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Tagesarchiv für 26. November 2010

Ausgebrannt

Freitag, den 26. November 2010 um 15:33

Eher nebensächlich wurde das Ausscheiden von Roger Brennwald als Chef der „Arena“ behandelt. Er ging nicht als Star, sondern als ausgebranntes, vorläufig letztes Raketenteil einer einst wichtigen wie berühmten Sendung, die heute noch vom Ruhm Filippo Leuteneggers lebt. Wer in der „Arena“ des SchweizerFernsehens nicht als Zuchtmeister auftritt und harte Debatten ermöglicht, wird die Sendung weiter ruinieren. Die nicht einschlafen könnenden alten Schweizer werden dann noch dabei bleiben, aber die jungen und aktiven Schweizer haben sich längst in die ausländischen Sender abgesetzt.

Gottfried Keller, Tito Tettamanti und Moritz Suter

Freitag, den 26. November 2010 um 15:10

Wir haben keinen Gottfried Keller mehr, der im Zustand dionysischer Freude die Basler Zustände von heute beschreiben könnte. Im Kern haben wir eine einst renommierte Tageszeitung, die seit langem national keine grosse Bedeutung mehr hat und deren Verlag mit CHF 100 Mio. tief verschuldet ist. Die Basler Milliardärsfamilien haben kein Interesse daran, ihrem Volk eine gute Tageszeitung zu erhalten. Sie investieren vorzugsweise in ein Puppenmuseum, in den örtlichen Fussballclub FC Basel und, dies ist Tradition, in Kunst und Kultur. Damit hebt sich Basel vom Rest der Schweiz ab.

Nun kommt der Tessiner Financier Dr. Tito Tettamanti und kauft 75 % dieser Anteile zusammen mit einem Basler Anwalt, der sich in der Vergangenheit vor allem durch Beweglichkeit ausgezeichnet hat. Ihr Projekt, eine mehr rechtskonservative Haltung der Redaktion durchzusetzen, scheitert. Tito Tettamanti muss „günstig“ verkaufen, „mit kleinem Gewinn“, was vom Käufer bestritten wird. Schon die Argumentation des in seinem Leben politisch mehrfach gescheiterten Tessiners macht deutlich, wie unrealistisch er die gesellschaftlichen Verhältnisse einschätzt:

– „Wir haben Adolf Muschg portraitieren lassen; niemand protestierte.“
– „Wir liessen auch Dr. Christoph Blocher schreiben, worauf Basel Kopf stand.“

Sein Schrecken sind „die Leute auf der Strasse“, d.h. der Schweizer Souverän, der zu Tausenden protestierte. Hätte Tito Tettamanti mehr Gottfried Keller gelesen, wüsste er, dass die Schweizer im Kern ein anarchistisches Volk sind. Ganz wie er.

Nun folgt der dritte Teil der Komödie: Moritz Suter hatte, wie er behauptet, nie die Finanzmittel, um den BZM-Verlag zu kaufen. Entweder ist er nun der Strohmann Tettamantis und der Verkauf eine Komödie, oder er ist der Strohmann einiger Basler Milliardäre. Der Glaubwürdigkeit der „Basler Zeitung“ tut dies nicht gut. Fasnacht.

Hoch das Glas

Freitag, den 26. November 2010 um 8:45

Frauen, die täglich bis zu zwei Gläser Alkohol trinken, haben eine um 28 % erhöhte Wahrscheinlichkeit 70 Jahre alt zu werden als Kolleginnen, die „trocken“ bleiben. Das ergab eine Studie der Amerikanischen Herzkommission. Gleiches gelte auch für Männer. Die Kommission empfiehlt nicht, dass Nichtalkoholiker das Trinken jetzt aufnehmen.

Regiert Berlusconi in Bern?

Freitag, den 26. November 2010 um 8:44

Wenn wir die italienische Regierung mit Silvio Berlusconi an der Spitze anklagen, sie würden die Kulturgüter ihres Landes billig verheizen, dürfen wir nicht vergessen, dass bei uns im Land vieles gleich läuft. „Wertvolle Güter und Baudenkmäler der Schweiz verfallen wegen des Spardrucks“, sagt die Nationale Informationsstelle zur Erhaltung von Kulturgütern (Nike). Jetzt ist das Verkehrshaus in Luzern gefährdet, denn Bund, Stadt und Kanton Luzern sowie das reiche Zug wollen weniger als bisher dafür bezahlen. Ein Gross-Sponsor ist nicht in Sicht, denn auch die SBB ist mehr ein finanzielles U-Boot, das in roten Zahlen schwimmt, als ein effizientes Unternehmen. Wir haben keine Luftfahrtindustrie mehr, eine sehr kleine Bahnindustrie (Stadler), keine Autoindustrie. Wer soll hier zahlen?

Die Welt steht Kopf

Freitag, den 26. November 2010 um 8:44

Wir, die wir im „Kalten Krieg“ aufgewachsen sind, müssen uns nun mit dem Gedanken vertraut machen, dass die NATO und Russland am gleichen militärischen Strick ziehen. Der NATO-Schirm über Europa sichert auch die Schweiz; kein Wunder, dass Ueli Maurer lieber Olympische Spiele als militärische Operationen durchführen möchte. Gleichzeitig lockert der Papst das Kondom-Verbot, was die Schweizer Priesterschaft in stillem Schweigen hingenommen hat. Oh Wandel der Zeit, die Hoffnung des Volks (B. Brecht).

Die „Newsweek“-Pleite

Freitag, den 26. November 2010 um 8:44

Mit Chefredaktor Fareed Zacharia, einem der intelligentesten US-Aussen- und Gesellschaftspolitiker, Verfasser einschlägiger Bücher, gelang es „Newsweek“, mir ein 2 Jahres-Abonnement zu verkaufen. Jetzt wurde an seine Stelle Tina Brown, eine Mode-und Gesellschaftsreporterin, gesetzt. Anstelle kluger Analysen asiatischer und lateinamerikanischer Politik lese ich jetzt auf der Titelseite über „Berlusconi’s Girl Problem“. ÜUber Schweizer Verleger gibt es genug zu klagen, aber Amerikaner sind noch schlimmer.

 
     
     
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