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Tagesarchiv für 20. Dezember 2010

Ist die Arbeit für McKinsey eine Schande?

Montag, den 20. Dezember 2010 um 13:57

Einst waren die Berater von McKinsey die Elite der Schweizer Wirtschaft. Jedes Unternehmen, das auf sich hielt, dazu auch etliche Bundesverwaltungen, liebten es, auf ihren Analysen den McKinsey-Stempel zu sehen, der nicht billig zu haben war. Angriffe gegen ihre Kultur, die von Quincy Hunsicker in der Schweiz aufgebaut worden war, nahmen die „Meckies“ locker und interpretierten sie als puren Neid. Dem Aufstieg der Stars folgte der brutale Absturz: Lukas Mühlemann, unter der Patronage von Ulrich Bremi und Rainer E. Gut, brachte die Credit Suisse in Schwierigkeiten, Peter Wuffli musste den UBS-Konzern vorzeitig verlassen und Thomas Wellauer geriet bei der Winterthur Versicherung an seine Grenzen. Danach galt es nicht mehr chic, sich zu McKinsey zu bekennen. Bestes Beispiel ist die heute 70jährige „Industrielegende“ Hans Widmer, die bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts McKinsey in der Schweiz sehr erfolgreich führte, heute aber jeden Hinweis darauf vermeidet. Während die alten Beratungsfirmen im US-Stil (Boston Consulting, Roland Berger) eher Mühe haben, blüht das Geschäft des einstigen Aussenseiters Prof. Dr. Fredmund Malik in St. Gallen. Malik Management setzt auf integrales Vorgehen und gutes Management-Handwerk. Die us-amerikanischen Höhenflüge waren dem erfolgreichen Ulrich-Schüler stets unheimlich.

Glauben, zahlen, gehorchen

Montag, den 20. Dezember 2010 um 10:42

Schon Hermann Hesse, der Siddharta ein leidenschaftliches Portrait schenkte, schrieb: „Es ist gleich, was Du glaubst; wichtig ist, dass Du glaubst.“ Nach diesem Modell füllen die Freikirchen, darunter vor allem deren „Rolls Royce“, die ICF, die Hallen mit vorwiegend sehr jungen Menschen, die Gemeinschaft suchen, gerne „geil“ und „krass“ hören und nicht in Kirchbänken sitzen, sondern die Hüften schwenken möchten. Für Mädchen gilt: schwenken ja, schwängern nein. Wie in Lateinamerika, sind es Kirchen für die soziale Unterklasse, wo ICF-Guru Leo Bigger, ein Polo-Hemd-Typ, sagt: „Der Zehnte (Anm. des Einkommens) gehört Gott. Ich kann nicht erwarten, dass er mich überaus segnet, wenn ich nicht einmal bereit bin, was ihm zusteht, zurückzugeben.“ Damit nimmt Bigger jährlich Millionen ein. Weil Bigger, wie jeder Missionar auch, eine wachsende Kirche will, bietet er soziale Dienste an. Viele kantonale Ämter haben ihn schon anerkannt und arbeiten mit ihm zusammen. Er unterläuft damit die Staatskirchen, die, wie die Reformierte Kirche der Stadt Zürich, auf Millionen sitzen, ohne sie der Wohlfahrt zugänglich zu machen.

Juncker, der Umfaller

Montag, den 20. Dezember 2010 um 9:33

Lange galt er als letzter grosser Freund der Schweiz, Jean-Claude Juncker, letzelburgischer Präsident und in Brüssel Chef der Euro-Gruppe. Juncker liess die Schweiz fallen, als es um die Verteidigung des Bankgeheimnisses ging; dass er dies aus seiner Sicht mit Geschick tat, ist seine Sache. Jetzt ist er zum zweiten Mal umgefallen: Mit seiner Forderung, Euro-Anleihen aufzulegen, um die tief verschuldeten Staaten der EU abzusichern, schafft er eine Transferunion, die er vor dem Euro selbst ablehnte. Juncker ist ein grosser Europäer, der auf Kosten Deutschlands eine Staatengemeinschaft schaffen will. Vielleicht hat er sogar recht, aber konservative Sparer und Zahler können an seiner Politik keine Freude haben.

Die politische Pantomime als Kunstform

Montag, den 20. Dezember 2010 um 9:33

Pantomimen sind derzeit offiziell nicht „in“, obwohl diese Kunstform gerade in der Politik blüht. Was in der Tessiner Pantomimenschule mit Erfolg gelehrt wird, sich ohne Sprache kunstvoll zu verständigen, ist gerade in der Politik zur höchsten Entfaltung gebracht worden. In Bern gestikulieren kunstvoll aufgebaute Pantomimen beiderlei Geschlechts, indem sie lächeln oder traurig sind, den Körper kunstvoll einsetzen (Doris Leuthard), selbst wie Dimitri auftreten (Micheline Calmy Rey), den Bauern am Gewehr geben (Ueli Maurer) oder den SP-Adel demonstrieren (Simonetta Sommaruga). Was sie dem Volk mitzuteilen haben, ist meist bedeutungslos, oft sogar falsch. Es sind Pantomimen, eben.

 
     
     
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