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Tagesarchiv für 22. November 2010

Hubacher und Bodenmann im Dienst Blochers?

Montag, den 22. November 2010 um 15:15

Die höchste Form der Aggression ist die Umarmung. Nach diesem Modell dient alt SP-Präsident Peter Bodenmann mit seiner wöchentlichen Kolumne in der „Weltwoche“ ebenso den Interessen von Dr. Christoph Blocher wie uralt-SP-Präsident Helmut Hubacher dies nun für die „Blocher BaZ“ in Basel tut. Beide sind intelligente Zeitgenossen, die Podien brauchen, um politisch wirken zu können. Würden sie sich aus „Weltwoche“ und „Blocher BaZ“ zurückziehen, liegt die Gefahr in Vergessenheit zu geraten, näher als diejenige, zum Wasserträger Blochers abgestempelt zu werden. Aus der Sicht von „Weltwoche“ und BaZ dienen beide Autoren der Legitimation der Redaktion gegenüber den Lesern. In der Hauptsache fährt man politisch rechtslastig, der linke Ast gibt vor, die Balance zu halten. Wer das Spiel kennt, kann nur amüsiert sein. Der Nutzen einer Zusammenarbeit ist vor beide Partner grösser als die aus einer Trennung sich ergebenden Nachteile.

Das Wunder Stein am Rhein

Montag, den 22. November 2010 um 11:33

Die 3 300 Einwohner zählende Schaffhauser Gemeinde Stein am Rhein gilt wegen ihrer mittelalterlichen Stadtstruktur und der aus gleicher Zeit bemalten Hausfronten als besonders attraktiv. Dazu kommen die gute Lage am Rhein und zahlreiche weitere Annehmlichkeiten. Gemeindepräsident Franz Hostettmann, ein weltgewandter Gastronom, präsentiert die Gemeinde mit einer Eleganz, die man der neuen Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch wünschen würde. Die Gemeinde, von einer stattlichen Burg, die rundum erneuert ist, überstrahlt, hat ein Programm an kommunalen Bauten, das die Freude jedes Gemeindemitglieds und jeder lokalen Wirtschaftsförderung ist. Wie kommt das Wunder Stein am Rhein zustande? Das Geheimnis heisst Stiftung Windler, das Erbe einer wohlhabenden Familie, die der Gemeinde ein Prozent der Aktien von Novartis vermachte. Die Windlers starben überraschend aus, worauf Stein am Rhein aufgrund des Stiftungsziels überraschend zu einem Vermögen von rund CHF 700 Mio. kam, das jährlich Erträge von rund CHF 20 Mio. abwirft, die zum Wohle der Stadt und seiner Bürger eingesetzt werden. Das Risiko, museal zu werden, besteht nur zum Teil. Eine Reihe bedeutender KMU haben sich angesiedelt, das bedeutendste die Phoenix Mecano Holding, ein in Zürich an der Börse kotiertes Unternehmen, das zu den Stars der Metallverarbeitung zählt.

Gemeindepräsident Franz Hostettmann, Mitglied des 3köpfigen Vorstands der Stiftung Windler, ist sich der Stärke seines Standorts bewusst. Was Rothenburg an der Tauber für die Deutschen ist, kann Stein am Rhein für die Schweizer werden: Ein Paradies, wo die Welt einen anderen Herzschlag hat.
Stein am Rhein und die Stiftung Winkler machen auch deutlich, dass die Gewinne aus der Industrie, in Programme des öffentlichen Wohls investiert, ganz ausserordentlich positive Folgen für eine Gemeinschaft haben können. Ob ein Unternehmer oder ein Finanzmanager sein Geld in eine neue Hochseeyacht, ein Millionenappartement in Manhattan oder in eine kleine Stadt wie Stein am Rhein investiert, macht, wie Beispiel zeigt, einen grossen Unterschied.

Zunehmende Dummheit

Montag, den 22. November 2010 um 10:01

Was ich jüngst von Lehrern lernte: Fliessende Handschriften, wie wir sie als selbstverständlich voraussetzen, werden immer seltener. Der Verlust der Lesefähigkeit nimmt massiv zu. Gleichzeitig verlernen die jüngeren Menschen eine kohärente Sprache zugunsten einer aktionsgetriebenen Motorik. Es wäre klüger, sagen sie, mit 14 die Matura abzuschliessen, um dann jährlich alle zwei Wochen in die Schule zu gehen. Lachen wir nicht darüber, dies kann Verlegenheit ausdrücken. Es kann animieren, bestätigen oder ein Angebot bedeuten. Dummheit, das grosse Tabu.

Touristen fliehen ins Ausland

Montag, den 22. November 2010 um 10:01

Sarko war so nett zu Bundespräsidentin Doris Leuthard, weil jährlich 5,4 Mio.Schweizer nach Frankreich reisen; absoluter Rekord. Unverständlich, 1,8 Mio fliehen nach Deutschland. Fast eine Million Schweizer machen lieber in Osterreich als in Graubünden, Bern oder dem Wallis Ferien. Nach Kuba gehen nur noch 15 000. Hallo, im Land geblieben. Wozu haben wir die tollsten Pisten?

Die „Blocher BaZ“ taumelt

Montag, den 22. November 2010 um 10:00

Der VR-Präsident Dr. Tito Tettamanti, dem 75 % der Basler Mediengruppe gehören, hat seinen heutigen Vortrag in der Universität Basel abgesagt. Ein Volk demonstriert gegen seinen Verleger. Andrea Masüger, Co-Verleger der „Südostschweiz“, der es wissen muss, schrieb am gestrigen Sonntag: „Christoph Blocher hat eine mediale Sanierungsaktion schon beim ‚Bündner Tagblatt‘ nicht geschafft. In Basel dürfte es noch weit schwieriger werden.“

Die „Blocher BaZ“ taumelt, denn der Basler Mittelstand ist gegen den Herrschaftsanspruch des rechtsradikalen Zürcher Milliardärs alarmiert. Die ganze Übung lief auch schräg ab: Blocher verheimlichte den seit Monaten laufenden Einsatz seiner Robinvest in Basel. Man könnte davon ausgehen, dass der Abfluss von Millionen ihn, als Mann im Hintergrund, nicht unbeeinflusst liessen. Chefredaktor Markus Somm zeigte sich zu beflissen und startete, wie Roger Köppel in der „Weltwoche“ dies auch tut, zu Blocher nahe. Der Fisch, den die Leser schlucken sollten, war zwar nicht verdorben, aber man roch die Absicht.

Jetzt wird sich zeigen, welchen Spielraum die gegen ihren Chefredaktor demonstrierende Redaktion in Anspruch nehmen will. Nur die Basler Milliardärsfamilien Hoffmann-Grether stehen zu Blocher-Tettamanti. Aber 100 Leser aus diesen Kreisen genügen nicht.

 
     
     
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