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Tagesarchiv für 1. Februar 2011

Völker ausser Kontrolle

Dienstag, den 1. Februar 2011 um 14:38

In weiten Teilen Nordafrikas, Ägyptens, des Sudan und des Jemen sind die Völker ausser Kontrolle ihrer Regierungen. Wer noch nicht auf der Strasse ist, überlegt sich dies. In Davos soll sich ein tunesischer Minister bei Vertretern des WEF bedankt haben, weil Twitter und Facebook in seinem Land „eine unblutige Revolution“ ausgelöst hätten. Das WEF-Management soll mindestens Gänsehaut gehabt haben, als es dies vernahm.

Auch in Stuttgart sind bei „Bahnhof 21“ die Menschen weiterhin nicht unter Kontrolle, in den Vororten von Paris, Lyon und Marseille nur aufgrund massiven Polizeieinsatzes. In der Schweiz ist es still geblieben: An der aktuellen MUBA in Basel ist Ägypten-Tourismus der grosse Gast, wohl in der Hoffnung, die Lage werde von der Regierung Mubarak bald wieder unter Kontrolle gebraucht. Der Aktienkurs von Samih Sawiris Orascom Holding sinkt laufend. Die Schweiz ist gemäss einer Studie der Universität Zürich undemokratischer als Deutschland. Bei uns, so die vom Schweizer Volk finanzierte Uni, seien Frauen unterrepräsentiert in der Politik, die einkommensschwachen Bevölkerungsteile hätten eine zu schlechte Wahlbeteiligung aufzuweisen. Die demokratischen Mitbestimmungsrechte würden vor allem „von vermögenden, alten Männern“ genutzt. Das hört sich ja an, als lebten wir schon in Ägypten.

Endlich! Fortschritte in Afghanistan

Dienstag, den 1. Februar 2011 um 14:33

Die treuen amerikanischen und europäischen Soldaten, die sich in Afghanistan im Auftrag ihrer Regierungen und der NATO („Deutschland wird am Hindukusch verteidigt.“) verheizen lassen, wissen jetzt endlich, wofür sie kämpfen. Premier Karzai hat entschieden, es dürfen keine Kindersoldaten mehr für die eigene Sache rekrutiert werden, ebenso keine „boys“ mehr für die Polizei- und Militärkommandanten, nämlich männliche Kinder, oft in Mädchenkleidern, die den Verteidigern der Demokratie als Sexspielzeuge dienen. Nach zehn Jahren Krieg in Afghanistan zieht dort Kultur ein. Die Afghanen müssen über uns westliche Dummköpfe unendlich belustigt sein. Wer diesen nichtgewinnbaren Krieg noch verteidigt, ist ein Idiot oder bestochen; wer ihn eingegangen ist, gehört nach Guantanamo, wo sich 160 seit bis zu acht Jahren einsitzende Gefangene, die seither nicht verurteilt wurden, auf ihn freuen werden.

GB: Technokraten lösen Ideologen ab

Dienstag, den 1. Februar 2011 um 14:32

Lady Margaret (Thatcher) hatte noch eine Ideologie, die von Milton Friedmann von der Universität Chicago. Ihr Nach-Nachfolger David Cameron ist nur noch Technokrat, der in vier Jahren 94 Mia. Euro aus dem Staatsbudget streichen will, um nicht griechische Verhältnisse zu erleben. Grossbritannien, ruiniert vom kriegerischen Sir Winston (Churchill) ist schon lange am Ende, jetzt ist es England auch. Die Menschen werden haptisch in das 19. Jahrhundert zurück geschleudert; einzige Gewinner sind bisher die Banken, die ihre Mitarbeiter gerade in der City of London besonders schlecht bezahlen, denn Geld hat die Eigenschaft, nach oben zu fliessen.

Davos 2011: Triumph der Geschäfte

Dienstag, den 1. Februar 2011 um 8:28

Der grösste Partyveranstalter der Welt, Prof. Dr. Klaus Schwab, kann für den Jahrgang 2011 seines World Economic Forum (WEF) eine saubere Bilanz ziehen: Es ging um’s Geschäft. Politiker, soweit anwesend, wollten entweder ihre Staaten(-verbünde) vor der von den Grossbanken ausgelösten Finanzkrise retten („Wasserschäden“, Hans-Ulrich Doerig von der CS Group) oder forderten, wie Ukraine-Präsident Viktor Janukowitsch, die Unternehmer auf, im Frühling in der Ukraine ihre Frauen zu besichtigen, „die wegen ihrer Schönheit ein Wirtschaftsfaktor sind, wenn sie im Frühling beginnen, sich leicht zu kleiden.“ Auch Carolina Müller-Möhl, die bekannteste Unternehmerin der Schweiz, liess sich nicht lumpen. Das einstige Goldküsten-Girl, dem durch den frühzeitigen Unfalltod ihres Mannes („untermotorisiert abgestürzt“, so die NZZ) ein Vermögen von vielen hundert Millionen Franken zu fiel, forderte die Jugend auf, keine Schulden zu machen – und lachte dabei fröhlich, denn Handyspesen sind sicher nicht ihre erste Priorität. Viktor Wekselberg hatte derweil grössere Sorgen. Er möchte Sulzer-Technologie nach Russland exportieren, aber Sulzer-CEO Toni Büchner will das Knowhow in der Schweiz behalten. Wekselberg über Büchner: „Er ist ein exzellenter Manager, aber er ist in gewisser Weise etwas konservativ.“

Klaus Schwab hat an diesem WEF seinen Friedensnbelpreis, den er sich dringend wünscht, verspielt, aber den Party-Nobelpreis sollten wir ihm gewähren.

Basel: Schadet Marktlogik der Kultur?

Dienstag, den 1. Februar 2011 um 8:28

Die machtvollen Basler Grünen und Linken lehnen betriebswirtschaftliche Führungsinstrumente im Kulturprogramm der Stadt ab mit dem Grund, die sei der Kultur abträglich. Welcher Unfug! Die grössten italienischen Bildhauer und Maler, wie die Franzosen und Deutschen auch, waren sich ihres Marktwertes immer bewusst. Sie produzierten ihre Werke auch sehr genau für die jeweiligen Märkte. Von Michelangelo über Dürer bis hin zu Eugène David zieht sich die Kette exzellenter Künstler, die auch gute Kaufleute waren.

Grüne und Linke wollen aber keine Budgetkontrolle. Sie wissen, dass sie, gerade vor den Wahlen, dem Volk nur Träume versprechen können, denn geliefert haben beide Parteien noch nie.

Wer wirklich ohne Markt seine ganz persönliche Kunst schaffen will, wird dies immer tun. Politische Unterstützung kann dann nur schaden.

 
     
     
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