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Ein Signal: Andrew Gowers gefeuert

29. November 2010 um 11:16

Ein einst berühmter englischer Journalist, Andrew Gowers, Gründer auch der „FTI D“, muss jetzt den Ölmulti BP, wo er die Kommunikation führte, per Ende Monat November verlassen, nicht einmal bis zum Jahresende liess ihn der neue BP-Chef noch wirken. Dies ist ein Signal, denn niemand wagt die Frage zu stellen, wie erfolgreiche ehemalige Chefredaktoren als PR-Chefs wirklich sind. Die Firmen glauben mit ihnen Mitarbeiter einzukaufen, oft mit einer Verdoppelung des Salärs verbunden, welche die Medien kennen und beeinflussen können. Bea Tschanz, die von Ringier zu Jelmoli und dann zur „alten“ Swissair wechselte, hat diesen Sprung dank einer starken Persönlichkeit geschafft. Peter Hartmeier, vormals Chefredaktor des „Tages Anzeigers“, muss für die UBS Schweiz beweisen, dass ein „image turn-around“ machbar ist. Seine kommunikativen Talente, die er zuvor als Direktor des Schweiz. Verlegerverbandes bewies, sind unbestritten. Dr. Gerhard Schwarz, neu als Direktor der „Avenir Suisse“, wird sich ebenfalls entscheiden müssen, ob er in der neuen Funktion Wissenschaftler, PR-Berater oder Journalist sein will. Die von Dr. Thomas Held verlassene Elitemannschaft von „Avenir Suisse“ hat sich stets als wissenschaftlich legitimiert betrachtet. Viele weniger bedeutende Journalisten und Chefredaktoren sind als PR-Chefs, sei es in Firmen oder Agenturen, in aller Stille gescheitert. Vor allem fällt dies in Funktionen der Bundesverwaltung auf, wo man sich gerne einen „Hausjournalisten“ als Kommunikationschef einkauft. Kommunikation ist mehr als Medienarbeit, daran haben die meisten nicht gedacht.

Ein Kommentar zu “Ein Signal: Andrew Gowers gefeuert”

  1. Fred David

    Andrew Gowers, den ich als hervorragenden Journalisten kennengelernt habe, erlitt gleich dreimal hintereinander Schiffbruch.

    Zunächst als Chefredaktor der Financial Times, weil er nicht die Zahlen brachte, die man von ihm erwartete, was jedem passieren kann. Dann als letzter Kommunikationschef von Lehman Brothers, eine Mission, die bekanntlich desaströs endete, allerdings ohne Zutun von Gowers. Und jetzt das abrupte Ende bei der krisengeschüttelten BP. vielleicht, weil er doch noch zu sehr Journalist und zu wenig anpassungsfähig an die nachdrücklichen Wünsche seiner Auftraggeber ist.

    Ich bin sicher, dass ihn das grosse Geld lockte. Das ist verzeihlich. Welcher Journalist möchte nicht endlich auch mal an die satt gefüllten Futterkrippen, über die er dauernd schreibt, gern auch kritisch?

    Bis er dann an der Krippe steht. Der Stalldrang hat seine Konsequenzen. Und das ist gut so.

    Insofern ist das schon ein Signal: Journalisten, höret die Signale..!

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