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Tagesarchiv für 4. November 2010

Sarkos Frankreich Bananenrepublik

Donnerstag, den 4. November 2010 um 16:14

Drei renommierte französische Redaktionen und die Büro von vier bekannten Journalisten erhielten Besuch von Agenten des frz. Inlandgeheimdienstes. Alle Unterlagen zum (Bestechungs-)Fall Woerth/Bettencourt wurden aus den Computern ausgeräumt. Keine Proteste der Politiker oder anderer Medien, keine Anklagen. Wir haben uns in Europa daran gewöhnt, dass oben nicht mehr oben und unten nicht mehr unten ist. In diesem Chaos, wie es längst auch in Italien existiert, geht die Glaubwürdigkeit der Politik unter. Mit einem kleinen Unterschied: In Italien gibt es noch Medien, die sich gegen Berlusconi zur Wehr setzen.

Haben Sie auch zwei Familien?

Donnerstag, den 4. November 2010 um 16:13

Dem normalen Menschen genügt eine Familie; sie gibt genügend zu tun. Es gibt aber sehr viele Menschen, die auch ihre Firma, in der sie beschäftigt sind, als Familie betrachten. Jetzt, wo überall Entlassungen und sogar Stilllegungen vorgenommen werden, sagen die Menschen „Wir waren wie eine Familie.“ Sicher war dies der Fehler: Eine Firma ist nie eine Familie. Wenn in einem Unternehmen der Geist echter gegenseitiger Offenheit und Fairness herrscht, ist dies richtig. Wirtschaft aber ist, heute mehr als gestern, Kampf und Auseinandersetzung. Nur zum Kampf motiviert Teams werden gewinnen, es sei denn, sie lebten in staatlichen Subventionen oder anderen Glücksfällen.

Globaler Jahrmarkt dreht sich schneller

Donnerstag, den 4. November 2010 um 16:13

Eigentlich kann ich nicht einsehen, weshalb eine Bulgarin nun zur Präsidentin Brasiliens gewählt wurde. Gibt es in Brasilien keine Brasilianer? Ich kann auch nicht einsehen, dass nun die Tochter eines indischen Milliardärs plötzlich zur erfolgreichen deutschen Unternehmerin gekürt wird. Gibt es keine erfolgreicheren Frauen in Deutschland? Ob die US-Amerikaner sich von Barack Obama retten lassen wollen, werden wir bald wissen; auch Fidel Castros Vater war ein spanischer Landbesitzer, der in Kuba Geld verdienen wollte.

Allen ist eigen, dass es sich um ehrgeizige Aufsteiger handelt, die in einer zerfallenden Gesellschaft die Chance des Aufstiegs genutzt haben. Alle haben sehr viel Geld gebraucht, um sich durchzusetzen. Merke: Wer nicht ehrgeizig, nicht intelligent und vielleicht sogar arm ist, hat keine Chance.

Ist Dr. Christoph Blocher ein Spekulant?

Donnerstag, den 4. November 2010 um 12:21

Die aktuelle „Weltwoche“ ist wieder eine Sonderausgabe für die Interessen der Familie Blocher, eröffnet mit einem Titelbild, das von der SVP-Werbeagentur „Goal“ kreativ angereichert wurde. Dafür werben die Blocher-Firmen EMS und „Läckerli Huus“ kräftig, wie jede Woche, im Heft. Auch SVP-Finanzchef Walter Frey hat mit einem ganzseitigen Subaru-Inserat den Zeitläuften Rechnung getragen. Angesichts solcher Freundlichkeiten ist das halbseitige SVP-Inserat über eine Diskussion Blocher-Vischer sicher zu einem Vorzugstarif angenommen worden ( Der Name „Blocher“ ist sehr gross geschrieben, der Name „Vischer“ deutlich kleiner). Die etwas leidende Zürich Versicherung und die etwas mehr leidende UBS haben das Heft, das die Reichen der Schweiz feiert, mit Inseraten substantiell unterstützt.

Am gleichen Tag schreibt der linker Tendenzen unverdächtige Walliser Starjournalist Luzius Theler, auch Korrespondent der „NZZ“ aus dem Schweizer Südkanton, im „Walliser Bote“: „Der Verkauf der Lonza Energie AG durch die damaligen Grossaktionäre Blocher und Ebner erwies sich in der Folge als Doppelirrtum: Einmal ging das Paket zu billig an die deutsch-französische EnBW. Dann verlor das Werk Visp (Anm.: der Lonza) den wichtigen Standortvorteil einer eigenen und kostengünstigen Stromversorgung.“
Der von Luzius Theler beschriebene „Doppelirrtum“ ging nur zu Lasten der Lonza und der Zukunft des wichtigsten Industriebetriebs des Oberwallis. Er hatte für den „renommierten Unternehmer“ Dr. Christoph Blocher und dessen Schulfreund Martin Ebner die für beide vorteilhafte Folge, Hunderte von Millionen Franken auf einen Schlag zu verdienen. Der Begriff des Spekulanten umschreibt solche „Erfolge“ besser als derjenige des Unternehmers, der den langfristigen Aufbau einer Firma und die Sicherung von Arbeitsplätzen im Blick hat. Blocher steht nun mit „seiner“ SVP im Endkampf um den Wahlsieg im Herbst 2011, den er angesichts der Schwächen seiner politischen Gegner und Mitbewerber nur gewinnen kann. Martin Ebner, der in den Neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wegen übertriebener Spekulation Milliarden verlor, und mit ihm Tausende von Schweizern mit kleineren Beträgen, wurde von Dr. Christoph Blocher finanziell wieder auf die Beine gestellt und baut sein einfaches Millionärsdasein vom Steuerspar-Ort Wollerau/SZ wieder neu auf.

FDP hat Gewerbe, Lehrer, Angestellte und Arbeiter verloren

Donnerstag, den 4. November 2010 um 9:00

Noch vor 20 Jahren nannte sich die FDP eine Volkspartei; heute ist die mit den Westschweizer Liberalen zusammen geschlossene FDP eine Partei der technischen Spezialisten, der Manager und der Selbständigen. Das für die FDP einst wichtige Gewerbe und diue Angestellten der Dienstleistungsbranche sind zur SVP übergelaufen. Staatsangestellte wählen heute grün und rot, denn sie müssen bei den Bürgerlichen, wie in anderen Staaten auch, erhebliche Einschränkungen ihrer Privilegien befürchten. Während FDP-Generalsekretär Dr. Stefan Brupbacher sich müht, die Front zu halten, haben wir von seinem Präsidenten lange nichts mehr vernommen.

Unser Berner Künstler-Rat

Donnerstag, den 4. November 2010 um 9:00

Wenn Thilo Sarrazin, anstelle den Euro zu verteidigen, an seinem Amtssitz in Frankfurt wegen Unterbeschäftigung ein Buch schreibt, mögen wir dies gelassen nehmen. Es darf aber als Indiz auch dafür gewertet werden, was unsere Bundesräte im Amt treiben. Ihre eigentliche Regierungszeit dürfte eher bei maximal 30 % der Arbeitszeit liegen; den Rest verbringen sie mit Streitigkeiten untereinander – oder dem Verfassen von Literatur.

– Moritz Leuenberger, soeben in den Ruhestand verabschiedet, hat wohl mehr geschrieben als entschieden. Weil nicht ihm, sondern einer in der Schweiz aufgewachsenen Serbin aus Ungarn der Deutsche Buchpreis verliehen wurde, klammert er sich an seinen „Cicero“, eine Metallfigur ohne Wert, ein PR-Gag des deutschen Verlags.

– Hans-Rudolf Merz hat auch in den schlimmsten Zeiten im Kampf um das Bankgeheimnis Zeit gefunden, das Libretto für die Dorfoper „Henri Dunant“ zu schreiben, die soeben „als skurriler Anlass“ (NZZ) nein, nicht an der Met, sondern im Weltmusikdorf Heiden uraufgeführt wurde.

– Simonetta Sommaruga, Neu-Bundesrätin, ist zwar Pianistin, hat es aber mit der Literatur, weshalb sie sich als Ehemann Lukas Hartmann alias Lehmann hält, dessen literarische Weltspaziergänge dem schlechten Gewissen vieler Schweizer Ehre antun.

Immerhin sollten wir uns darüber freuen, dass wir gebildete Landesväter und, mehr noch, -mütter haben. Die Deutschen haben von Angie Merkel und Guido Westerwelle wohl kaum Sinnstiftenden zu erwarten.

„Der grosse Kater“ als Dölf Hitler II

Donnerstag, den 4. November 2010 um 8:59

Wer den „Grossen Kater“, einen Film nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Hürlimann gesehen hat, wird einen Bruno Ganz erleben, der als Schweizer Bundespräsident wieder genau so wirkt wie in seiner Rolle als „Dölf“ Hitler. Der Film, als Portrait Schweizer Befindlichkeit, ist gut gelungen. Er zeigt jedoch eine CVP, die seither an Glanz verloren hat. Welcher Film wohl eines Tages über Doris Leuthard gedreht werden wird? Noch fehlt mir die Fantasie.

Zahnloses kantonales Gewerbe

Donnerstag, den 4. November 2010 um 8:59

Die Idee des Zürcher Kantonalen Gewerbeverbandes, seine bürgerlichen Politiker an die Zügel zu nehmen, ist kläglich gescheitert. Während die Inhaber der Gewerbebetriebe mit einer substantiellen Erhöhung des Eigenmietwertes konfrontiert werden, sollen für die reichsten Zürcher die Dividendenbesteuerung reduziert und die Unternehmenssteuern gesenkt werden. Erst bei dieser Gelegenheit fällt auf, dass der Kanton Zürich auch einen Volkswirtschaftsdirektor hat, Ernst Stocker, der zugibt: „Der Kanton lebt über seine Verhältnisse“. Das kantonale Gewerbe ist enttäuscht, weil die Regierungsräte gekonnt mit den Machtgruppen spielen. Echter Reichtum hat Vorfahrt, das wenig Steuerertrag bringende Gewerbe lebt vom Ruf der Vergangenheit.

 
     
     
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