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Tagesarchiv für 3. Januar 2011

FDP im Januar-Tiefschlaf

Montag, den 3. Januar 2011 um 15:43

Während die SVP stürmt und, mit Ausnahme des Parteipräsidenten Toni Brunner, endlich die 30 %-Grenze nehmen möchte, liegt die einstige Wirtschaftspartei FDP im winterlichen Tiefschlaf. Der Jahresauftakt war für die Freisinnigen miserabel: Während Dr. Christoph Blocher die Innen- wie die Aussenpolitik bestimmt, hat sich Fulvio Pelli unsichtbar gemacht; von seinen beiden Bundesräten Didier Burkhalter und Johann Schneider-Ammann ist nichts zu hören. Der Schweizer Wirtschaft (zuständig Schneider) geht es trotz Frankenstärke gut, innenpolitisch (zuständig Burkhalter) haben wir bis den Herbstwahlen 2011 keine ernsthaften Probleme zu erwarten.

Der Ur-Zürcher Freisinnige Walter Kielholz (SwissRe, Credit Suisse) macht derweil die FDP Schweiz im „Sonntag“ zur Sau:

– Zufriedenheit mit der FDP sei „eine rhetorische Frage“.
– Diese haben „in wesentlichen Fragen“ (Anm.: Was an dieser Stelle schon seit 5 Jahren beklagt wird.) die Themenführerschaft abgegeben.
– Die Wirtschaftskompetenz werde ihr nur noch „von einem kleinen Teil der Bevölkerung“ zugestanden.
– Sie habe auch keine Unternehmer-Persönlichkeiten mehr.

CS-Banker Walter Kielholz macht die FDP fertig, derweil die UBS schon seit längerer Zeit keine Beiträge mehr an den Freisinn zahlt. Es ist unglaublich, wie die beiden Parteipräsidenten Franz Steinegger (UR) und Fulvio Pelli (TI) diese Säule der Schweizer Politik vernichten durften. Mehr denn je ist die FDP Schweiz eine Nagelfluh-Partei, kein festes Gestein mehr, sondern eine Summe divergierender Interessen. So darf angenommen werden, dass die parteiinternen Entscheider jetzt schon die Zeit nach der voraussehbaren Wahlniederlage personell planen. Fulvio Pelli fordert den Rücktritt des Bundesrats-Teams Burkhalter/Schneider für den Fall einer solchen Niederlage. Mit einer neuen Rochade im Bundesrat könnte er, als „genialer Stratege“, wie ihn sein engeres Umfeld nennt, nochmals seinen Kopf retten. Warum Burkhalter/Schneider aber zurücktreten sollten, wo doch ihre Partei den Schaden verursacht hat, bleibt vorerst rätselhaft.

Ist die FDP in diesem Wahljahr 2011 überhaupt noch zu retten? Sie hat nur die Chance eines Überraschungs-Angriffs, der während sechs Monaten durchgezogen wird. Dazu gehören:

– Intelligenz und Kraft für einen Wahlkampf-Kurswechsel
– Viel Geld
– Die konsequente Mitwirkung der Aushängeschilder der Partei: Didier Burkhalter und Johann Schneider-Ammann
– National bedeutende politische Auftritte, eine „roadshow“ mit Klasse.
– Eine schlagkräftige Innenpolitik, welche an den Interessen der Wähler ausgerichtet ist.

Im Kanton Zürich sind schon in knapp drei Monaten Wahlen. Von der kantonal-zürcherischen FDP, der Erbin Alfred Eschers, liess sich noch gar nichts vernehmen. Wahrscheinlich haben die Zürcher Freisinnigen den Wahlkampftermin einfach vergessen.

Wie teuer kommt uns die UBS?

Montag, den 3. Januar 2011 um 13:20

Zuletzt waren es noch 17.5 Mia. Franken, mit welchen wir via Nationalbank des UBS-Konzerns Überleben sicherten, d.h. den ausländischen Aktionären, denen die UBS gehört, den ausländischen Managern, welche die UBS führen und den us-amerikanischen UBS-Managern, deren hohe Einkünfte wir garantieren. Jeder Schweizer bürgt für die UBS; sie sponsert dafür einen Teil unserer Wanderwege.

Einreiseverbot für Götz Werner und Susanne Wiest

Montag, den 3. Januar 2011 um 13:20

Zwei gefährliche Deutsche, die Julian Assange in nichts nachstehen, sollten wir prophylaktisches Einreiseverbot erteilen: dem Drogerieunternehmer Götz Werner und der Greifswalderin Susanne Wiest. Beide verfügen über beträchtlichen Charme, Götz Werner auch über viel Geld, aber ihre Botschaft vom bedingungslosen Grundeinkommen ist wie Kalk, das, unter Wasser gesetzt, ganze Regionen zerstören kann.

Die Prophetin Susanne Wiest, spitze Nase, kariertes Kleid, verlangt monatlich Euro 1500,– für jeden Erwachsenen und Euro 1000.—für jedes Kind. Götz Werner, ein Anthroposoph („Einer, der die Menschen liebt“) sekundiert: „Was früher eigener Grund und Boden war, ist heute das Grundeinkommen; das Äquivalent zum freien Mann auf freier Scholle.“

Beide nehmen Karl Marx vorweg, der im vollendeten Kommunismus einen gesellschaftlichen Zustand erträumte, wo die Produktivität derart hoch sei, dass der Mensch nur noch einen Tag in der Woche arbeiten müsse, um seine Bedürfnisse erfüllen zu können. Marx lebte in einer anderen Gesellschaft als wir, nicht der Wohlstandsgesellschaft von heute.

Freien Boden erhielt in Europa nur, wer sich von der Sklaverei freikaufen konnte. Einzig die Schweizer schafften es, dem Joch der fürstlichen und bischöflichen Sklavenhaltung der anderen Europäer zu entgehen. Der Wohlstand der Schweiz beruht auf der Arbeit von Generationen, weshalb nicht angenommen werden kann, dass wir irgendwelchen Schmarotzern, die in der Schule nicht lernen und später nicht arbeiten wollten, ein bedingungsloses Grundeinkommen garantieren sollen. Schon gar nicht deutschen Zuwanderern, die derlei propagieren.

Das zweite Bein für Journalisten

Montag, den 3. Januar 2011 um 10:38

Weil Journalismus angesichts der Marktzwänge und der Eskapaden ihrer Verleger nicht mehr als sicherer Beruf gelten darf, tun gerade die ehrgeizigsten unter ihnen gut daran, sich ein zweites Bein zu sichern. Martin Meyer, Feuilleton-Chef der „NZZ“, einer der besten seines Fachs im deutschsprachigen Europa, betreut schon lange die Gesellschaft für Aussenpolitik in Zürich, wo seine glanzvollen Eröffnungsreden manch’ dünnere Folgerede auszugleichen vermochter. Kari Lüönd, bester Medienjournalist der Schweiz, kann davon nicht leben, sondern hat sich als Autor zahlreicher Unternehmerbücher hervorgetan,wo er heute in der Schweiz eine zweite Spitzenstellung einnimmt. Er schreibt schneller als der legendäre Dr. Heinz Brestel, bis zu 50 000 Zeichen am Tag, der legendäre Finanzjournalist der FAZ, der, in Zollikon ansässig, seither keinen gleichwertigen Nachfolger mehr gefunden hat.

Der ordinäre Journalist, einem höheren Einkommen ohnehin zugeneigt, weil es die Zweitfamilie zu finanzieren gilt, begibt sich gerne in die PR-Branche. Nicht jeder schafft es, wie Peter Hartmeier, damit seinen Lebensabend zu vergolden.

Eine sehr häufige Lösung ist es, sich ein Restaurant zuzulegen, wie es soeben Werner de Schepper, mediales Multitalent aus den Häusern Ringier und Peter Wanner (az medien) getan hat. Nicht jedem gelingt es jedoch, eine Trägerschaft von dieser Qualität zusammen zu stellen: Werner de Schepper mit Alex Capus und Pedro Lenz eröffnen am 7. Januar ab 17.00 Uhr in Olten das Restaurant „Flügelrad“, direkt am Bahnhof, wo sich trotz ICE immer noch „toute Suisse“ einfindet. Weil Schriftsteller und Journalisten sehr sozial sind, gibt es ganze Menus für die vorbei eilenden Schüler und Studenten bereits ab CHF 17.– Im Gewölbekeller „Säli“ wartet der grösste Eichentisch der Schweiz auf Teams ab 15 Personen. Der Koch kommt aus der „Chesery“ in Gstaad. Merke: Denken, Essen und Trinken fallen bei guten Journalisten zusammen.

Medusa weint

Montag, den 3. Januar 2011 um 10:38

Weil der Paul Zsolnay Verlag ein intelligentes Haus ist, lohnt sich ein Blick auf das Verlagsprogramm. Im Jahr 2010, das zu einer ersten Beurteilung einlädt, wurde eine Auswahl des Programms im Zeichen der weinenden Medusa angeboten. Die vielen Edelkrimis von Igal Shamir bis Henning Mankell und Richard Stark reflektieren die Unsicherheit einer Gesellschaft, die tagsüber von Langeweile gequält wird. Gleich aber wird das Innenleben des Kätzchens „Leo“ angeboten, Symbol für innere Kräfte in einer aussichtslos scheinenden Zeit. Muntere Familienromane und Beziehungskisten, teilweise eingebettet in die Zeitgeschichte, dienen der individuellen Positionierung des Lesers. Wilfried Steiner steigert dies mit „Bacons Finstrnis“, welche die unsrige durchsichtiger macht. Mit Lebenshilfe geht es weiter: „Rosina“ reift durch eine Krise, Josi („Bevor ich schlafen kann“) flieht vor ihrem homosexuellen Mann. Das in Verlagsprospekten übliche Sammelsurium im hinteren Teil des Prospekts erhält Gewicht durch „Im Wald der Metropolen“ von Karl-Markus Gauss, den nicht zu lesen eine Schande ist.

Es ist ein Verlagsprogramm, das den darbenden Deutschen hilft, die schlimmen Zeiten durch Einsicht (oder den Anschein davon) besser zu überstehen.

Dumme Redensarten

Montag, den 3. Januar 2011 um 10:38

„Der Job hat mich zuweilen an meine Grenze gebracht“, sagt Thomas Hug, Erster Staatsanwalt in Basel, der jetzt abtritt. Was soll dieser Satz aussagen? Jeder Mensch kommt zuweilen an seine Grenze; das ist kein besonderes Leistungsmerkmal. Stellt jemand eine verrückte Behauptung auf, muss er im nächsten Satz nur bestätigen „Wie internationale Studien sagen….“ Solche Studien, werden nicht Ross und Reiter genannt, gibt es zuhauf und sind meist wenig wert. „Unser Land steht vor einer entscheidenden Weichenstellung“, so FDP-Präsident Fulvio Pelli, der seine Parteiarbeiter damit auffordert, öfter auf die Strasse zu gehen, um sich zu zeigen. Die Schweiz steht keineswegs vor einer „entscheidenden Weichenstellung“, wohl aber die FDP, wenn sie die Herbstwahlen 2011 verliert.

 
     
     
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