Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 21. Oktober 2010

The proof of the pudding is…?

Donnerstag, den 21. Oktober 2010 um 15:40

Tolle Zeiten: Knapp jeder 20ste Engländer ist staatlicher Angestellter. David Cameron, konservativer Premierminister, macht nun sein Versprechen wahr, indem er sich als Europas aggressivster Defizitkürzer beweist. Er will Zehntausende von Staatsangestellten entlassen, damit dann die Privatwirtschaft neue Arbeitsplätze schaffen kann. Tut sie das nicht, stehen die Konservativen vor einem Desaster. Am Beispiel Grossbritanniens werden wir bald sehen, ob die Rezepte der Konservativen wirken; das kann Einfluss auf die Schweizer Wahlen im Herbst 2011 haben.

Gleichzeitig lässt die US-Notenbank den Dollar in den Keller sausen. Was in NYC und in Washington niemand interessiert, ist die Auswirkung auf die anderen Währungen. Wird die Inflation damit auf uns umgewälzt? In den USA interessiert sich niemand für unsere Sorgen.

Arme Verlagsdirektoren

Donnerstag, den 21. Oktober 2010 um 15:40

Verleger zu sein, „die den Champagner aus den Hirnschalen ihrer Redaktoren trinken“, ist meistens lustig. Schlimmer geht es den kämpfen Verlagsdirektoren:

– „Polo“ Stäheli von der NZZ-Gruppe, der angesichts einer schwächelnden Redaktion dennoch beweisen muss, dass er die kränkelnde „alte Tante“ in den Jungbrunnen geworfen hat.

– Ringier-Chef Christian Unger, der im Ausland behauptet (SZ vom 13. 10. 10): „Unsere Journalisten sind und bleiben unabhängig“, wo doch in Zürich jeder weiss, dass Druckaufträge der medialen Erwähnung bei Ringier förderlich sind und das Zusammenspiel zwischen Verlagsmarketing und Redaktionen noch besser werden soll.

– Tamedia-Chef Martin Kall, der zur Schliessung eines Druckzentrums mit Dutzenden von Mitarbeitern feststellen lässt: „Es macht ökologisch keinen Sinn, überzählige Druckzentren zu betreiben.“

Darf man Medien trauen?

Donnerstag, den 21. Oktober 2010 um 11:16

Nein. Wie der Fall „Bad Boy Kummer“ beweist, der jetzt in die Kinos kommt, hat ein hoch talentierter Journalist, Autor und Wortakrobat während Jahren Interviews und Artikel gefälscht, die in den besten Magazinen und Zeitungen des deutschsprachigen Europas gerne nachgedruckt wurden. Kummer, aus einer hoch motivierten Münchner Journalistenschule kommend, wo andere Starjournalisten ebenfalls wie er dachten, wollten die Wirklichkeit genauer erfassen und steigern – deshalb fälschte er.

Ob der sogenannt „ehrlich-professionelle Journalismus“ tatsächlich präziser arbeitet, darf bezweifelt werden. Die Bilder, welche uns die Medien von Politikern und Wirtschaftsführern übermitteln, erfassen nie die ganze Wahrheit und oft das Gegenteil davon. Das ist keine Entschuldigung für Kummer, denn was er zu viel an Phantasie und Wissen hatte, haben die meisten anderen Journalisten zu wenig.

Wie Kummer von seinem Ego abhängig war, sind seine Kollegen abhängig von Karrierewünschen, von privater oder öffentlicher Anerkennung, von der Angst vor Arbeitslosigkeit oder einfach nur Opfer eines „mainstreams“, der eigenes Nachdenken überflüssig macht.

Nein, die Medien übermitteln – auch ohne Kummer als aktiv Mitwirkenden – realistisches Bild von der Gegenwart. Sie entwerfen Bilder, Imaginationen, die in Aspekten richtig sein können, ganz wie eine Glaskugel von Swarovski, die bei jeder Drehung den Farbton wechselt.

Die Hindus nennen dies „samsala“, das täuschende Bild der Welt, mit welcher wir uns arrangieren müssen. Wie lässt sich eine Annäherung an die Wahrheit erzielen? Sei es in Politik oder Wirtschaft: Das qualifizierte, nicht nur höfliche Gespräch mit den handelnden Menschen ist unverzichtbar. Dazu Jahrzehnte der vertiefenden Buchlektüre, des Lesens tausender von Dokumenten und Artikeln, dazu die herausfordernde Diskussion. Heute, in der Zeit digitaler Kommunikation, wird der Zugang zur Wahrheit eher weiter verhindert, weshalb erfahrene Pfadfinder wichtig geworden sind.

Alex Frei – Ein Kind im Kopf

Donnerstag, den 21. Oktober 2010 um 10:30

Nein, Alex Frei will nicht ein Kind aber seine emotionalen Handlungen erinnern an die, eines Pubertierenden. Er spielt auf dem Spielfeld meist wie ein Gott aber gegenüber anderen Menschen verhält er sich wie ein Idiot. Alex Frei hat nie gelernt, mit dem Ruhm umzugehen und diplomatisch intelligent zu reagieren. Genau das ist jetzt sein Problem. Er fühlt sich nicht geliebt von jedermann und das stört den Spieler. So jung ist er nicht mehr und er sollte langsam lernen, mit seinem Umfeld etwas würdiger umzugehen, sonst kriegt er irgendwann später die brutale Retourkutsche, wie so einige vor ihm.

Fidel Stöhlker

Das freie Wort ist nicht gesichert

Donnerstag, den 21. Oktober 2010 um 7:57

Das deutsche Bundesverfassungsgericht gab unlängst einem emeritierten Politikwissenschaftler recht, der in einem Aufsatz von einer „deutsch-jüdischen Symbiose unter dem Hakenkreuz“ schrieb. Dieser Aufsatz war zuvor vom Besteller, der Deutschen Bundeszentrale für politische Bildung, wegen dieser Aussage eingestampft worden. Dieser Sieg einer Aussage, die nicht dem politischen „mainstream“ entsprochen hat, ist erfreulich. Auch in der Schweiz gibt es jede Menge von Scheren im Kopf, die sofort alles abschneiden, was der offiziösen Meinung missfallen könnte, z.Bsp.

– Wir haben keine Deflation, weil weder Nationalbank, Banken oder Bundesrat dies hören wollen.

– Wir haben eine freie Presse, obwohl die Schweizer Medien seit über 50 Jahren noch nie so gleichgeschaltet waren, wie sie es heute sind.

– Wir haben eine Corporate Governance und Corporate Social Responsibility, obwohl Schweizer Banken und Konzerne alleine in den letzten drei Jahren über vier Milliarden Franken an Bussen an Drittstaaten zahlen mussten, weil sie dort Gesetze verletzten.

– Unsere Staatskirchen erfüllen eine wichtige Aufgabe, obwohl die Kirchenbänke der Katholiken und Protestanten so leer sind wie noch nie.

Wer derlei Aussagen mit dem Ruf „Der Kaiser ha ja keine Kleider an!“ infrage stellt, zieht sich das Missfallen jener zu, die eine Veränderung nicht wahrhaben wollen. Diese Haltung führte zum Absturz der Swissair, brachte den UBS-Konzern in die Knie und zerstörte die einst erfolgreiche FDP, die den Angriff Christoph Blocherst nicht ernst nehmen wollte. Entweder erleben wir demnächst viele „sell out’s“ oder einige wagen den „turn around“.

Ramsauer wie Tiefensee: Tiefflieger

Donnerstag, den 21. Oktober 2010 um 7:57

Wenn die Schweizer Seite, einigermassen lauwarm, darum kämpft, dass die 700 direkt Betroffenen nördlich des Rheins wieder mehr An- und Abflüge vom Flughafen Kloten übernehmen, treffen sie in Berlin auf einen Verkehrsminister, der, obwohl Bayer, das Temperament einer Schnecke hat. Peter Ramsauer hält sich lieber in der Mongolei auf, als sich um aktuellere Verkehrsfragen nahe seiner Heimat zu kümmern. Es ist kein Trost, dass er auch bei „Stuttgart 21“ keine Rolle spielt. Schon sein Vorgänger Wolfgang Tiefensee war ein Tiefflieger, was Verkehrsfragen anging – eigentlich nicht anders als der Schweizer Verkehrsminister Moritz Leuenberger, der sich mangels eigener Leistung vor seinem Ausscheiden gezwungen sei, ein Vorfest der Gotthard-Tunneleröffnung zu feiern. Offensichtlich werden fleissige Menschen nie Verkehrsminister.

Von Noah bis Luther

Donnerstag, den 21. Oktober 2010 um 7:57

Luc Ferry, einst Schulminister in der französischen Republik, hat soeben das Buch publiziert „La Révolution de l’amour. Pour une spiritualité laïque“. Darin kämpft er gegen den Masochismus, der die christlichen Kirchen befallen hat. Obwohl Katholik, glaube ich nicht mehr an Wunder auf diesem Gebiet. Schon Noach, der seine Familie auf die Arche rettete, während die anderen ertranken, war verrückt. Noach, der Tröster, sprach seit seiner Geburt bis zur Katastrophe kein einziges Wort. Als die Sintflut vorbei war und er das Land neu bebaut hatte, „berauschte er sich und entblösste sich im Innern seines Zeltes“. Offensichtlich litt er, der darob von seinem Sohn beschimpft wurde, unter einer posttraumatischen Störung. Viel ist seither geschehen; lesen wir die Geschichte genauer, viel verrücktes. Dazu zählt auch „das Mönchlein“ Martin Luther, der sein „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“, nie gesagt hat. In sechs Jahren feiern wir das 500jährige Jubiläum der Reformation. Rom sollte den Protestanten, wie den Anglikanern auch, rechtzeitig die Rückkehr in den Schoss der richtigen Kirche anbieten. Weil Westrom damals Ostrom nicht helfen wollte, ging Konstantinopel verloren. Jetzt stehen „die Türken“ wieder vor der Tür, weshalb Einigkeit angesagt ist.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog