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Monatsarchiv für Januar 2011

Schlaflose Kinder als Risiko

Freitag, den 28. Januar 2011 um 9:01

Natürlich verteidigt Flughafen-CEO Thomas Kern seine Lärmmaschine, die 200-300 000 Menschen täglich belärmt, „weniger als vor 20 Jahren“, wie er sagt. Niemand zählt aber die Kinder, die wegen seines Einsatzes für die Luftfreiheit der Deutschen Lufthansa und Swiss zu Schaden kommen. Kinder, die nicht genügend schlafen, leiden später unter Depressionen, wie im „Journal of Psychiatric Research“ berichtet wird. Sie haben ein grösseres Risiko, später Alkohol- und Drogenabhängig zu werden. Kleinkinder müssen bis zu 15 Stunden am Tag schlafen, Kindergartenschüler bis zu 13 Stunden, Schulkinder elf Stunden und Teenager bis zu 10 Stunden. Im Anflugkorridor des Flughafens Zürich-Kloten ist dies unmöglich; die Gesellschaft zahlt die Kosten für den Umsteige-Flughafen, der zu gross geworden ist für eine sensible Region.

Auslandinvestitionen in Tunesien gefährdet

Donnerstag, den 27. Januar 2011 um 14:45

Ausgelöst von der tunesischen Jugend mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel wurde Präsident Ben Ali gestürzt. Die internationalen Medien überwerfen sich mit neuen Gerüchten, die USA hätte den Sturz eingefädelt, was momentan kaum nachvollziehbar ist. Tunesien hat eine hohe Arbeitslosigkeit, das Universitätssystem ist banal und die Studenten wünschen sich nur eines für die Zukunft mit der neuen Regierung: die Ankurbelung der Wirtschaft mit Hilfe ausländischer Investoren.

Doch über eine wichtige Tatsache berichten die Medien nicht. Viele deutsche Unternehmen sind in Tunesien investiert und haben vor Ort Fabrikationsstätten, die dem Mob zurzeit hilflos ausgeliefert sind. Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle hat bisher keine Lösungen präsentiert, wie er deutschen Unternehmen in Tunesien helfen will. Fabriken werden zur Stunde von den Randalen angegriffen, Mitarbeiter werden durch heftigste physische Angriffe daran gehindert, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Erste Fabriken werden geplündert und weder die Polizei noch das Militär scheint der Lage Herr zu werden. Die deutsche Botschaft in Tunis scheint ebenfalls vollkommen hilflos und schottet sich vor Ort ab. Hilferufe von deutschen Unternehmen an die Botschaft werden nicht beantwortet, während sich die Lage vor Ort stündlich verschärft.

Die Entwicklung deutscher Investitionen in Tunesien gilt es, jetzt und in den nächsten Tagen und Wochen, genau zu beobachten. Wenn der bereits angeschlagene Aussenminister Westerwelle nicht schnell einen Plan präsentiert, wie er seinen Landsleuten in Tunesien helfen will, könnte das für seine politische Entwicklung schwierig werden.

Fidel Stöhlker

Wehrhaftes Europa

Donnerstag, den 27. Januar 2011 um 13:56

Javier Solana verlangt ein wehrhaftes Europa, in welchem die Nationalstaaten politische Rechte an die NATO abtreten. Die EU müsse lernen, auch unter komplexen Umständen Missionen durchzuführen. Die transatlantische Gemeinschaft – womit die NATO gemeint ist – müsse sich auf die Europäer verlassen können. Bundesrat Ueli Maurer („Die beste Armee der Welt“) hat dies begriffen und verlangt eine internationale Eingreiftruppe „made in Switzerland“.

Ostschweiz im Millionenregen

Donnerstag, den 27. Januar 2011 um 13:56

In die vier Ostschweizer Kantone regnet es Geld: Alleine CHF 750 Mio. spült der Nationale Finanzausgleich in ihre Kassen, weil die als strukturschwach gelten. St. Gallen, Thurgau, Ausserhoden und Innerhoden werden mit Geld überschüttet, obwohl sie die Steuern im gleichen Umfang gesenkt haben, wie sie Subventionen von den anderen Schweizer Kantonen erhalten. Glückliches Land. Ähnlich ist es mit der Lobby der beiden Städte Winterthur und Zürich, deren kantonale Parlamentarier stets dann die Mehrheit haben, wenn es darum geht, dass die reichen Seegemeinden den Rest des Kantons finanzieren. Der Kanton Schwyz freut sich darüber, denn wer kann, flüchtet.

Sawiris bangt um Ägypten Tourismus

Donnerstag, den 27. Januar 2011 um 11:39

Samih Sawiris ist eine der schillerndsten Figuren in der jüngsten Schweizer Wirtschaftsgeschichte, weil er Teile der Schweiz Schritt für Schritt aufkauft. Nun spielt er in den Schweizer Medien die Situation in Ägypten runter und versucht, die Touristen zu beruhigen. Sawiris hat El Gouna aufgebaut, eine Retortenstadt für reiche Touristen in der Wüste nahe Hurghada, die durch die Aufstände im Land sicherlich auch Umsatzeinbrüche erlebt.

Ägypten ist momentan nicht sicher und das EDA warnt die Schweizer von Reisen ins Land der Pharaonen. Es ist wenig seriös, wenn ein Unternehmer von den echten Problemen im Land versucht abzulenken, damit der Tourismus, sein Hauptgeschäft, weiter floriert. Es wäre spannend zu sehen was passiert, wenn Touristen im lapidar geschützten El Gouna plötzlich angegriffen werden und das Leuchtturmprojekt El Gouna in negative Schlagzeilen gerät? Dieses Verhalten von habe ich bereits bei einem türkischen Reiseunternehmer erlebt, als es vor Jahren gewaltige Sicherheitsprobleme in der Türkei gab. Es gab damals Anschläge, wobei viele Menschen verletzt wurden und einige starben und selbst dann warb der Reiseunternehmer immer noch für eine friedliche Türkei. Höchst unseriös und jeder mag sich nun selber ein Bild über diese Unternehmer machen und ob man sie noch unterstützen will. Es wäre momentan schlauer, sich an die Empfehlungen des EDA zu halten.

Fidel Stöhlker

Was lernen Jungmanager?

Donnerstag, den 27. Januar 2011 um 9:16

– Marketing und Kommunikation vor allem, was die Älteren versäumt haben. Die Märkte sind eng; wir stehen im Nahkampf.

– Führung und Organisation, denn wie in unseren Unternehmen geführt wird, gleicht meist einem Lotto. Karriere macht, wer hilft und niemand stört.

– Technologie und operatives Management, denn dort fallen die Entscheide über Erfolg und Misserfolg.

– Unternehmensgründung, denn unsere Politiker brauchen dringend Gründer, um einen Aufbau zu beweisen.

– Personalmanagement, weil kaum jemand weiss, wie man Mitarbeiter menschlich führt.

– Finanzierung, weil der Umgang mit den Banken zusehends schwieriger wird.

– Informationstechnologie, weil die IT-Firmen seit vierzig Jahren mehr versprechen als sie zu leisten imstande sind.

Bern: Bären im Glück, Schriftsteller bedrückt

Donnerstag, den 27. Januar 2011 um 9:16

Während die Stadt Bern CHF 9,6 Mio. für das schönste Bärenquartier der Welt bereit stellt, ist sie nicht in der Lage, einem ihrer berühmtesten Schriftsteller, E.Y. Meyer, ein angemessenes Zuhause zu bieten. Der Autor von „Trubschachen“, der damit in die europäische Literaturgeschichte einging, wohnt im sogenannten
„Herrenhaus“ des Brünnengutes im westlichen Bern. Er muss demnächst ausziehen, weil die „verdichteten Wohnungsbauten“ immer näher rücken und aus seiner Bleibe seit 27 Jahren ein Kinderhaus werden soll. Wie der Fall E.Y. Meyer beweist, sind die Schriftsteller in unserem Land heimatlos. Russische Braunbären werden mit Millionen gefördert, Schweizer „brain“ ist wenig gefragt.

Sexy Ingenieure

Donnerstag, den 27. Januar 2011 um 9:16

Die immer etws dröge „io“ hat sich einen neuen Outfit gegeben. Aus dem einstigen Dachorgan der Schweizer Ingenieure ist „ein Magazin für Wissenstransfer und Führungskräfte“ geworden. Auf dem Titel lacht uns eine gestylte rotmundige Rothaarige entgegen. Urs Lehmann, CEO von Similasan, einem homöopathischen Heilmittel, macht indirekt deutlich, warum Didier Burkhalter, Bundesrat, umgefallen ist und diese sponsoringstarke Branche weiter im BAG-Index duldet. Schweizer Ingenieure lesen heute amerikanische Fachmagazine. Axel Springer Schweiz und das BWI mussten sich etwas einfallen lassen.

BR Schneider-Ammann macht erste Punkt

Donnerstag, den 27. Januar 2011 um 9:05

Eher zögerlich könnte man den öffentlichen Start des neuen Bundesrats nennen. Niklaus Schneider-Ammann liess lange nichts von sich hören und verbreitete dann Sicherheit: Mit dem Euro lasse sich leben. Das mit Ausnahme einiger Exportfirmen, des Detailhandels im grenznahen Gebiet und einiger nervöser Hoteliers ohnehin recht zufriedene Schweizer Volk nahm dies als Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Schneider, auf dessen erste 100 Tage-Bilanz im Amt viele neugierig sind, hatte bereits zu Beginn mehr Auftritte als Amtskollege Didier Burkhalter, der im neuen Jahr noch nichts von sich hören liess.

Ganz anders die FDP Schweiz, die unter Generalsekretär Stefan Brupbacher auf Angriff umgeschaltet hat. Kaum bewegt sich Doris Leuthard, die jetzt im Infrastruktur-Tagesgeschäft angekommen ist, erhielt sie starkes Gegenfeuer. Sachgeschäfte sind schwieriger zu kommunizieren als Auftritte in Königshäusern oder bei einer Bundeskanzlerin. Die Preissteigerungen im öffentlichen Verkehr tun weh und ihre Mischeleien mit den USA, um der Ospel’schen UBS zu helfen, sind keine Wirtschaftspolitik, sondern politische Freundschaftsdienste.

Die der FDP gut gesinnt sind, rechnen im Herbst mindestens mit einem Mitleidsbonus, damit das freisinnig-liberale Schiff nicht kentert. Viele, die von der FDP völlig enttäuscht sind, können sich unser Land ohne die Traditionspartei nicht vorstellen.
Die beiden FDP-Bundesräte haben sich von Fulvio Pelli, der selber keinen Stich für die Partei macht, zu Zugpferden für die kommenden Wahlen erklären lassen. Pelli dankte ihnen dies, indem er ihnen erklärte: „Verlieren wir die Wahlen im Herbst, muss einer von euch gehen.“ Diesen Gefallen wird ihm wohl niemand tun.

Die Auferstehung des Kardinals

Mittwoch, den 26. Januar 2011 um 13:41

Bischof Kurt Koch hat uns lange Zeit schwere Sorgen bereitet, hat ihn doch Generalsekretär Trauffer, der jetzt in NYC lebt, in die Affäre Szabo in Röschenz gestürzt, aus der ihn Papast Benedikt XVI. befreite, indem er ihn zum Kardinal mit Sitz in Rom beförderte. Jetzt lacht Koch wieder, ist spöttisch und brillant, denn die Ökumene fordert ihn, eine Jahrhundertaufgabe.

Die Schweiz betrachtet er kritisch, wo die Rechten gegen die EU sind und die Linken gegen Rom. Den Reformierten attestiert er, sie seien eine Kirche, aber keine im Sinne der Römisch-Katholiken. Der Schweizerischen Bischofskonferenz empfiehlt er, mehr zu gesellschaftspolitischen Fragen Stellung zu nehmen. Endlich in Rom angelangt, wo im Vatikan die Gärten grüner als sonst sind, beklagt er die Christianophobie der Schweiz. Addio, Signore, lassen Sie uns nicht allein.

 
     
     
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