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Tagesarchiv für 11. November 2010

Bildungsbürgertum im Abstieg

Donnerstag, den 11. November 2010 um 15:37

Adolf Muschg ist ein gutes Beispiel dafür, wie unser literarisches Bildungsbürgertum sich im Abstieg befindet. Auch Hugo Loetscher, obwohl aus einfachen Verhältnissen, rechnete sich diesem Publikum gerne zu. Seine Werke haben wir masslos überschätzt. Über die Schweizer Literatur aus den Köpfen von Pfarrern und Söhnen von Pfarrern, deren Werke oft lustig, fröhlich, besinnlich oder auch nur schnurrig sind, liesse sich ein neues Buch verfassen. Jetzt kommt die ärmliche, aber höchst sensible Proletarierin Nadj Abonji und schnappt unserer linken oder auch nur dekadenten Kulturelite den schönsten Literaturpreis weg. Warum? Wir sehen die Welt nicht mehr, wie sie wirklich ist. Wir tragen getönte Brillen, hören nur noch, was wir hören wollen, verweigern uns dem Neuen und bestehen auf unseren Volkscharakter. Das ist chancenlos.

Zahler und Empfänger

Donnerstag, den 11. November 2010 um 15:36

Die Kantone Zug, Schwyz und Nidwalden haben keinen Grund darüber zu jammern, dass sie zu viel in den kantonalen Finanzausgleich einzahlen. Den rund CHF 334 Mio. an Zahlungen der drei Innerschweizer Kantone stehen CHF 485 Mio. gegenüber, welche die anderen drei Innerschweizer Kantone Obwalden, Uri und Luzern aus dem Finanzausgleich beziehen. Schaffen wir einen Kanton Innerschweiz, wird dieser auf der heutigen Basis von Zürich, Genf, der Waadt und Basel subventioniert.

Wermuth ist anders

Donnerstag, den 11. November 2010 um 15:34

Die Sozialdemokraten, seit Helmut Hubacher und Peter Bodenmann, den beiden alt Präsidenten, langsam auf Grund gehend, haben mit Pierre Lévrat und Cédric Wermuth, einem Politikwissenschaftler und Sozialökonom, einen Umkehrschub eingeleitet, um die Katastrophe des Niedergangs zu vermeiden. Ob dies gelingen wird, ist derzeit offen. Am 23. Oktober 2011 werden wir wissen, ob die neue radikaldemokratische Rakete gezündet hat. Sie ist von sozialistischer Nostalgie geprägt, die in der Schweiz der Millionäre wenig ankommt.

Die SP Schweiz ist die Partei der Staatsangestellten geworden, seien dies Beamte, Lehrer, Sozialarbeiter oder Gesundheitsberater. Diese wandern mit erhöhtem Tempo zu den Grünen und, mehr noch, den Grünliberalen ab, wo viel versprochen und ein bürgerlicheres Umfeld geboten wird. Das Volk der ausländischen Gastarbeiter, dort, wo wirklich gearbeitet wird, ist für die SP kaum ein Thema, denn von dort kommen keine Stimmen.

Cédric Wermuth ist gleichzeitig mit dem Medienmillionär Dr. Roger Schawinski und einem virtuellen Millionär, dem Verleger und Chefredaktor Roger Köppel, zusammen gestossen. Beide betrachten sich als intellektuelles Establishment, das sich nicht mehr herausfordern lassen will. Wermuth hat diese stille Spielregel bewusst verletzt.

An diesem Beispiel wird deutlich, wie sehr Tabuzonen den Spielraum intellektueller Offenheit einschränken. Schawinski ist einfach nur verletzt, Köppel will derlei neu durchdenken. Wermuth wird von beiden “Unbedarftheit” unterstellt, was keinesfalls zutrifft. Er ist vielmehr “Zürich 21″ im Alleingang.

Merke: Wenn Edita die Gemeinde Bümpliz bei Bern eine “Scheissgegend” nennt und das Berner Establishment darob beleidigt ist, handelt es sich um den gleichen Vorgang.

Kapuzinerpredigten vom Banker?

Donnerstag, den 11. November 2010 um 10:28

Der offensichtlich vor dem Aussterben stehende Schweizer Kapuzinerorden sucht 22- bis 35jährigen Nachwuchs für seine Klöster. Per Inserat angefragt wurden Banker, die sich im Augenblick ohnehin über eine gute Nachfrage freuen dürfen. Man würde auch Journalisten und Kommunikationsberater als neue Kapuziner-Mönche aufnehmen. Wie eher ältere und konservative Ordensbrüder mit diesen fertig werden sollen, ist fraglich, oder will man nur gescheiterte Existenzen? Die Schweizer Franziskaner wollen bei der Mund-zu-Mund-Propaganda bleiben, der erfolgreiche Benediktinerabt des Klosters Einsiedeln, Martin Werlen, will durch die “Treue zur Berufung” für den Nachwuchs attraktiv bleiben. Die wachsende Zahl enttäuschter Singles wie der zunehmende wirtschaftliche Druck auf die individuelle Existenz können durchaus Ubertritte in die Mönchsorden begünstigen. Eine Kapuzinerpredigt von einem frustrierten UBS-Banker wäre sicher schwierig zu vermitteln.

Werner Messmer gibt Entwarnung

Donnerstag, den 11. November 2010 um 10:28

Einer der eigenwilligsten Schweizer Politiker, Unternehmer, Verbandführer und hervorragenden Redner ist der Thurgauer Hoch- und Tiefbauer Werner Messmer. Als Präsident des Schweizerischen Baumeisterverbandes, dessen Mitglieder elf Prozent der BIP erwirtschaften, gibt er Entwarnung: “Von einer gefährlichen Immobilienblase kann in der Schweiz keine Rede sein.” Messmer, der seine Pappenheimer kennt, warnt, die Banken könnten Hypotheken zu billig anbieten und in der Zuteilung zu grosszügig sein. Im Herbst 2011 will er als FDP-Nationalrat zurücktreten. In einer boomenden Schweiz werden wir ihn noch brauchen.

Was ist Kreativwirtschaft?

Donnerstag, den 11. November 2010 um 10:28

Unsere Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch hat Angst, die Zürcher Kreativen würden nach Berlin auswandern. Corine Mauch gehört selber zur Klasse der Kreativen: aus dem Stand der Sachbearbeiterin durch SP-Protektion und FDP-Dummheit zur Zürcher Stadtpräsidentin aufgestiegen, das macht ihr kaum jemand nach. Die anderen 40’000 Zürcher Kreative betreiben zumeist eine Art lustvoller Selbstausbeutung mit der Hoffnung auf ein Corine Mauch-Wunder. Berlin ist für die Klügeren von ihnen ein gefährlicher Traum, gibt es dort doch 20x so viel Kreative, aber alle noch wesentlich ärmer. Die Kreativwortschaft ist absolut überbewertet. Google gehört nicht zur Kreativwirtschaft, sondern ist ein globaler Konzern.

 
     
     
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