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Tagesarchiv für 11. Januar 2011

„Schweizer des Jahres“ mit beschränkter Laufzeit

Dienstag, den 11. Januar 2011 um 10:12

Ringier und die alte SRG SSR idée suisse haben sich mit der zurückgetretenen Unterhaltungschefin zusammengetan, um den „Schweizer des Jahres“ zu kreieren, brauchen beide doch Heldinnen und Helden, um ihren Lesern und Zuschauern etwas bieten zu können. Einen grossen Inserenten und Werbeberater hat man gleich mit eingebunden.

Nicht einmal im hauseigenen „SoBli““ mochte ein Journalist den Bericht über den Anlass zeichnen, war er doch auch zum neunten Mal weniger zum Feiern als zum Heulen. Die Sieger waren massentauglich, beliebig und eher zufällig Zu den Verlierern zählte auch das Pat und Patachon-Päar Dölf Ogi und Moritz Leuenberger. Ogi kann man zugute halten, dass er den Lötschberg-Basistunnel beim Volk durchgesetzt hat, aber Moritz?
Was wären die echten Schweizer des Jahres?

-Patrick Aebischer, weil er in Lausanne im Begriff ist, eine grossartige technische Hochschule aufzubauen.
-Sepp Blatter, weil kein Schweizer weltweit derart leuchtet wie der FIFA-Chef. Weil unsere Medien dies nicht verstehen wollen, leisten sie sich mickrige Angriffe.
-Philipp Hildebrand, weil der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, für den Franken und die Erahltung unseres Wohlstands bisher sehr erfolgreich gekämpft hat.

Ein Hoffnungskandidat für 2011 ist für mich der neue SRG-Generaldirektor Roger de Weck, aber nur, wenn er derartige Sendungen wie „Schweizer des Jahres“ auf diesem Niveau abschafft. Christoph Blochers Populismus muss man dem gegenüber als brillant loben.
Als „Europäer des Jahres“ schlage ich Arnold Schwarzenegger vor. Welchem Europäer ist es schon gelungen, zweimal Regierungschef eines grossen US-Bundesstaates zu werden? Daraus entsteht eine der grossen Legenden der Alten wie der Neuen Welt.

Ausverkauf bei Avenir Suisse

Dienstag, den 11. Januar 2011 um 10:09

Neue Besen kehren gut, weshalb Dr. Gerhard Schwarz, der neue Direktor von Avenir Suisse, zuerst einmal einen Ausverkauf aller bisherigen Publikationen seines Vorgängers Dr. Thomas Held in die Wege geleitet hat. Für CHF 10.– pro Stück, das ist Modernes Antiquariat, kann man jene 100 Publikationen erstehen, mit welchen Thomas Held, Boris Zürcher, Katja Gentinetta und viele andere die langsam sich vorankämpfende Schweiz verändern wollten. Die Helden des Neo-Liberalismus haben „Avenir Suisse“ ins Leben gerufen; jetzt ist ein Ordo-Liberaler am Werk, der an die Stelle der Quirligkeit des Bisherigen den langen Atem des Künftigen setzen will. Die Held’sche Revolution kann billig erstanden werden.

Röpke und die Moralzehrer

Dienstag, den 11. Januar 2011 um 9:31

Als die Schweizer Bankiers noch bestimmten, was in ihren Häusern geschah, zitierten sie gerne den in Genf lehrenden Ökonomen Wilhelm Röpke. Seit die US-Amerikaner und Deutschen bei UBS und CS das Sagen haben, ist Röpke praktisch in Vergessenheit geraten. Dieser, der sich lieber als Tischler im Berner Oberland denn als Millionär (man sprach damals noch nicht von Milliardären) sah, warnte stets vor den „Moralzehrern“, die der Zerstörungskraft des freien Marktes dienen. Die Auseinandersetzungen um Boni, hohe Kreditzinsen für kleinere KMU und tiefe Saläre für Schweizer Bankangestellte gegen hohe für Amerikaner, beruht letztlich auf der Röpke’schen Frage, wie viel „Moralzehrer“ eine Gesellschaft sich leisten wolle. Dazu zählen auch die von den Regierungs- und Staatsräten, und nicht zuletzt von der FDP und SVP geförderten pauschalbesteuerten 4 500 Ausländer, denen, wie der Fall Zürich zeigt, an Moral und gesellschaftlicher Mitwirkung wenig, an der eigenen Kasse aber viel gelegen ist.

Schweiz schlägt Finnland bei weitem

Dienstag, den 11. Januar 2011 um 9:28

Viel ist davon die Rede, die Finnen hätten eine bessere Schulausbildung als wir Schweizer. Das mag für die letzten 20-30 Jahre in Teilen zutreffen, aber genügt das? Finnland war bis vor einer Generation bitter arm. Nokia, der finnische Superkonzern der Telekommunikation, war im Holz- und Papiergeschäft wie in der Herstellung von Gummistiefeln erfolgreich. Das war zu wenig.

Dann stiefelte ich mit Nokia-Präsident Kairamo durch Westeuropa, um die neue Nokia aufzubauen, ein europäisches High-Tech-Unternehmen. Kairamo stellte den alten Konzern auf den Kopf, überzog Schweden, England, Frankreich und Deutschland mit Werbe- und PR-Kampagnen, die einem Feldzug glichen. Nokia stand an der Grenze zum Bankrott; Kairamo ging noch einmal in die heimische Sauna, um sich danach am Gartenzaun zu erschiessen.

Erst seine Nachfolger machten aus Kairamos „furor“ einen Weltkonzern. Jetzt sind dessen Aktien wieder auf ein Zehntel ihres Wertes gesunken. Die Finnen haben ihr Selbstvertrauen längst wieder verloren; Nokia wird von einem Kanadier geführt. Wir in der Schweiz sind unendlich breiter verankert. Wenn die Banken uns nicht ruinieren, die ohnehin keine Steuern bezahlen, die Mitarbeiter in der Schweiz schlechter bezahlen als im Ausland und den Parteien keine Spenden mehr bezahlen (UBS), haben wir alle Chancen der Welt.

Der Notter-Schnellzug hält auf freier Piste

Dienstag, den 11. Januar 2011 um 9:28

Zürichs langjähriger kantonaler Justizdirektor, der selbsternannte „Geniesser“ Markus Notter, wird Anfang Mai, von seinen Mitarbeitern mit einem Fitness-Abo ausgestattet, gerade einmal 50jährig, in den vorzeitigen Ruhestand treten. Er, der Bundesrat werden wollte, wird nun bereits von der jungen SP-Generation, einem Cédric Wermuth, bedrängt. Notter, der seine Mitarbeiter gerne an der langen Leine führt, will „aus dem Schnellzug aussteigen“, in welchem er als Politiker seit über 20 Jahren lebte. Vom Schnellzug hat ausser ihm nie etwas gespürt. Jetzt hält die Lokomotive auf freier Piste. Weiterfahrt ungewiss.

 
     
     
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