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Tagesarchiv für 29. Dezember 2010

Coop hilft armen Schweizern

Mittwoch, den 29. Dezember 2010 um 9:26

Früher haben wir Päckchen in die DDR und andere Ostblock-Staaten gesandt; Zürich war eine bedeutende Drehscheibe für diese Versände aus ganz Europa in arme Nachbarstaaten. Heute spendet die Coop Waren im Wert von über einer halben Million Franken zugunsten von „Menschen, die den Rhythmus der modernen Arbeitswelt einfach nicht mehr mithalten können“, „Eltern“, die weder sich noch den Kindern etwas gönnen können“ oder „Familien, deren Einkommen einfach nicht ausreicht, um Steuern und Krankenkassen zu bezahlen“. Am 2. Januar fährt ein Postauto durch die Schweiz (eines!) und sammelt Pakete mit überflüssigen Weihnachtsgeschenken ein, die dann an das Prekariat verteilt werden. So präzise wurde Armut in der Schweiz, einem der reichsten Staaten der Erde, noch nie beschrieben. Wer glaubt, der Schweizer Mittelstand könne sich dem Prozess der Verarmung, wie wir dies in England und Deutschland beobachten, entziehen, irrt gewaltig. In Ungarn hat die konservative Regierung dem Volk soeben die Einzahlungen in die 2. Säule gestohlen, 13 Mia. Franken, 8% des Monatseinkommens eines jeden Ungarn, um den Staatshaushalt zu sanieren. Ist nun jeder siebte Schweizer arm oder schon jeder sechste? 2011 wird weisen, wohin die Richtung geht.

St. Galler wollen neue SBB-Tarifstruktur

Mittwoch, den 29. Dezember 2010 um 8:26

Kaum jemand hat diesen klugen Vorschlag aus dem Osten der Schweiz ernst genommen. SBB-VRP Dr. Ulrich Gygi, oberster Verteidiger des Staatskonzerns, lehnte ihn sofort ab, weshalb die Schweizer Medien das Thema gleich wieder vergassen. Worum geht es? Kurt Weigelt, Direktor der IHK St. Gallen, will das aus dem 19. Jahrhundert stammende Tarifmodell der SBB, das auf der Streckenlänge beruht, durch einen „Tempotarif“ ablösen. Danach muss mehr bezahlen, wer schneller fährt. Die Ostschweizer sind ohnehin mit den Leistungen der SBB wenig zufrieden. Sie zahlen, wie alle Schweizer, beträchtlich via Steuern an die SBB, erhalten aber mit 720 Mio. Franken nur 1,6 % der SBB-Investitionen. Gygi, vor einem Schuldenberg stehend, blieb taub auf diesem Ohr.

UBS-Chefökonom belehrt die USA

Mittwoch, den 29. Dezember 2010 um 8:26

Wenn UBS-Chefökonom Andreas Höfert spricht, ist dies eine Stimme mit „autoritas“, steht dahinter doch die grösste, wenn auch nicht die bestgeführte Schweizer Bank. Höfert widmet sich dem „Trilemma des amerikanischen Traums“ und kommt zum Schluss: „Die Amerikaner könnten endlich zur Kenntnis nehmen, dass Sparsamkeit die einzige Möglichkeit ist, langfristig nachhaltiges Wachstum und den ersehnten Handelsbilanzüberschuss zu erreichen.“ Da die reichsten zehn Prozent der US-Amerikaner für ein Drittel des Konsums verantwortlich sind, darunter viele UBS-Mitarbeiter in den USA, darf nicht damit gerechnet werden, dass die Höfert’sche Empfehlung auf offene Ohren trifft. Die Obama’schen Steuerentscheide, wie sein Geld-Wasserwerfer FED auch, machen deutlich, dass Höfert in Washington nicht über jenen Einfluss verfügt, den zu vermuten man geneigt wäre.
Es ist ohnehin stets überraschend, wie unsere Käseblätter aus dem Thurgau oder der Innerschweiz sich stets bemühen, die Welt zu belehren. Dahinter steht die Haltung, an unserem Wesen könne die Welt genesen. Welcher Irrtum! Wir sind ein Sonderfall, der in 150 Jahren geschaffen wurde, aber auch ein Auslaufmodell, weil wir an einer Vision festhalten, die längst zur Halluzination geworden ist. Merke für 2011: Die Schweiz ist ein Standort für die Superreichen der Welt und deren Firmen geworden; die „alte Schweiz“ wird subventioniert und geistig der SVP ausgeliefert.

 
     
     
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