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Tagesarchiv für 18. November 2010

Wer kennt Claudio Feser?

Donnerstag, den 18. November 2010 um 16:56

McKinsey hatte in der Schweiz während vierzig Jahren herausragende Persönlichkeiten, die eine grosse Akzeptanz in der Gesellschaft gefunden haben. Quincy Hunsicker war der Ur-Vater, später Principal, der modernen McKinsey-Generation. Es folgte der starke und oft unbequeme Hans Widmer, der später Industrieller wurde. Auf die Gefahr hin, dass ich einen vergesse, kam dann das Trio Lukas Mühlemann, Peter Wuffli und Thomas Wellauer. Sie verkörperten den Höhepunkt der McKinsey-Kultur in der Schweiz: Mühlemman, der grossartige Verkäufer, Peter Wuffli, der Zahlenmensch, und Thomas Wellauer, eine Mischung von beiden, heute wieder COO der SwissRe. Glanz und Absturz (Swissair, Credit Suisse) lagen eng beieinander. Es folgte der Thurgauer Thomas Knecht, der McKinsey in der Schweiz einem Beschleunigungs- und Qualifizierungsprozess unterzog. Dennoch, die Glanzzeit war vorbei. Es folgte Claudio Feser, der zuvor Griechenland führte (Hat er eigentlich vom Niedergang des Landes nichts gemerkt?). Schon wieder ist er weg, kaum bemerkt. Christian Casal tritt als Chef Schweiz an seine Stelle.

Die Gemeinkosten-Wertanalyse war viele Jahrzehnte das Starprodukt der „Meckies“. Herausforderer waren nicht die Boston Consulting Group oder Roland Berger, die als Kerngeschäft die Restrukturierung betreiben. Herausforderer war immer Prof. Dr. Fredmund Malik ist St. Gallen, der heute eine global glanzvolles Beratungs-Unternehmen führt. Seiner analytischen und Innovationskraft hatten die Schweizer Halbamerikaner auf Dauer nichts entgegen zu setzen.

Sommsalabim aus Basel

Donnerstag, den 18. November 2010 um 16:53

„Ich höre auf Argumente, nicht auf Befehle“, sagt BaZ-Chefredaktor Markus Somm, ein rechtsbürgerlicher, intelligenter Mann, der in den Augen seiner Mitredaktoren und Tausender Basler nur einen Fehler hat: Er ist zu abhängig von Christoph Blocher. Weil Somm ehrlich sein will schwächt er sich, wenn er über das Mandat der Blocher’schen Robinvest schreibt „Es ist ein Mandat, das sich vor allem auf den industriellen Bereich bezieht.“ Die zwei Worte „vor allem“ sind es, welche Unsicherheit auslösen. Was noch? Somm sagt, die Robinvest habe kein „publizistisches Beratungsmandat“. Das ist richtig, aber überflüssig. Ich kenne keinen Eigentümer von Medien in der ganzen Welt, der sein Medium nicht über die Auswahl der Chefredaktion steuert. So ist es auch in Basel. Somm fragt: „Was ist der Skandal?“ Es ist die Agenda von Dr. Christoph Blocher, eine von ihm kontrollierte Mediengruppe aufzubauen, die rentabel ist und hilft, der SVP den Wahlsieg im Herbst 2011 zu sichern. Den beiden SVP-Milliardären Dr. Christoph Blocher (Chefstratege) und Walter Frey (Finanzchef) stehen alle Mittel zur Verfügung, um eine konservative Schweizer Mediengruppe aufzubauen. Das gefällt den Baslern nicht, die sich gerne links und liberal geben. Den Urfehler haben die reichen Basler Familien gemacht, als sie die „Basler Nachrichten“ aufgaben. Als die Hagemanns verkaufen mussten, weil sie unternehmerisch keinen Erfolg mehr hatten, war das Schicksal der „Basler Zeitung“ besiegelt. Blocher mit den beiden Vorzündern Wagner und Tettamanti hat sich das Schnäppchen geholt. Wie man Aufstände von Untergebenen bekämpft, weiss er bestens.

Die Angst der Basler vor einer „Blocher Zeitung“ wird bestätigt durch die Aussage von Christian Buxhofer, einst Chefredaktor der von Christoph Blocher mit jährlich rund CHF 3 Mio. finanzierten „Bündner Zeitung“, der heute kommentiert: „Die Ems-Chemie war für uns natürlich ein Tabu. Besonders als die Ems unter Druck der Gewerkschaften stand, hätten wir keine eigene Berichterstattung gewagt.“

„Grübel hält an ehrgeizigen Zielen fest“

Donnerstag, den 18. November 2010 um 16:50

…schreiben unsere Medien in den Titelzeilen als grosse Neuigkeit. Frage: Was soll er denn sonst tun?

Spitzen-Legionäre im Auslanddienst

Donnerstag, den 18. November 2010 um 15:28

Ein Schweizer Soldat wird heute noch bestraft, wenn er in fremde Dienste eintritt. Das gilt aber nicht für unsere Spitzenpolitiker. Alt Bundesrat Moritz Leuenberger ist in die Dienste der Lufthansa-Swiss eingetreten, weil er viel geleistet hat, damit diese ungestört die Nachtruhe von 200 000 Schweizern abkürzen darf, die unter dem Fluglärm leiden. Er wurde zum Präsidenten der SWISS-Luftfahrtstiftung berufen, ein schöner Dank für Leistungen zugunsten Deutschlands. Sogar die FDP hat bereits protestiert.

Leuenberger ist aber nicht der einzige Fall dieser Art. Bruno Gehrig, einst der Nationalbank zugehörig, Multitalent, wird künftig als VR-Präsident der SWISS dafür kämpfen, dass die Flug-Restriktionen am Flughafen Zürich aufgehoben werden. Als langjähriger Einflüsterer unserer neuen Infrastrukturministerin Doris Leuthard wird er perfekt in der Lage sein, eine Lufthansa-freundliche Lösung zu erarbeiten und durchzusetzen. Dann wird die Zahl seiner lärmgeschädigten Landsleute nochmals ansteigen. Lärm schadet der Gesundheit, sagen glaubwürdige Studien. Landsknecht Gehrig schert dies wenig. Pikanterweise war er in der Swiss-Stiftung als Präsident der Vorgänger von Moritz Leuenberger; gewissermassen als eine Art Präsident in Reserve. Völlig unpassend scheint dort die Rolle von Peter Müller, der als Direktor des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) eigentlich nicht in fremden Diensten stehen sollte. Die Swiss-Luftfahrtstiftung soll sich für eine möglichst gute internationale Anbindung der Schweiz einsetzen, ein Anliegen, das im Gegensatz zu den Interessen grosser Teile der Bevölkerung steht. Wie ein BAZL-Chef dies mit seinem Amt vereinbart, darf als rätselhaft gelten.

Vorbild dieser Helden fremder Fürsten ist alt Bundesrat Kaspar Villiger, der sich Nestlé und UBS sofort an den Hals warf, als seine politischen Mandate abgelaufen waren. Weder Nestlé noch UBS sind heute Schweizer Unternehmen, vielmehr ausländische Konzerne mit juristischem Sitz und Konzernzentrale in der Schweiz, dies zur Wahrung der globalen Glaubwürdigkeit. Solches gilt auch für Urs Rohner, der demnächst als VR-Präsident der CS Group die Schweizer Gesichtsmaske für den globalen Finanzkonzern sein wird.

Die Schönheit des Intellektuellen

Donnerstag, den 18. November 2010 um 8:22

Wer Philippe Labro gesehen hat, wie sein Senatorenkopf sich nach vorn neigt, überwölbt von weissem Haar, wie er sein edles Haupt rückwärts lehnt gegen die Wand, um Stirn-Nase-Kinnpartie (markant!) zur Geltung zu bringen, der weiss um die Schönheit der Intellektuellen. Adolf Muschg, sich apart vor dunklen Schönheiten drapierend, weiss ebenso um die Wirkung edlen Geistes, der alten Weinen gleicht. Roger de Weck, intellektuell überhöht, wendet dem Betrachter stets die attraktive Gesichtshälfte zu. Blaise Cendrars, 80 Jahre früher, zeigte demonstrativ seinem Armstummel, folge des 1. Weltkriegs. Die Schönheit des Intellektuellen ist ein Marktfaktor, Nietzsche sei mein Zeuge.

Wäre George W. Bush nur Baseball-Spieler geworden

Donnerstag, den 18. November 2010 um 8:22

Eigentlich wollte George W. Bush Baseballspieler werden, musste dann aber Präsident der USA werden, um unter falschen Voraussetzungen in den Irak einzumarschieren. Weil dies nicht genügte, überfiel er Afghanistan, um dort die Frauen vor der Burka zu retten. Beides misslang. Jetzt gesteht er, man könne ihn leicht zum Weinen bringen, wenn man ihm Briefe seines Vaters vorlese. Er habe nach schweren alkoholischen Eskapaden keinen Wein mehr angerührt, „auch keinen Messwein“. Ich weine um unsere westliche Führungselite, um alle Schweizer, die Bush II einen „great guy“ fanden. Es ist zum Heulen, wenn solche Leute uns regieren.

Wo Ökologie die Kasse füllt

Donnerstag, den 18. November 2010 um 8:22

Nicht nur bei den Sonnenkraftwerken wird der Steuerzahler kräftig zur Kasse gebeten, abgesehen davon, dass diese Anlagen frühestens nach 20-30 Jahren rentabel sein werden. Auch die nach aussen abgeschotteten und wie Festungen wirkenden Oeko-Häuser sind mehr Geldmaschinen für die Bauherrschaften als nachweislich nützlich wie angenehm. Herkömmliche Ziegelhäuser, in denen zu leben eine Lust ist, weil die Luft angenehm zirkuliert und keine Nebenwirkungen des Vollwärmeschutzes die Stimmung stören, sind nur unwesentlich teurer als die modernen Perfekt-Bauten, die in einem Bruchteil der Zeit hochgezogen werden. Ich stehe auf Altbauten, denn die neuen sind fürchterlich. Merke: Oeko ist eine Geldmaschine, grüne Parteien sind Marken ohne Wert.

Luzern im Pech

Donnerstag, den 18. November 2010 um 8:22

Zuerst wollen die Erben des deutschen Milliardärs Engelhorn den „Salle Modulable“ in Luzern nicht mehr finanzieren, dann weigert sich der Kanton Zug, den CHF 100 000-Zustupf an das Verkehrshaus in Luzern weiter zu begleichen. Ganz unschuldig sind die Innerschweizer Notabeln an derlei Verweigerungen nicht. Der am Ausfluss der Reuss erkennbare Stolz auf Eigenes entspricht nicht dem Mass an Einsicht in die Bedürfnisse Dritter, meist Partner genannt. Merke: Risse im sozialen Geflecht der Schweiz sind stets die Folge punktueller Verhärtungen.

Wer ist ein Neid-Genosse?

Donnerstag, den 18. November 2010 um 8:21

Weil maximal 80 000 wohlhabenden Schweizern – theoretisch – eine zusätzliche Steuerbelastung droht, erklärt Markus Spillmann, Chefredaktor der weltberühmten „Neue Zürcher Zeitung“ den Rest der Schweiz zur potentiellen Neidgesellschaft. Der Alarmismus der obersten Kreise wurde ausgelöst durch eine GfS-Studie des legendären Claude Longchamps, worin das Risiko an die Wand gemalt wird, die Schweiz könne einer Art Proto-Sozialismus verfallen. Nein, die Schweizer lieben ihre Reichen, die im Mini über die Strassen huschen, die im Migros einkaufen und lieber anderen einen neuen Mantel schenken, bevor sie sich selbst einen neuen kaufen. Merke: Falscher Alarmismus ist stets ein Zeichen eigener Schwäche.

 
     
     
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