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Die Schweiz aus der Sicht der NZZ

31. Januar 2011 um 13:33

Die führende Zeitung der Deutschschweizer bürgerlichen Intellektuellen, Unternehmer und Politiker, die „Neue Zürcher Zeitung“ gab in ihrer Ausgabe vom 30. Januar Gelegenheit, ein umfassendes Bild des Landes zu entwerfen. Als immer noch dem Freisinn nahestehende Publikation, dies trotz zunehmend „grüner“ Kommentare, setzte Wirtschaftschef Peter A. Fischer ein Zeichen mit der Titelschlagzeile: „Optimistische Firmen – unsichere Politik“, wobei er warnend hinzufügte, wir stünden „noch“ gut da. Es sei „die gemütlich klagende Wohlstandsträgheit“, der wir uns als Herausforderung stellen müssten, wobei Fischer mit Sicherheit eher auf die Schweizer KMU und den Tourismus schielte als auf die Konzerne, die derzeit bei den Kantonen weibeln, um Steuersenkungen in Milliardenhöhe zu bewirken. Klaus Schwab, Partyveranstalter aus Davos, durfte immerhin aufrufen, „das langfristige Allgemeinwohl über kurzfristige Interessen zu stellen“, wurde aber wenige Seiten später gleich wieder von UBS-Präsident Kaspar Villiger abgefangen, der sagen durfte „Das Rückgrat unserer Wirtschaft sind nicht nur die KMU“, ein angesichts der Steuerleistungen des UBS-Konzerns mutiger Satz. Villiger warnte auch „Die ganz grossen (Unternehmen) sind heute alle in nichtschweizerischem Besitz und vergass den Hinweis, dass seine Generation den Ausverkauf zugelassen und sogar gesteuert hat. Bundesrat Schneider-Ammann durfte in der gleichen NZZ-Ausgabe dem Präsidium der Nationalbank den Rücken stärken, das den beiden Grossbanken höhere Auflagen machen möchte (weshalb Dr. Christoph Blocher den Rücktritt von SNB-Präsident Philipp Hildebrand verlangt hatte).

Wie üblich, hat in der NZZ das Feuilleton das letzte Wort. Dort wurde James Joyce-Forscher Fritz Senn als Zeuge aufgerufen, der prompt erklärte „Rätselhafterweise gibt es ständig irgendwelche Anlässe und Empfänge, die keiner braucht und bei denen ein paar Banalitäten abgesondert werden, die ohnehin jeder weiss. Es gibt so viele Leerläufe.“

Das Zeitbild der NZZ am Ende des WEF’s war, dank Senn, so schlecht nicht.

Ein Kommentar zu “Die Schweiz aus der Sicht der NZZ”

  1. Max Klimser

    Ich komm‘ aus Österreich und lese regelmäßig eure wunderbare „Neue Zürcher Zeitung“. Was sie sagen stimmt, aber der Feuilleton hat doch fast überall das letzte Wort, nicht wahr?

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