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Tagesarchiv für 17. Dezember 2010

Helden gesucht

Freitag, den 17. Dezember 2010 um 11:11

Weil die soziale Normung zunimmt (siehe UBS neue-Kleiderordnung), sucht die Gesellschaft Helden. Sie findet sie im Film „Des hommes et des dieux“, wo eine Mönchsgemeinschaft zusammen in den Tod geht. Diese Handlung macht die Stärke des Films aus. Vergessen wird, dass zu Beginn einige Mönche, nicht nur der Filmrhetorik wegen, eine Flucht vor der Bedrohung vorziehen, dann aber dem Sozialdruck der Gruppe und ihres Führers unterliegen,bleiben und sterben. Es ist schön, den Heldentod anderer zu bewundern, aber wir vergessen den Respekt vor demjenigen, der die Kraft zur Verweigerung auf sich nimmt. Die im Berner Oberland vor zwei Jahren beim Aufstieg auf einer Krete abgestürzten Rekruten hätten einen solchen „Helden der Vernunft“ gebraucht, um angesichts einer fragwürdigen Führung nicht zu jung abzustürzen. Das Menschenopfer, zumal halbwegs freiwillig erbracht, ist tief in unserer Kultur verwurzelt. Gerade deshalb wüsste ich gerne mehr über die Psyche aller Beteiligten, die Zwänge, denen auch die Mörder ausgesetzt waren (wobei heute noch bei Historikern umstritten ist, wer die Tat wirklich auslöste), um mir ein Urteil zu bilden, was in Tiberine vorgefallen ist. Solange bleibt der Film nur eine gut gefilmte Erzählung für mich.

Schweiz Tourismus wirbt für Oesterreicher

Freitag, den 17. Dezember 2010 um 9:20

Weil die grandiosen Bündner Touristiker zwei Jahre erfolglos verhandelten und auch selber keine Lust mehr hatten, in die Savognin-Bergbahnen zu investieren, wirbt Schweiz Tourismus jetzt für die österreichische Unternehmerfamilie Schröcksnadel, welche die Bündner Prestige-Bergbahnen gekauft hat. Leo Jeker, der mit seinen Freunden Kasse gemacht hat, leugnet, dass die österreichischen Wintersport-Manager die härtesten Konkurrenten der Schweiz sind, was ganz natürlich ist, da sie ihn saniert haben.

Dieser Fall zeigt, dass die Schweizer Bergkantone kein wirkliches Tourismus-Konzept haben. Am Ende steht der Ausverkauf der schönsten Plätze ins Ausland:

– Die Kantone haben kein Rezept.
– Die Banken haben kein Rezept.
– Wir haben keine eigenen Unternehmer mehr, die Millionen investieren wollen.

Urs Zenhäusern, der Walliser Tourismus-Direktor, bezeichnet alleine in seinem Kanton das Investitionsdefizit mit Fr. 2 Mia. Die Urner verkauften Andermatt an Samih Sawiris, die Luzerner ihre schönsten Hotels an Russen und Araber. Im Berner Oberland steht die Welt still.

Schweiz Tourismus soll weiter Werbung für den Standort Schweiz machen. Doch werden die Filetstücke bald nicht mehr in den Händen von Schweizern sein. Ausnahme Zermatt: Dort gehören 98% der Bahnen der Burgergemeinde, ganz wie in Saas Fee und der AletschArena, dem zweitgrössten Oberwalliser Wintersportgebiet, auch.

Die präsidiale Schildkröte

Freitag, den 17. Dezember 2010 um 9:20

Unter welchem grossen Druck unsere neue Präsidentin des Bundesrats, die Genfer Politikerin Micheline Calmy-Rey, steht, zeigt ihr Gesicht. Es ähnelt dem einer Schildkröte, die vorsichtig den Kopf aus dem Panzer schiebt. MCR hat keinen Panzer, aber ein starkes Herz und eine Deckperücke, die ihr als Markenzeichen dient.
Diese Frau hat sich vorgenommen, ihr Umfeld unter Kontrolle zu halten. Sie will die Macht noch weniger abgeben als Moritz Leuenberger es wollte. Der absolute Beherrschungs- und Kontrollwille prägt ihr Gesicht:
Eine Maske der Macht.

Bisher war nicht erkennbar, dass die Schweiz davon profitiert hat. MCR’s politische Initiativen waren in den ersten Jahren willkürlich, später (Israel, Iran, Libyen) scheiterten sie nur noch. Mit Dr. Benedikt Wechsler hat sie einen fähigen Chefdiplomaten an ihrer Seite, der wohl das schlimmste zu verhindern vermag.

Bruno Kammerer zuhören

Freitag, den 17. Dezember 2010 um 9:19

Den Lauten im Lande zuzuhören, ist eine Sportart, die ermüden kann. Die Botschaften der Leisen aufzunehmen, ist meist viel bereichernder. Dazu zähle ich auch den visuellen Kommunikator Bruno Kammerer, der den Weg vom „lauten“ Politiker zum „leisen“ Künstler konsequent gegangen ist. Seit Jahren geniesse ich den Vorzug, zum Jahresende seine eleganten Lithografien im Stil der konkreten Malerei zu erhalten. Darin verbinden sich zwei Elemente: die Liebe zur Poesie und Philosophie mit derjenigen zur spanischen Landschaft. Sein aktuelles Werk zeigt das Eindringen der afrikanischen Wüste in die Gärten Galiziens, die einst von Federico Garcia Lorca als „Süsse Liebe“ besungen wurden. Kammerer betreibt in Zürich ein Atelier für visuelle Kommunikation, das hohen Ansprüchen genügt.

FDP prüft eine Zukunft ohne Pelli

Freitag, den 17. Dezember 2010 um 9:19

Verzeihung, Herr FDP-Präsident. Es muss korrekterweise heissen „FDP prüft Zukunft ohne Westerwelle“, denn die Granden der deutschen Freisinnigen sind des Selbstdarstellers an ihrer Spitze leid, der die deutschen Liberalen auf die 5%-Grenzen zutreibt. Westerwelle, Selbstdarsteller, der zugegebenermassen ausgezeichnet spricht, allerdings ohne damit eine Wirkung zu erzielen, ist der rhetorische Gegensatz zu Fulvio Pelli, der auch gerne spricht, aber ohne dass man ihn begreift. Langer Rede kurzer Sinn: Eine FDP Schweiz kann mit Pelli keine Wahlen mehr gewinnen; seine Glaubwürdigkeit ist in der Deutschen Schweiz mit Ausnahme jener Parteimitglieder, die mit ihrem Tessiner Gockel gemeinsam untergehen wollen (Nibelungen-Trauma!), nahe Null. Schade, aber alles hat einmal ein Ende.

 
     
     
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