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Monatsarchiv für November 2010

Hoch das Glas

Freitag, den 26. November 2010 um 8:45

Frauen, die täglich bis zu zwei Gläser Alkohol trinken, haben eine um 28 % erhöhte Wahrscheinlichkeit 70 Jahre alt zu werden als Kolleginnen, die “trocken” bleiben. Das ergab eine Studie der Amerikanischen Herzkommission. Gleiches gelte auch für Männer. Die Kommission empfiehlt nicht, dass Nichtalkoholiker das Trinken jetzt aufnehmen.

Regiert Berlusconi in Bern?

Freitag, den 26. November 2010 um 8:44

Wenn wir die italienische Regierung mit Silvio Berlusconi an der Spitze anklagen, sie würden die Kulturgüter ihres Landes billig verheizen, dürfen wir nicht vergessen, dass bei uns im Land vieles gleich läuft. “Wertvolle Güter und Baudenkmäler der Schweiz verfallen wegen des Spardrucks”, sagt die Nationale Informationsstelle zur Erhaltung von Kulturgütern (Nike). Jetzt ist das Verkehrshaus in Luzern gefährdet, denn Bund, Stadt und Kanton Luzern sowie das reiche Zug wollen weniger als bisher dafür bezahlen. Ein Gross-Sponsor ist nicht in Sicht, denn auch die SBB ist mehr ein finanzielles U-Boot, das in roten Zahlen schwimmt, als ein effizientes Unternehmen. Wir haben keine Luftfahrtindustrie mehr, eine sehr kleine Bahnindustrie (Stadler), keine Autoindustrie. Wer soll hier zahlen?

Die Welt steht Kopf

Freitag, den 26. November 2010 um 8:44

Wir, die wir im “Kalten Krieg” aufgewachsen sind, müssen uns nun mit dem Gedanken vertraut machen, dass die NATO und Russland am gleichen militärischen Strick ziehen. Der NATO-Schirm über Europa sichert auch die Schweiz; kein Wunder, dass Ueli Maurer lieber Olympische Spiele als militärische Operationen durchführen möchte. Gleichzeitig lockert der Papst das Kondom-Verbot, was die Schweizer Priesterschaft in stillem Schweigen hingenommen hat. Oh Wandel der Zeit, die Hoffnung des Volks (B. Brecht).

Die “Newsweek”-Pleite

Freitag, den 26. November 2010 um 8:44

Mit Chefredaktor Fareed Zacharia, einem der intelligentesten US-Aussen- und Gesellschaftspolitiker, Verfasser einschlägiger Bücher, gelang es “Newsweek”, mir ein 2 Jahres-Abonnement zu verkaufen. Jetzt wurde an seine Stelle Tina Brown, eine Mode-und Gesellschaftsreporterin, gesetzt. Anstelle kluger Analysen asiatischer und lateinamerikanischer Politik lese ich jetzt auf der Titelseite über “Berlusconi’s Girl Problem”. ÜUber Schweizer Verleger gibt es genug zu klagen, aber Amerikaner sind noch schlimmer.

Wie dumm sind die Amerikaner wirklich?

Donnerstag, den 25. November 2010 um 16:26

Monatelang haben amerikanische Spitzendiplomaten und Militärs mit einem falschen Taliban über ihren Rückzug aus Afghanistan verhandelt und dies global als wichtigen Erfolg ihrer Diplomatie feiern lassen. Jetzt stellt sich heraus, dass er mit Millionen USD verschwunden ist. Es war ein Betrüger. Seit Jahren stelle ich mir die Frage, wie dumm die US-Amerikaner wirklich sind. Seit Vietnam, das sind fast zwei Generationen, verlieren sie jeden Krieg, den sie – oft leichtfertig – begonnen haben. Ihre Kriegs- und IT-Industrie ist die weltgrösste, aber Wall Street ist ein Spielkasino geworden, weshalb es durchaus richtig ist, dass “Joe” Ackermann, CEO der Deutschen Bank, an der US-Ostküste ein Spielkasino eröffnen liess; so gewinnt man gefahrlos neue Kunden. Hollywood bringt nur noch die allerletzten Schinken. Das amerikanische Volk verarmt mit grosser Geschwindigkeit; das Schulsystem ist marode. Die öffentliche Infrastruktur (Brücken, Strassen, Leitungen) ist in einem sehr schlechten Erhaltungszustand. Kein Wunder, dass auch hohe Offiziere und sogenannte Intellektuelle dieses einst stolzen Landes auf afghanische Schwindler hereinfallen. Dem Aufstieg der USA folgte sofort der Übergang in die Dekadenz, schrieb schon vor 150 Jahren ein aufmerksamer Beobachter. Umso kritischer sollten wir sein, wenn die US-Lobby in der Schweiz (Swiss American Chamber of Commerce, Swiss Friends oft he USA etc.) das Gegenteil behaupten.

Spitzensport Spagat

Donnerstag, den 25. November 2010 um 16:14

Unsere Elite, wie sie sich demnächst auch im Int. Alpensymposium in Interlaken versammeln wird, läuft nicht nur Ski, Marathon oder boxt wieder kräftig. Sie übt in aller Heimlichkeit einen Sport, der an dieser Stelle vorgestellt werden soll: den Spagat.

- Altmeister Dölf Ogi macht den Spagat zwischen “Freude herrscht” und “Rettet mich vor dem Chaos”.

- UBS-Banker Oswald Grübel macht den Spagat zwischen hohen Erwartungen, die er selbst geweckt hat, und Leistungen seiner Bank, die auf den Aktienkurs nicht durchschlagen wollen.

- Christoph Blocher macht den Spagat zwischen schweizerisch bescheidenem Berlusconismus und dem Anspruch, ganz wie jeder von uns zu sein.

- Roche (Schwab), Novartis (Jimenez) und Lonza (Borgas) machen den Spagat zwischen Schweizer Produktion und Weltmarkt-Praxis

- Axpo und Alpiq machen den Spagat zwischen Atomoptimismus und Bürgernähe.
Und das ist nur der Anfang.

Keine Kantonszusammenschlüsse in nächster Zeit

Donnerstag, den 25. November 2010 um 16:14

In den nächsten 20 Jahren wird es in der Schweiz nicht zu kantonalen Zusammenschlüssen kommen. Ihr hohes Mass an Autonomie ist in der Schweizer Verfassung verankert und der Leidensdruck ist nicht gross genug, um daran etwas zu ändern. Im Gegensatz dazu wird die Zahl der derzeit 2 584 Schweizer Gemeinden weiter stark abnehmen. Dies war das Ergebnis einer Novembertagung der Avenir Suisse im idyllischen Stein am Rhein, wohin Dr. Toni Schönenberger, Präsident.des “Think Tank Thurgau”, eingeladen hatte. Finanziert wurde der Anlass, der von Dr. Daniel Müller-Jentsch von der Avenir Suisse entwickelt worden war, mit einem Beitrag der Stiftung Windler, die Gemeindepräsident Franz Hostettmann jährlich rund CHF 20 Mio. für Investitionen und wissenschaftliche Seminare zur Verfügung stellt. Müller-Jentsch will sich auch künftig dafür einsetzen, dass die Schweiz “funktionale Räume” erhält, denn heute werde die Zusammenarbeit zwischen den Kleingemeinden und den Kantonen immer komplexer und ineffizienter. Alle Teilnehmer, darunter prominente Regierungsräte, Chefbeamte, Politiker und Professoren. gaben ihm recht, rieten aber zu gut bedachtem Vorgehen.

Wahljahr: Was kostet eine Stimme?

Donnerstag, den 25. November 2010 um 9:07

Bei den “midterm elections” in den USA vor vier Jahren wurden von den Parteien USD 2,8 Mia. investiert; jede Stimme kostete USD 33. Bei den jüngsten “midterm elections” wurden USD 4 Mia. aufgewendet; pro Stimme bedeuteten dies USD 43. In Texas wurden bis zu USD 87 pro Stimme ausgegeben, um Senator Harry Reid zu stürzen. Der aber verteidigte sich mit USD 74 pro Stimme. Transparency International hat die USA auf Platz 22 der korruptesten Staaten der Welt gesetzt, Tendenz stark absinkend.

150 Jahre Rudolf Steiner: Fünfstündige Medienkonferenz

Donnerstag, den 25. November 2010 um 9:07

Genf war einst der Vatikan der Protestanten, Dornach bleibt jener der Anthroposophen. Dort wurde in einer fünfstündigen Medienkonferenz des 150. Geburtstags von Rudolf Steiner gedacht; immerhin 45 Journalisten folgten der Einladung. Bodo von Plato, Mitglied der obersten Geschäftsleitung, der selber den Kopf eines Philosophen trägt, forderte die Steinerianer auf “Ergreife Dein Leben – selbst!” In 14 Arbeitsgruppen wurde geübt, wie man Autonomie wagen kann. Das kommende Jahr steht in Dornach ganz im Zeichen des Jubiläums.

Zwei neue Verleger: Konrad Hummler und Moritz Suter

Donnerstag, den 25. November 2010 um 9:07

Es sind zwei bedeutende Verlage wieder auf Niveau zu bringen: Der St. Galler Privatbankier Dr. Konrad Hummler (Wegelin & Co.) wird die Führung der NZZ-Gruppe als VR-Präsident übernehmen. Er steht in der Tradition von Ueli Bremi und Conrad Meyer, die organisatorisch einiges zustande brachten. Konrad Hummler, dem geistreichsten Schweizer Bankier, der die Bank Wegelin mit seinem Partner Otto Bruderer innert knapp 20 Jahren in die Spitze der Schweizer Privatbanken katapultierte, muss nun vor allem das intellektuelle Niveau des einstigen Weltblattes wieder auf europäisches Niveau anheben. Eine starke Schweiz braucht eine starke Stimme, sei es für den Heimatmarkt oder im Ausland.

Der Basler Flugpionier Moritz Suter hat zur gleichen Zeit die Führung der Basler Mediengruppe übernommen. Seine 25 Jahre im VR der “Zürichsee Medien” waren dort eine Zeit des ungebremsten Niedergangs, die im Verkauf an die NZZ-Gruppe mündete. Suter hat die schwierigere Aufgabe, die akut Not leidende BZM-Gruppe in die schwarzen Zahlen zu führen, denn niemand glaubt, dass sein privates Vermögen genügt, um die Verlagsrisiken dauerhaft zu tragen. Sein erster Entscheid, Dr. Christoph Blocher wieder vor die Tür zu setzen, wurde in Basler politischen Kreisen bejubelt. Sein zweiter Entscheid, Markus Somm als Chefredaktor zu bestätigen, beweist Suters mentale Stärke. Weitere Strukturänderungen dürften rasch folgen.

Verleger Roger Köppel lag, wieder einmal, mit seiner aktuellen Ausgabe der “Weltwoche” total falsch. In Nibelungentreue verteidigte er Blochers Angriff auf Basel, während dieser schon längst abgeblasen war. Das heitere Rätselraten dürfte sich über die kommenden Feiertage fortsetzen.

 
     
     
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