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Tagesarchiv für 28. Oktober 2010

Für Supino sind die Medien super

Donnerstag, den 28. Oktober 2010 um 16:35

Der bedeutendste Schweizer Verleger, Pietro Supino von der Tamedia G, Vizepräsident des Verbandes Schweizer Presse, lässt in seiner renommierten Zeitungsbeilage „Magazin“ verbreiten: „Noch nie war das Angebot an Informationen so vielfältig und breit wie heute“. Supino will damit dem Eindruck entgegen treten, es sei um die Qualität der Schweizer Presse schlecht bestellt. Er ruft den Lausanner Politologen Andreas Ladner zu Hilfe, der ihm bestätigt: „Die Leute verfügen heute über ein höheres Bildungsniveau und haben einen besseren Zugang zu Informationen.“

Beide irren: Vom 1. Internationalen Dahrendorf-Symposium des „Club Dialog“ an der Universität St. Gallen zurückkommend, wo sich eine Fülle internationaler „egg heads“ über den Zustand des Liberalismus äusserten, kann berichtet werden, dass Zweifel an der Qualität der Ausbildung der Studenten weit verbreitet sind. Nur eine kleine Elite verfügt wirklich über einen hohen Bildungsgrad, bestätigen selbst Hochschullehrer.

Ein „vielfältiges und breites Angebot an Informationen“, wie Supino dies fordert, ist noch kein Nachweis für ein qualitative hochsehendes Angebot an Informationen. Einige Beispiele sollen dies verdeutlichen:

1. Interviews, die nach dem Motto „Ich frage, Du antwortest.“ Ablaufen, sind nicht hochstehend, Der Befragte, je wichtiger, desto mehr, muss durch Zusatzfragen herausgefordert werden. Die üblichen Fragekataloge der Journalisten genügen nicht; Roger Schawinski kann dies besser.

2. Die Vorgänger um die „Basler Zeitung“ und das im Aufbau begriffene Mini-Medienimperium von Dr. Christoph Blocher könnte Tamedia sicher sehr gut recherchieren.

3. Die Bedeutung von Fulvio Pelli und Franz Steinegger für den Untergang der FDP ist in den Tamedia-Medien noch nie kohärent geschildert worden.

4. Die Zusammenhänge zwischen noch aktivem Schweizer Grosskapital und zunehmend eindringendem ausländischen Kapital, sei es auch nur für den Kanton Zürich wurden im „Tagesanzeiger“ noch nie gewürdigt. „NZZ“, „Tagesanzeiger“ und „Le Temps“ sind für Schweizer Leser ganz vernünftige, aber keineswegs international vergleichbare brillante Publikationen. Wer als Leser nationaler Publikationen nicht auf die Zusatz-Nahrung internationaler Publikationen zugreift, wird über den Stand der Welt nicht genügend wissen. Insofern ist die Qualität der Schweizer Medien ungenügend. Ob unsrer Verleger noch die Kraft haben, dies zu ändern, darf bezweifelt werden.

Macht Nestlé krank?

Donnerstag, den 28. Oktober 2010 um 14:38

Die stigmatisierten Hersteller von Zigaretten werden kaum Freude daran haben, dass nun auch die Nahrungsmittelkonzerne fürchten, ebenso wie sie zu enden. Der Hunde- wie Katzenfutter und Lebensmittel für Menschen herstellende Viviser Konzern Nestlé warnt in Deutschland vor dem hemmungslosen Konsum von Fertigpizzen, Suppentüten und Schoko-Riegeln. Deutsche Kinder sollen nicht Fastfood und Süssigkeiten in sich hineinstopfen, wie dies von Nestlé massenhaft angeboten wird, sondern wieder lernen, wie man Frisch brät und den Umgang mit einer Avocado lernen. „Softdrinks und Eiscrème können ihr Leben zerstören.“ Solche Aufschriften, wie sie in der Zigarettenindustrie üblich sind, werden von Nestlé gefürchtet. In der Schweiz hat die Kampagne noch nicht begonnen.

Fiskalische Wortspiele

Donnerstag, den 28. Oktober 2010 um 14:38

Meine Steuern würde ich schon gerne zahlen. Das Wort Fiskus stammt von jenem Körbchen („fiscus“), das der römische Kaiser Augustus zirkulieren liess, um seine Ausgaben zu bestreiten. Der Begriff Steuern stammt vom altmittelhochdeutschen „stiure“ im Sinne von Stütze oder Pfeiler. Man darf sich seither fragen „Wer stützt wen?“ Abgaben sind abgeleitet von mittelalterlichen Kontributionen, was die Sache für den Steuerzahler nicht einfacher macht. Lenkungsabgaben, z. B. für Ökologie, sind ein netter Begriff für Steuern neuerer Art. Wie immer es heisst, gezahlt muss werden.

Dölf Ogi freut es wieder

Donnerstag, den 28. Oktober 2010 um 14:38

Schon beim Durchstich des Gotthard-Basistunnels kam von seinen Lippen ein vorsichtiges „Freude herrscht“. Dölf Ogi, der zum vorzeitigen Untergang der Schweizer Armee vieles beigetragen hat, weil er sie der NATO annähern und gleichzeitig national stark behalten wollte, der die letzte Schweizer Olympia-Bewerbung in den Sand setzte, der aber ob des Lötschberg-Basistunnels immer als Ehrenwalliser überleben wird, will nun wieder eine Schweizer Olympiabewerbung. Doch, „es fehlt der begeisternde Blick auf die Zukunft“, stellt der grösste Strahlemann des Landes fest. Wie recht er hat.

Zeitlich beschränkte Medienvielfalt

Donnerstag, den 28. Oktober 2010 um 10:42

Tamedia-Verleger Pietro Supino verspricht, auch im Grossraum Zürich die Medienvielfalt zu erhalten. Die „Zürisee Zeitung“ werde auch künftig eine Vollzeitung bleiben und solle daher weiter, neben dem „Tagi“ abonniert werden. Zum Beweis seiner Haltung fügt er hinzu, auch im Grossraum Bern habe Tamedia „die Vielfalt der Zeitungen erhalten“. Das stimmt nur zur Hälfte. Die „Berner Zeitung“, die ländliche Zweitzeitung im Kanton Bern, wird soeben zu einer Regionalzeitung degradiert, die nur noch lokale und Sportinteressen bedienen wird. Der „Bund“, die „Hauptstadtzeitung“, besteht in den nationalen Teilen zu 80 % als Artikeln, die auch im „Tagi“ zu lesen sind. Ganz falsch dürfte daher die Annahme nicht sein, dass auch die „Zürisee Zeitung“ nach angemessener Übergangsfrist den Weg der „Berner Zeitung“ gehen wird. Die Titelvielfalt bleibt vielleicht, aber die Inhalte schrumpfen an Vielfalt wie an Substanz.

Zollikon und Zumikon sabotieren andere Seegemeinden

Donnerstag, den 28. Oktober 2010 um 9:01

Während ein Dutzend wohlhabende Gemeinden rund um den Zürisee Sturm laufen gegen den neuen kantonalen Finanzausgleich, der ihre Bürger ungebührlich belastet, ist die Zolliker Gemeindepräsidentin Katharina Kull aus diesem Verband ausgeschieden. Sie wertet ihre Tätigkeit als FDP-Kantonsrätin, wo sie den Finanzausgleich an führender Stelle vertreten hat, höher als die Aufgabe der Zolliker Gemeindepräsidentin, die ihre Einwohner und deren Rechte zu verteidigen hat. Gleiches gilt für den ehemaligen Zumiker Finanzvorstand Rolf R. Zimmermann, der sich, auch Kantonsrat, auf die Seite der Empfänger geschlagen hat. Wozu wählt das Stimmvolk eigentlich Politiker, wenn diese dann andere Interessen vertreten?

Lehrer wollen wie Banker verdienen

Donnerstag, den 28. Oktober 2010 um 9:00

„Die Besoldung der Lehrpersonen muss sich den Löhnen für vergleichbare Arbeit in der Privatwirtschaft angleichen“, sagt Lehrer-Funktionär Tumasch Cathomen aus Uri. In der Zentralschweiz verdient ein Lehrer bei Berufseinstieg ca. CHF 85’000.–, ein Angestellter der Verwaltung ca. CHF 110’000.–. Angehende Banker erhalten fast CHF 125’000.–. Die Lehrer malen Rekrutierungsprobleme an die Wand, wenn sie nicht mehr Cash erhalten.

Held McChrystal

Donnerstag, den 28. Oktober 2010 um 9:00

Wie sieht ein amerikanischer Held aus in einer Zeit, wo die USA alle Kriege verlieren. General McChrystal, ein hagerer Asket, joggt jeden Tag mindestens 12 Kilometer. Er nimmt nur eine Mahlzeit täglich zu sich und kommt mir vier Stunden Schlaf aus. Dann gibt er ein paar dumme Interviews und seine Karriere ist zu Ende.

Wenn schon US-Generäle derart einfach konstruiert sind, wie muss es dann um die Offiziere und die Soldaten stehen?

Nach Berlin auswandern?

Donnerstag, den 28. Oktober 2010 um 9:00

Es soll Schweizer geben, die nach Berlin auswandern wollen. Manche wollen auch nach München, aber angesichts der Nähe der bayrischen Hauptstadt zur Schweiz lohnt sich ein Umschreiben der Papiere nicht.

Wer als Schweizer nach Deutschland auswandern möchte, muss sich vergegenwärtigen:

– Er muss den relativ grössten Sozialhilfesektor der Welt mit finanzieren.
– Er muss den teuersten Renten- und Pensionssektor der Welt finanzieren.
– Er zieht in einen Staat, wo ein Viertel aller Jugendlichen ohne Ausbildungsreife sind, die wütend sind und versorgt werden müssen.
– Er behält Netto nur knapp 45 % seines eigenen Einkommens in der Tasche.
– Er muss angesichts der deutschen Vergreisung damit rechnen, keine vernünftige Altersversorgung zu erhalten.

Merke: Wer als Schweizer nach Deutschland auswandert muss einen Knall haben.

 
     
     
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