Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  


Ist der Sieg der SVP eine Fata Morgana?

29. November 2010 um 11:21

Nach offizieller Lesart, die er selber bestätigt, hat Dr. Christoph Blocher kürzlich zwei grosse Niederlagen erlitten: Er wurde als SVP-Bundesrat gestürzt und verlor in Basel den Kampf um die „Basler Zeitung“, die seine Robinvest hatte ausgliedern wollen, um die technischen Teile andernorts zu verkaufen. Blocher wollte mit seinen „Statthalter“ Markus Somm die Macht am Rhein. Das ist beste Blocher’sche Denke.
Dies war (oder ist vielleicht doch noch, denn Moritz Suter ist ein nettes Pappili geworden), eine mediale Teilstrategie, um die Blocher’sche SVP, getragen von ihm als Strategiechef, finanziert von Walter Frey, im nächsten Herbst so weit wie möglich über die 30 % -Grenze zu bringen.
Christoph Blochers Vorbilder waren nie die jüngeren europäischen Rechtsparteien, sondern die bayrische CSU unter Strauss. Franz-Josef Strauss, ein brillanter Sekundarlehrer, brachte es, ähnlich wie Blocher, nie ganz zur Macht, sondern immer nur in deren Vorzimmer. Seine bayrische Basis schuf er mit einem ihm treuen Beamtenapparat, einer aggressiven Industriepolitik, die zum Erfolg wurde, und einer Mittelstandspolitik, die bei uns keinen Vergleich gefunden hat. Die CSU-Wähler lebten in einem Daueraufschwung, dessen Symbol Franz-Josef hiess, der heute auch dem grössten Münchner Flughafen, den er von einem „Spezl“ bauen liess, den Namen gibt. Nach Franz-Josef Strauss kam nichts mehr. Weder Stoiber noch Seehofer kamen an die Klasse des alten Herrn heran, der ein brillanter Zyniker und Machtmensch war. Wenn er in der Schweiz sprach, tobten die Säle, angefüllt mit konservativen Unternehmern, mehr noch als es Christoph Blocher vermochte. An der Eröffnungs-Gala des Circus Conelli in Zürich sah sich der Altindustrielle und Ewigpolitiker ziemlich alt aus, auch wenn er auf gewohnte Art auf lustig machte. Die Herbstwahlen 2011 sind seine letzte Chance, ein SVP-Wunder zu vollbringen, dies aber auch nur angesichts der enormen Schwächen der FDP-Führung (Fulvio Pelli) und einer in sich zerrissenen CVP, wo Christophe Darbellay ebenfalls aufs Äusserste gefordert ist. Gewinnt Blocher, wie er dies anlässlich der Abstimmung zur Anti-Ausländer-Initiative bewiesen hat, steht die SVP da wie die bayrische CSU: Geht der Alte, kommt nur die zweite Klasse.

Einen Kommentar schreiben:

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog