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Tagesarchiv für 14. Februar 2011

Lohnt es sich, den Griechen zu helfen?

Montag, den 14. Februar 2011 um 15:00

Es war ein Schweizer Bankier aus Genf, Jean-Gabriel Eynard, der mit seinem europäisch-philhellenischen Engagement Griechenland schon einmal rettete bis hin zur Gründung einer griechischen Nationalbank, die auf seine Initiative 1841 gegründet wurde. Die gleichen griechischen Staatsmänner, denen er einen Staat schenkte, hörten dann nicht mehr auf ihn, als er ihnen empfahl, die eigenen Staatsanleihen günstig zu kaufen. Weil Ministerpräsident und König Otto die Vorschläge des Schweizer Bankiers nicht ernst nahmen und die Sanierung des Finanzhaushalts versäumten, wurde Griechenland zwischen 1836 und1879 von den internationalen Finanzmärkten ausgesperrt. Heute liegt das Geld der griechischen Milliardäre in der Schweiz, vielleicht ein verspäteter Dank für frühe Leistungen. Die erneute Sanierung bezahlen die Deutschen.

Ein wunderlicher Wahlkampf: Pelli liebt Lévrat

Montag, den 14. Februar 2011 um 14:59

Wie soll ich meiner Familie erklären, dass man Sozis, seien sie auch so elegant wie Simonetta Sommaruga oder Serge Gaillard nicht wählen sollte, denn sie würden, wie ihre Delegierten es bestimmt haben, Feinde des Kapitalismus bleiben. Grinsend zeigt mir mein Schwager ein ganzseitiges Inserat, wo uns die beiden Parteipräsidenten Fulvio Pelli (FDP) und Christian Lévrat (SP) gemeinsam anlächeln. Waren die beiden vor kurzem nicht verfeindet miteinander? Jetzt werben sie zu Beginn der Feriensaison gemeinsam für Reka-Reiseschecks. Merke: Glaubt den Parteichefs kein Wort; am liebsten fahren sie zusammen in die Ferien, wo sie gemeinsam jassen und über ihr Wahlvolk lachen.

Malik, Harvard oder Fiechter?

Montag, den 14. Februar 2011 um 14:56

Es ist merkwürdig, denn in Deutschland sind eine ganze Reihe grosser Banken und Familienkonzernen in den Abgrund gefahren worden, in den USA gehen weiterhin jährlich Hunderte von Banken bankrott und der ganze Nordwesten der USA ist pleite. Rund um da das Mittelmeer, in Afrika wie in Europa, befinden sich die Staaten im Chaos-Zustand und Millionen von grossen und kleinen Unternehmern wissen nicht, ob es sie in einem Jahr noch geben wird.

Solches nennt sich Marktwirtschaft oder „gelenkte Marktwirtschaf“. Während Jahren, so in Griechenland, aber nicht nur dort, haben die MBA’s der angesehensten US-Business-Schulen diese Staaten und die grössten Firmen beraten: McKinsey, Boston Consulting, Bain, aber keiner will heute schuld daran sein, dass der Konvoi in die falsche Richtung gefahren ist. Was bedeutet dies?

-Harvard schämt sich und sucht mit europäischen Rezepten wieder auf die Beine zu kommen. Man plädiert für „shared values“, welche die Bedürfnisse der ganzen Gesellschaft erfüllen sollen. Michael E. Porter, die alte Harvard-Kampfmaschine, hat alles vergessen, was er früher schreib. Jetzt will er Verantwortung übernehmen und teilen. Larry Summers, ökonomisches Showstar-Schwergewicht, ist bereits wieder angetreten, uns Europäer zu belehren.
-Derwil hat der St. Galler Unternehmer Fredmund Malik, der heute eine weltumspannende Beratungsfirma leitet, sein neues Buch „Strategie“ (Campus Verlag) vorgelegt, worin er mit bei ihm üblicher Unterkühltheit das „Navigieren in der Komplexität der neuen Welt“ lehrt. Malik, der den us-amerikanischen Führungsprinzipien nie getraut hat und der ob seiner unabhängigen Analyse von Peter F. Drucker zu seinem besten Nachfolger im Geiste ernannt wurde, sieht die Harvard-Professoren Rettung suchen in jenen Felder, die er schon seit 30 Jahren beackert. Sein Lächeln bleibt distanziert höflich, seine Skepsis vor derlei oberflächlichem Getue ungebrochen. Wass das „manager magazin“ Maliks „Magie“ nennt, ist nichts anderes als in Jahrezehnten gewachsenes und erpfobtes Wissen, das er nun in seinem neuen Werk zur Verfügung stellt:
-Die Welt ist in einem Umbruch wie vor 200 Jahren.
-Die SuperSyntegration à la Malik löst unternehmerische Probleme, die andere Berater gar nicht verstehen, innert kürzester Zeit.
-Wer strategische Fehler macht, muss sich über missglücktes operatives Management nich wundern (Anm.: Swissair, UBS-Konzern unter Ospel etc.)

Prof. Dr. Fredmund Malik, Schweizer österreichischer Herkunft, wie Peter F. Drucker auch, sieht die Welt in einer sich weiterhin vertiefenden Krise. Er bietet deshalb Erkenntnis und Instrumente an.

-Derweil kommt, schon wieder aus St. Gallen, der 37jährige Oliver Fiechter, der über seine Firma ISG Institut AG, 30 feste Mitarbeiter, die „Ökonomie 3.0“ verkauft, die Ökonomie des 21. Jahrhunderts. Fiechter schreibt gerade sein gleichnamiges Buch fertig, hat mir PriceWaterhouseCoopers einen wichtigen Lizenznehmer gewonnen, und 40 % seines jungen Unternehmens an die bekannte IT-Firma Abraxas verkauft, welche die „Ökonomie 3.0“ in der Verwaltung verankern will. Fiechter ist wie Malik der Auffassung, dass wir inmitten eines politischen und wirtschaftlichen Wechsels stehen: der „Ökonomie 1.0“ (Landwirtschaft) folgte die „Ökonomie 2.0“ (industrielle Gesellschaft seit 1850), deren Zeit nun zuende geht. Mit seiner „Ökonomie 3.0“ ist Fiechter bei vielen grossen Dienstleistungsfirmen schon voll unterwegs, die Beziehungen zwischen Kunden und Konzernen ins Gleichgewicht zu bringen. Erstmals in der Geschichte ist der Kunde nicht der Mittelpunkt, wie seit 50 Jahren falsch erzählt wurde, sondern er steht gleichberechtigt neben dem Unternehmen; die Interessen beider verschmelzen miteinander.

Was lernen wir daraus? Harvard, und mit ihm alle anderen US-Hochschulen, haben keine neuen Rezepte, nachdem ihre alten von Enron bis Lehman Brothers versagten. Malik ist der führende Management Consultant nicht nur in der Schweiz, sonder vielerorts in der Welt. Oliver Fiechter rückt nach. Beide sind im Begriff, von St. Gallen aus die Welt zu verändern. Nicht wie die Amerikaner, um die anderen ärmer zu machen, sondern um Wohlstand zu ermöglichen.

Die CVP im Wahlkampf-Ring

Montag, den 14. Februar 2011 um 14:49

Wenn die CVP zwei Walliser Eringer-Kühe im Positionierungskampf zeigt, um damit „Succès. Suisse. PDC“ zu zeigen, fragt man sich schon, was damit gemeint ist. Sollen wir die CVP wählen, weil sie eine grosse Glocke um den Hals trägt und während des Kampfes viel bimmelt? Oder sollen wir die CVP wählen, weil sie mit Sicherheit alle anderen Parteikühe aus dem Ring stösst (vergleichbar den japanischen Sumo-Ringern)? Vielleicht sollten wir die CVP-Kandidaten deshalb wählen, weil die Eringer-Kühe eigentlich aus dem benachbarten Val d’Aosta kommen, womit die Migrationsfrage einen Ausdruck finden würde. Die Eringer-Kühe sind eine wunderbare Attraktion des Kantons Wallis gerade in einer Zeit, wo Spanien die blutigen Stierkämpfe verbietet. Einen Kampf der Eringer-Kühe muss man gesehen haben wie diejenigen in einer spanischen Arena. Der Appell an die urtümliche Mannes- oder Frauenkraft der keltisch-alemannisch-savoyardischen Schweizer Bevölkerung sollte vor allem im ostgotisch geprägten Graubünden Anklang finden, wo die Walliser Kampfkühe noch unbekannt sind. Ein Bündner Steinbock würde sich über die Kampfkraft der CVP-Kühe wundern. Doch die Behauptung der CVP „Glückliche Schweizer wählen CVP“ lässt sich, an diesem Beispiel, steigern „Glückliche Kühe wählen ihren Metzger selber.“

„Tatsächlich“, so schreibt die NZZ, „wählen unzufriedene Schweizer wohl vor allem SVP.“ Dann werden wir im Herbst endlich wissen, wie viele unglückliche und glückliche Schweizer es gibt. Die wirklich Vernünftigen haben bald keinen Grund mehr, an die Urne zu gehen.

Der totale Sieg der SVP

Montag, den 14. Februar 2011 um 8:27

Oh Gott, sind CVP und FDP dumm! Erstmals in der Schweizer Geschichte stehen wir vor einem Wahlkampf, wo die beiden sogenannten Mitteparteien im Auftritt zu über 90% den Wahlkampf der SVP nachahmen. Letzte Woche noch erreichten mich aus der FDP flehende Appelle, ich möchte den Freisinn doch mehr unterstützen, denn er brauche dies. Wie kann ich einen Freisinn unterstützen, der sich als „SVP 2“ aufführt? Warum sollen die Schweizerinnen und Schweizer noch CVP wählen, wenn sie auch das Original, die SVP, haben können.

Tatsache ist: Seit 25 Jahren ist Dr. Christoph Blocher der einzige Schweizer Innenpolitiker, der seine Partei nicht nur neu erfunden, sondern auch systematisch und mit grossem Einsatz gestärkt hat. Die FDP, die Zürcher besonders, in ihrem Hochmut, wollte dies nicht erkennen und ist zu einer Kleinpartei geworden, die von Anwälten und Kleinunternehmern im Fahrwasser des Finanzplatzes geführt wird. Die CVP tat lange Zeit so, als sei sie in ihren Provinzregionen (denn in keiner Schweizer Grossstadt spielt sie eine Rolle) geschützt und könne sich von da aus entfalten. Ihr grösster Irrtum war es, den sozialen Fortschritt, die „Ökonomie 3.0“ des St. Galler Unternehmers und Ökonomen Oliver Fiechter, zu verpassen. Sie blieb im mittleren 20. Jahrhundert stehen.

Jetzt werben beide Parteien, als seien sie die kleinere Schwester der SVP. Etwas Besseres konnte Christoph Blocher nicht geschehen. Er verkörpert nicht nur die Bauern und das Gewerbe; er handelt politisch auch wie ein Grossindustrieller, der deshalb die globalen Unternehmen der Schweiz auf seiner Seite hat. Kein Pelli, kein Darbellay, konnte dem etwas entgegen halten. Mental geschwächt, richtige Parteiprogramme aufzustellen, innerparteilich in Fraktionskämpfe verwickelt, ausgestattet mit Parteisekretariaten, die zu Befehlsempfängern gemacht wurden, wo eigenes Denken verboten war, sind sie nun zu SVP-Klonparteien geworden. Unsere Mehrparteien-Demokratie ist mangels multipolarer Führungskraft disqualifiziert. Die Rechnung wird am 23. Oktober gestellt.

Eigenkapital: Schwedenbanken top

Montag, den 14. Februar 2011 um 8:16

Unsere beiden Grossbanken UBS und CS wollen die EK-Quote nach Möglichkeit gar nicht erhöhen; das störe die Geschäfte. Die EK-Quote der Bank Bär von über 22 % wird aus Grossbankenkreisen bezweifelt („eine Frage der Bewertung“). Jetzt weist die grösste schwedische Bank, die Svenska Handelsbanken, eine EK-Quote von 16,5 % aus, Swedbank 15,9 % und SEB 14,2 %. Die schwedischen Banken rechnen in Europa mit grösseren Turbulenzen und erhöhen die Sicherheitspolster.

Obama ist kein Reagan

Montag, den 14. Februar 2011 um 8:16

Wie einst Ronald Reagan („Tear this Wall down!“) die Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland zum Einsturz gebracht haben wollte, versuchte sich Barack Obama, öffentlich den Rücktritt von Hosni Mubarak zu erzwingen. Er scheiterte, wie sein Geheimdienstchef auch, kläglich. Das ist ein Hinweis auf die sich verändernden Machtverhältnisse. Schon die Israeli weigern sich, ihrem treuesten Zahlfreund politisch zu folgen; warum sollten die intelligenten Ägypter dies tun? Die ebenso intelligenten Türken, Iraner und Afghanen werden jetzt und in Zukunft die Wohltaten des Westens in Form von Subventionen gerne annehmen, aber keine Gegenleistungen mehr erbringen.

Wie tief unser Selbstbewusstsein gesunken ist, zeigt auch die neue Ausgabe der Monatszeitschrift „Bilanz“. Dort fiel es einem klugen Kopf ein, die Bildungs-, Gesundheits- und Wohlstandsmerkmale der Schweiz mit denjenigen der Länder Nordafrikas zu vergleichen, die bis vor 50 Jahren noch unter dem französisch-englischen Kolonialismus litten. Wie Gulliver im Zwergenland, sind wir die Grössten. Es wäre besser, die „Bilanz“ würde uns mit Liechtenstein, Luxembourg, Norwegen, Schweden, Singapur, Kanada und Monaco vergleichen; dann stünden wir ganz woanders.

Der Sturz des USD. Wann?

Montag, den 14. Februar 2011 um 8:16

Wird der US-Dollar von seinen Freunden verteidigt, heisst es immer, bereits 1870 habe die US-Wirtschaft die britische an Bedeutung überholt, das Pfund aber erst 50 Jahre später als wichtigste Weltreserve-Währung abgelöst. Wenn die US-Wirtschaft und die US-Währung nun wegen miserabler Leistungen während 20 Jahren und mit Aussichten, die aufgrund der massiven Verschuldung eher trostlos sind, nun den Titel an den chinesischen Renminbi abgeben solle,müsse man auch noch 30-50 Jahre warten. Damit wird eines verkannt: Die Zeiten sind schneller geworden. Kaum jemand „traut“ den Chinesen am Westen, Konfuzius hin oder her, aber mächtiger werden sie allemal. Das Gold fliesst ohnehin bereits schneller in den Osten, als es im Westen gekauft wird.

 
     
     
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