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Tagesarchiv für 30. November 2010

Kaspar Villigers Geständnis

Dienstag, den 30. November 2010 um 11:10

Man darf einem Machtmenschen eigentlich nie glauben. Moritz Leuenberger wollte „Implenia“-VR werden und fädelte dies gegen die Interessen weiter Teile seiner Partei ein. Was Christoph Blocher sagt und tut, liegt meilenweit auseinander. Kaspar Villiger, alt Bundesrat, drückte dies bei einem Anlass in Aarau wie folgt aus: „Überall sage ich den Leuten, dass ich hier besonders gern spreche. Aber in Aarau stimmt es.“ Andernorts stimmt es also nicht, Herr alt Bundesrat. Als braver mittelständischer Unternehmer setzt er sich jetzt für die Handlungsfreiheit der beiden Grossbanken ein, verteidigt ausländische Topmanager, die bei uns wenig Steuern bezahlen, und seufzt, weil unsere Kontrollinstanzen, die früher ihm unterstanden, alles „zu perfekt“ machen wollen. Merke: Mit dem Job wandelt sich die Philosophie, nicht nur bei Freisinnigen.

Auslaufmodell Städtepartnerschaften

Dienstag, den 30. November 2010 um 11:10

Viele Schweizer Städte sind mit bis zu zehn anderen Städten weltweit Partnerschaften eingegangen, eine aus der EU stammende Mode, die zur Nachkriegsvereinigung Europas beitragen sollte. Diese Partnerschaften kosten immer einige hunderttausend Franken pro Jahr und dienen vor allem dem politischen Reisetourismus; das steuerzahlende Volk merkt meist nichts von derlei. Im Zeitalter billiger Fernreisen für jedermann, Google Streetview und Twitter sind diese Partnerschaften zum Auslaufmodell geworden. Merke: Entweder richtig oder gar nicht.

Hildebrand und die beiden Banker

Dienstag, den 30. November 2010 um 10:34

Nationalbank-Präsident Philippe Hildebrand äussert sich ruhig, aber mit schärfster Klarheit über das Risiko, welches die beiden Grossbanken UBS und CS für die Schweiz darstellen. Wer sieht, was in Island und Irland geschehen ist, dem kann nur schaudern, was dem Schweizer Volk blüht, werden dort wieder die Gewinne optimiert. Grübel, UBS, wie Craig / CS) müssen aber die Gewinne optimieren, wollen sie als Weltklasse-Banker dastehen.

Weil beide Banken ihr Risiko auf das Schweizer Volk verlagert haben, geben sie sich alle mühe als Schweizerisch zu gelten. Ist dies nicht der Fall würde zutreffen, was an dieser Stelle schon lange geschrieben wird: Es handelt sich bei UBS wie bei CS um zwei Auslandbanken, die aufgrund des Standortes Schweiz viel Geld verdienen. Wie schweizerisch sind die beiden Grossbanken?

– Beide VR-Präsidenten sind Schweizer, in beiden Fällen aber nur Aushängeschilder, die sich gut honorieren lassen.
– In den beiden VR’s sind Schweizer in der Minderheit
– Die entscheidenden Konzernchefs sind Ausländer
– Nur noch rund ein Drittel der KL-Mitglieder sind Schweizer
– Grösster Aktionär der UBS sind englische Fonds, bei der CS ist es der Scheich von Qatar

Die Schweiz ist für beide Banken eine Goldmine, die, aufgegeben vom alten Schweizer Kapital, fleissig sprudelt, dies ganz im Unterschied zum heiss geliebten Investment Banking, das den Spitzenmanagern hohe Boni verspricht. Ein Drittel des Gewinns beider Banken kommt gleichmässig aus der Schweiz. Ein gutes Drittel der Bankmitarbeiter, aber die am schlechtesten bezahlten, arbeiten noch in der Schweiz. Beide Banken haben zusammen 4,5 Mio. Privatkunden in der Schweiz und je über 100 000 Firmenkunden. Es sind zwei Goldminen, fest in ausländischer Hand, die heute Ruf und Gewinne aus der Schweiz beziehen. Wer als Schweizer klug ist, tritt in ihre Dienste und verlangt amerikanische Saläre.

Natürlich geht in solchen Konzernen immer viel schief, weshalb die Banken dann wie folgt antworten: „Wir behandeln diese Sache in Übereinstimmung mit dem Gesetz.“ Oder „Spezifische Fälle wollen wir nicht kommentieren.“ Die Finma warnt: „2009 wurde festgestellt, dass jeder fünfte Hypothekarschuldner in der Schweiz seinen Kredit in Verletzung der bankinternen Grundsätze erhalten hat.“ Die Banken bauen eine Immobilienblase auf, vor deren Folgen Philippe Hildebrand, Präsident der Nationalbank, seit einem Jahr warnt. Die Banken bestreiten diesen Tatbestand, der unser Land verwüstet, wie dies in den USA auch getan wurde. Privatbanquier Jacques de Saussure, Pictet & Co., eilt aus Genf rhetorisch zur Hilfe : „Auf Erden ist alles nur geliehen. Reichtum verpflichtet.“ Der von Unternehmern geschaffene Reichtum bringe „unendliche Verantwortung“ mit sich. Der Genfer Banquier will Unternehmerfamilien begleiten, wenn in deren Familien die Unternehmensorientierung zu einer Vermögensorientierung wird. Wieso Banker und Banquiers dazu in besonderem Masse geeignet sein sollen, bleibt eine offene Frage. Der vorherrschende Ruf nach einer besonderen Ethik verrät nur die Abwesenheit derselben.

Wann kommt der Gigaliner-Korridor?

Dienstag, den 30. November 2010 um 10:34

Die Gigaliner, 25 Meter lange LKW-Ungetüme, werden in Deutschland, Frankreich und Italien kommen. Kein Zweifel, das Durchgangsland Schweiz wird sie nicht verhindern können. Wie wir Tunnels und zweckmässige Verladestationen brauchen, werden wir auch einen Gigaliner-Korridor von Basel nach Chiasso brauchen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die neuen Strassenmonster durch Burgdorf oder Visp in Richtung Süden fahren werden. Der deutsche Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer setzt sich „für Transportsicherheit ohne starre Regulierung“ ein; das ist schon die halbe Freigabe.

 
     
     
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