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Tagesarchiv für 21. Januar 2011

Deutscher Recke, gefallen

Freitag, den 21. Januar 2011 um 15:54

Heinrich von Pierer sieht sich am liebsten als deutscher Recke, der sogar leicht lächeln kann, wenn ihm der Sieg sicher ist. In letzter Zeit war dies nicht der Fall, weil er Millionen bezahlen musste, um sich der Verantwortung in einem der grössten Bestechungsskandale Europas zu entziehen. Ich erinnere mich: In Vorbereitung eines Auftritts in Luzern, wo er auf der Leinwand auftreten wollte, schrie er seine Mitarbeiter in München, obwohl nichts vorlag, derart grässlich an, dass ich mich heute noch daran erinnere. Heinrich von Pierer, ein deutscher Herrenmensch, ist gefallen. Heute sagt er: „Ich würde mich in vielen Dingen nicht mehr so verhalten.“ Sehen wir einmal, ob das mit einem Buch eingeleitete Comeback gelingt.

Das Volk will

Freitag, den 21. Januar 2011 um 15:54

Einst hiess es in Europa: Wenn das Volk es will, stehen alle Räder still. Diese Zeit ist rund um die Schweiz vorbei, nicht aber andernorts.

Überall in Afrika verbrennen sich jetzt einzelne Menschen vor den Regierungsgebäuden, um damit zu signalisieren: Wir haben genug von der Regierung und wollen den Umsturz wie in Tunesien. Fast so weit sind die Isländer, die von drei Privatbanken auf Jahre hinaus ruiniert wurden, weil die Regierung wichtige heisse Quellen ins Ausland verkauft haben. Die Isländer wollen wenigstens ihre Quellen behalten und demonstrieren gegen ihre Politiker, die Schuldenmanagement über nationale Wellness stellen. Es ist erstaunlich, wie die Völker wieder wollen. Das Schweizer Volk, gutwillig wie immer, lässt sich derweil entwaffnen, damit wirklich niemand vor ihm Angst haben muss.

Lieber nicht ins Inselspital Bern

Freitag, den 21. Januar 2011 um 15:54

Wer einen Schlaganfall hat oder eine Blutvergiftung, sollte lieber nicht ins Inselspital Bern gehen. Wie eine Untersuchung in 20 Schweizer Spitälern ergab, liegt dort das berühmte Inselspital auf den beiden letzten Rängen. Besser schneidet es, auf Platz 6, bei den Herzinfarkten ab, wird aber nach Längen geschlagen vom Spitalzentrum Oberwallis in Brig, das mit geringer Sterblichkeitsrate auf Platz 1 liegt. Wenn die Chefärzte allerdings Politiker werden, muss man die Rangfolge nochmals energisch überprüfen.

Warum Türken nicht Türken sind

Freitag, den 21. Januar 2011 um 15:54

Wenn die türkische Schwiegermutter ihre Schwiegertochter angreift, um sie in Verruf zu bringen, ist dies östlich des Bosporus ein halbes Todesurteil. Derlei Geschichten, die wir aus dem Harems der Ottomanen kennen, machen uns die modernen Türken unbeliebt. Es stimmt auch, dass die türkischen Männer oft „machos“ sind, die ihre besondere soziale Stellung hemmungslos ausnutzen. Es stimmt auch, dass die Türken konsumorientiert sind, bis es nicht mehr geht. Das wirkt auf bestimmte Westeuropäer abstossend. Dennoch sind mir die modernen Türken wie die gebildeten Türken der alten Schichten sehr sympathisch, verfügen sie doch über jene Vitalität, die wir vor 50 Jahren noch hatten. Nur die gebildeten Türken haben sich Westeuropa zum Vorbild genommen, vor allem Frankreich und (ein wenig) die Schweiz. Die anderen leben noch ihre Harems- und fascho-Träume. Von daher erwächst ihnen Widerstand.

Warum die „Weltwoche“ gelesen werden muss

Freitag, den 21. Januar 2011 um 8:38

Wäre ich ein ehrgeiziger Journalist gewesen, dem Christoph Blocher angeboten hätte, die „Weltwoche“ zu übernehmen, hätte ich es auch getan. Das merkwürdige ist nur, dass Roger Köppel genau das nicht zugeben will. Wie Crossair-Gründer Moritz Suter (heute Verleger der BaZ) hält er die Quelle seines plötzlichen Wohlstands geheim, publiziert aber fleissig SVP-Positionen.

Dennoch, die heutige „Weltwoche“ ist reich mit guten Artikeln, wenn auch mit wenig Inseraten ausgestattet, weil die Werbeberater bekanntlich mehr links sind, ganz wie viele Journalisten, welche Köppel nicht mögen.

Der Angriff in der jüngsten Ausgabe gegen Simonetta Sommaruga ist eine mehr rituelle Handlung, ebenso wie der gegen die CVP, wobei es mehr um die Verteidigung von SVP-Nationalrat Thomas Müller geht, der von Peter Spuhler zur SVP abgeworben wurde.

Die meisten Artikel machen echtes Lesevergnügen:

– Wie dem Schweizer Volk ein „Schweizer des Jahres“ verkauft wurde, der diesen Titel wohl kaum verdient hat.

– Wie Hans-Ulrich Bigler, der Direktor des Schweiz. Gewerbeverbandes endlich richtig aufgebaut wird; ein Freisinniger unter präsidialer SVP-Führung.

– Wie Walter de Gregorio die Verhandlungen mit Ottmar Hitzfeld beschreibt.

– Wie Roger de Weck eine neue SRG startet, die seinen – hohen – Ansprüchen genügen soll.

Um Monotonie zu vermeiden, verzichten wir auf weitere Aufzählungen. Jedenfalls ist die Nr. 3 des laufenden Jahres höchst lesenswert.

Die Chinesen investieren vernünftig

Freitag, den 21. Januar 2011 um 8:31

Wenn die Chinesen im USD bleiben, können sie nur Geld verlieren. Also ist es vernünftig, wenn sie die Währungen diversifizieren. Es ist noch vernünftiger, wenn sie in der ganzen Welt Direktanlagen vornehmen, denn damit partizipieren sie am wachsenden Wohlstand vieler Länder und Branchen. Der Vorwurf, sie würden damit Afrika und Lateinamerika erneut kolonialisieren, ist falsch. Sie leihen Milliarden aus, um in verschiedenen Staaten die Wirtschaft gezielt anzukurbeln, damit China aufgrund der steigenden Importe noch rascher als bisher wachsen kann. Das ist ein „fair deal“ und sicher besser als alle, die wir als Kolonialmächte angeboten haben. Unsere Obama-Hu-Weltregierung funktioniert so schlecht nicht.

Was machte die FDP falsch?

Freitag, den 21. Januar 2011 um 8:31

Es gab tatsächlich einen nationalen Trend, die FDP müsse sich gegen die immer stärker werdende SVP nach links absetzen, wie FDP-Nationalrat Philippe Müller bestätigt. Dieser gravierende politische Fehlentscheid, wie er schon bei dem Urner FDP-Nationalrat und späteren Parteipräsidenten Franz Steinegger beobachtet werden konnte, hat letztlich den Niedergang der FDP Schweiz ausgelöst. Es war nicht die Affäre Kopp, es war nicht der Zusammenbruch der Swissair, es war nicht die sich über Jahre hinstreckende Boni-Affäre, sondern schlichtes politisches Unvermögen, das die staatstragendste aller Schweizer Parteien an den Abgrund führte. Eine Umkehr wagte dann niemand mehr, vor allem nicht die kantonalen Partei-„Eliten“, die um ihre Ämter und Positionen bangten. Weil der „grüne Zug“ auch verpasst wurde, konnten „Grüne“ und „Grünliberale“ entstehen, die seither als eine politische Fata Morgana die Phantasie der Jugend anregen und aller „Bewegter“, die einen politischen Auslauf suchen.

Parteipräsident Fulvio Pelli, der in der Deutschen Schweiz noch nie einen Stich gemacht hat, schützt sich mit einem Kreis eng Verschworener, die auch keinen Weg mehr aus der politischen Falle sehen, welche sie sich selbst gebaut haben. Die SVP wartet derweil, ob sich die Reste der einst stolzen FDP-Granden besinnen, um gemeinsam das Land wieder regierungsfähig zu machen. Da dies nur mit erheblichen Gesichtsverlusten möglich wäre, muss die kommende Wahlniederlage hingenommen werden. Wer darunter leidet, sind nicht die Unternehmen des Finanzplatzes und die globalen Konzerne, sondern die KMU und der Schweizer Mittelstand, der SVP wählt, obwohl er FDP möchte.

Wie gewinnt man einen Krieg?

Freitag, den 21. Januar 2011 um 8:31

Die höchsten Pentagon-Offiziere machen dies wie folgt: Etliche 25jährige beobachten auf bis zu 30 Bildschirmen, wie die über Afghanistan fliegenden Drohnen die Landschaft sehen, einschl. der Gegner und der eigenen Soldaten. Sie hören gleichzeitig, wie ihre „commanders“ mit den Frontoffizieren sprechen oder dem rückwärtigen Hauptquartier. Sie sprechen auch mit den U2-Spionageflugzeugen, was diese sehen. Die jungen Menschen müssen dann innerhalb des Pentagon in einem „reporting system“ die „last news“ weitergeben, worauf die höchsten Offiziere, wenn sie nicht gerade bei einem „late dinner“ sind, den verlorenen Krieg fortsetzen. Die Afghanen lassen sich von diesem technischen Zirkus nicht beeindrucken und haben mindestens den ganzen Südosten des Landes längst unter Kontrolle.

Technik zerstört Tinguelys Kunst

Freitag, den 21. Januar 2011 um 8:31

Osram/Siemens und Philipps muten uns zu, die unzulänglichen und zum Teil gefährlichen neuen Birnen zu kaufen, deren Stromsparleistung sehr umstritten ist. Noch schlimmer geht es den Besitzern von Werken Jean Tinguelys. Wer diese oft mit Birnen besetzten Objekte kaufte, muss jetzt alte Glühbirnen hamstern, weil sonst das Werk seinen eigentlichen Charakter zu verlieren droht. Ist Tinguely deshalb noch seinen Preis wert? Ich meine nein, denn seine Zeitgebundenheit könnte nicht besser zum Ausdruck kommen.

 
     
     
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