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Tagesarchiv für 10. Januar 2011

Doris Leuthard im Europaformat

Montag, den 10. Januar 2011 um 12:32

Horst Seehofer und CSU-Landesgruppenchef Friedrich blicken wie zwei Saurier auf unsere zierliche Bundesrätin Doris Leuthard hinab, durchaus wohlwollend, wie die Mundwinkel zeigen, auf dieses Schweizer Schnäppchen, dessen Attraktivität unübersehbar ist. Was die Leuthard sagt, hat in den deutschen wie Schweizer Medien, nicht einmal in der „NZZ“ interessiert. Unser CVP-Superstar wirkt auf Europas Bühnen sehr klein. Was hat sie eigentlich erreicht?

Martin Suter, der Markenkünstler

Montag, den 10. Januar 2011 um 12:31

Würde sich der erfolgreichste Schriftsteller der Schweiz, Martin Suter, weiterhin als Werbeberater bezeichnen, müssten wir ihn zum Markenkünstler ernennen, hat er doch aus seiner Ich-Marke sehr viel gemacht. Als Schriftsteller, der er sein möchte, eine Wiederkehr von Georg Simmel und Hedwig Courths-Mahler, als schlichter Schreiber, „ohne Adjektive und mit kurzen Sätzen“ (Hannes Hintermeier, FAZ), kommt er der deutschsprachigen Pisa-Bevölkerung entgegen, die kaum noch komplexe Sätze zu lesen oder zu verstehen vermag. Einfaches Volk braucht einfach zu verstehende Marken, McDonalds ist mein Zeuge. Adolf Muschgs Nachfolge als „Gewissen der Schweiz“ bleibt offen.

SRG: de Weck verspricht mehr Aufklärung

Montag, den 10. Januar 2011 um 10:09

Pünktlich zum Jahresbeginn hat einer der besten Publizisten der Schweiz, Roger de Weck, der neue Generaldirektor der SRG, der den Armin Walpen’schen Schwalbenschwanz der „idée suisse“ abgelegt hat, ohne die Idee selber verraten zu wollen, sein neues Programm in sieben Leitlinien vorgelegt. Entscheid daran ist, dass der gebildete Grossbürgersohn, Mitglied des niedrigen Freiburger Adels, aus einer Bankiersfamilie stammend, die auch den Papst beraten hat, sich zum Prinzip der europäischen Aufklärung bekennt. De Weck will dem Publikum Zugang zu komplexen Zusammenhängen verschaffen.

Da ich kaum noch fern sehe und das Walpen/Deltenre-TV schon gar nicht, will ich nun sehen, ob der ehemalige „Tagi“- und „Zeit“-Chefredaktor, der in beiden Fällen ohne Zieldurchlauf ausgeschieden ist, beim dritten Anlauf seine Aufgabe erfüllt. Es ist eines, das Gute, Schöne und Wahre zu predigen, aber etwas anderes, dies mit einem Kader zu leisten, das derlei Ziele unter wachsendem Druck von aussen und dem Einfluss von Emotionen von innen leisten soll. Wir sind inmitten eines grossartigen Wahljahres und eines Jahres grosser wirtschaftlicher Unsicherheiten; es wird deshalb auch ein Jahr der Bewährung für den neuen SRG-Chef.

Der päpstliche Schamane

Montag, den 10. Januar 2011 um 10:09

Einen Teil meines Schlafes opferte ich, um zu späterer Stunde den ARD-Film über den Vatikan und am gleichen Abend NZZ-Format über schweizerisch-deutsche kirchliche Dienstleistungen zu sehen. Papst Benedikt XVI. liess sich, begleitet von Sekretär Gänswein, in einem sehr attraktiven Film als Schamane ablichten, der die Menschen mit dem Göttlichen verbindet. Dieser Anspruch ist ursprünglich schamanisch. Er wurde unterstützt durch Ansichten des Vatikans, die in seine Katakomben (unten) führten und den Blick von oben aus dem Heli auf die Gesamtanlage erlaubten. In diesem Reich zwischen unten und oben, Mensch und Gott, hatte nur ein Novize Angst, er könne seiner Aufgabe nicht genügen. Papst, Sekretär, Kardinäle und viele Sicherheitsbeauftragte, die den christlichen Schamanen schützen, waren ihrer Sache sicher. Die seit langem mehr dekorative Rolle der Schweizer Garde, die wesentliche Schutzfunktionen an die Italiener abgeben musste, war unübersehbar. Der Papst selber trat nicht als intellektueller Theologe auf, der die römisch-katholische Kirche durch schwieriges Wasser steuert, sondern als lächelnder, schweigender und winkender Schamane.

„NZZ Format“ publizierte am gleichen Abend in der Folge einen freundlichen Plauderfilm über Religion, wo die Zürcher Grossmünster-Pfarrerin Kathy la Roche davon sprechen durfte, dass die Menschen nicht verlernen dürften, die Zeichen der Kirchengemäuer zu lesen. Sonst war viel von Hilfsbereitschaft und christlicher Zuversicht die Rede. Aufklärung null, Schamanismus pur.

Kranke Prämien

Montag, den 10. Januar 2011 um 10:08

Die Krankenkassenprämien stehen seit 2005 zuoberst auf der Sorgenskala von Herrn und Frau Schweizer. So auch in der jüngsten Umfrage von Ende 2010. Die SP will unterdessen den Kapitalismus überwinden, die FDP den Inzest legalisieren, die SVP einen alternden Milliardär in den Ständerat schicken und die CVP ist noch etwas narkotisiert vom Präsidialjahr Doris Leuthard’s.

Das Thema der Krankenkassenprämien dient nicht einmal mehr als Wahlkampfschlager. Die dauernde Unfähigkeit und der Unwille der Politiker, das sich für das Schweizer Volk und insbesondere den Mittelstand zur Katastrophe entwickelnde Schlamassel der Krankenkassenprämien zu beheben, hinterlässt Spuren in den Köpfen der Wähler. So werden Wutbürger gezüchtet.

Die Vereinigung der Pharmafirmen in der Schweiz will in den steigenden Gesundheitsausgaben eine positive Wirkung auf das Wirtschaftswachstum sowie auf die Wohlfahrt der Bevölkerung ausgemacht haben. Welchen Teil der Bevölkerung sie damit meint, verschweigt sie. Der Mittelstand gehört nicht dazu.

Oliver Bertschinger

 
     
     
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