolgreiche und ernsthafte Topmanagerinnen, wie die Schweizerin Barbara Kux im Vorstand des Siemens-Konzerns, haben sich noch nie darüber beklagt, in ihrer Aufgabe sei sie von Männern behindert oder vielleicht sogar gemobbt worden, obwohl dies zweifelsohne der Fall gewesen ist. Derzeit ist das Frauen-Leid überall erkennbar. Kanzlerin „Angie“ Merkel beklagt, es habe zu wenig Frauen in den Spitzen deutscher Konzerne, wobei sie vergessen haben dürfte, dass sie von Bundeskanzler Helmut Kohl („Das Mädchen“) gefördert wurde, um ihn dann mit eigener Hand vom Stuhl zu reissen („Es ist Zeit für den Rücktritt Kohls“). Ohnehin, was wir heute in der Weltpolitik an Frauen haben (Hillary Clinton, Lady Ashurst, die franzsösischen, italienischen und deutschen Ministerinnen) ist mehr ein Zeichen der Dekadenz des Westens als ein erkennbarer Fortschritt. „Joe“ Ackermann, CEO der Deutsche Bank AG, hat Frauen im Vorstand als „buntes Accessoire“ bezeichnet, was Kommunikationschef Stefan Baron nur mühsam wieder verwedeln konnte. Im UBS-Konzern musste nach zwei Jahren Sally Bott gehen, die als oberste Human Resources-Chefin der Weltbank offensichtlich nicht jenes goldene Händchen hatte, das man bei ihr vermutete. Dabei ist es ganz einfach: Frauen müssen performen wie Männer. Wer auf Geschlecht setzt, verliert. Merke: Ich habe stets Menschen engagiert, deren Geschlecht oder Religion waren mir stets gleich.

Wie richtet man eine Struktur zugrunde?

Dienstag, den 15. Februar 2011 um 8:50

Der IMF in seiner Weisheit hat im eigenen „independent evaluation office“ festgestellt, wie man seine und andere Strukturen operativ ruiniert:

1. Man verfällt dem Gruppendenken und lässt andere Mitdenker nicht zu.
2. Man hat einen „general mindset“, der unangreifbar in die Irre führt.
3. Man achtet darauf, dass die Analysen nicht neutral, sondern gelenkt erfolgen.

Wie viele Schweizer Organisationen fallen mir sofort ein: SBB, AHV, der Kanton Schwyz, die nationale Tourismus-Strategie. Wer bei uns die Macht hat, hat immer auch recht.

 
     
     
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