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Tagesarchiv für 20. Oktober 2010

Hochsaison für Ballermänner

Mittwoch, den 20. Oktober 2010 um 13:09

Gerade haben sich mein Anwalt und Treuhänder wieder zur Jagd abgemeldet, mir ein saftiges Stück echt Schweizer Rehfleisches versprechend. Ob es mir schmecken wird? Jährlichs, so sagt Ex-Wildhüter Josef Kaufmann, gehen mit schlecht gezielten Schrotschüssel gegen 2000 Rehe in den Schweizer elend zugrunde. Nur noch in der Schweiz ist das Schrotschiessen erlaubt, in der EU schon längst nicht mehr. Mein Anwalt und Treuhänder sehen beide nicht mehr gut. Wohin sie wohl treffen werden?

13 Punkte für Kardinal Schwery

Mittwoch, den 20. Oktober 2010 um 13:09

Ein Normalsterblicher bekommt Kardinal Henri Schwery, der in seinem alten Bistum in Sitten als depressiv bekannt war, nur selten zu Gesicht. Die Walliser wissen auch nicht, wo er sich heute aufhält. An dieser Stelle kann berichtet werden, dass das Foto eines strahlend lächelnden Kardinals namens Schwery nördlich von Basel besichtigt werden kann. Im 13 Sterne-Restaurant „Mühle“ in Binzen, das gerne von Schweizern besucht wird, steht er inmitten des europäischen Hochadels im Bild. Neben ihm Prinzessin Hildegard von Bayern, Diana von Thurn und Taxis und Erzherzog Josef-Karl von Oesterreich. Die römisch-katholische Kirche verlässt sich auch heute noch gerne auf den alten Adel. Beide brauchen eine sichere Heimat.

Zen löst nicht alles auf

Mittwoch, den 20. Oktober 2010 um 13:09

Als mir vom Computer generierte Haikus vorgelegt wurden, erkannte ich den Unfug sofort. Es fehlte ihnen die Harmonie, der Klang, der Esprit. Weil ich schon gut 40 Jahre mit Zen lebe, fällt mir auf, dass auch Zen nicht für alles eine Lösung bietet. Der einst jugendliche Erbe eines alten Winterthurer Geschlechts, dessen Vermögen schneller schrumpfte als die Gletscher der Alpen, gab sich dem gerne hin; vielleicht milderte diese Praxis die irdischen Leiden. Schlimm sind auch die vielen pensionierten oder auch nur ambitionierten Lehrerinnen und Mütterchen, die derlei Seminare aufsuchen und mit ihrer Sucht nach innerem Frieden die Realität der Welt vergessen. Ein gutes Haiku erleuchtet die Welt wie einen Blitz. Wer sich daran nicht verbrennen will, darf den Versuch ernster Lektüre nicht wagen. Die von uns kultivierte Vor-Friedhofsruhe ist der falsche Weg.

Staatssekretär vermisst Pioniergeist

Mittwoch, den 20. Oktober 2010 um 13:09

Wenn ein Schweizer Staatssekretär, dessen hohe Einkünfte wesentlich von den KMU bezahlt werden, die gleichen Schweizer tadelt, sie würden zu wenig Pioniergeist entwickelt, geht das zu weit. Staatssekretär Jean-Daniel Gerber, der den Ruf eines brillanten Staatsdieners hat, lebte sein ganzes Leben (er steht kurz vor der Pensionierung) im Staat und auf Kosten des Steuerzahlers. Er hat viel dazu beigetragen, die Schweizer Exportindustrie mit Milliarden zu fördern und gehört zu jener „classe politique“, die auch den Finanzplatz mit Milliarden rettete. Solche Fördermittel standen den KMU nie zur Verfügung. Der von der ihm unterstellten OSEC gerne gelobte Pioniergeist, man möge in Asien oder Lateinamerika investieren, setzt den normalen Schweizer untragbaren Risiken aus. Aus dem sicheren Winkel des Chebeamten sieht die Welt eben anders aus.

NZZ oder FAZ lesen?

Mittwoch, den 20. Oktober 2010 um 7:33

Natürlich sollte man beides tun, die NZZ und die FAZ lesen. Die NZZ bleibt das Flaggschiff der Printmedien in der Schweiz, was aber wenig bedeutet, denn keine andere Redaktion, auch die ambitionierte Tageszeitung „Le Temps“ in der Westschweiz nicht, schafft es, alle 24 Stunden ein derart breites Spektrum an aktuellen wie übergreifenden Informationen zu bieten. Der „Tages-Anzeiger“, sich selber als Schweizer Regionalzeitung definierend, leistet viel, ist aber in den Ressorts Wirtschaft und Kultur weiterhin schwach, weil dort profilierte Autoren fehlen.

Die FAZ, hinter der bekanntlich immer ein kluger Kopf steht, wie deren Marketingabteilung behauptet, schlägt die NZZ im Hinblick auf Qualität und Umfang der Berichterstattung jedoch bei weitem. Die Grösse des deutschen Marktes rechtfertigt diesen Klassenunterschied. Einzig Martin Meier, Feuilletonchef der NZZ, kann in seinem Ressort dank eklektischer Themenwahl dem täglichen Qualitätswettbewerb der Frankfurter standhalten und damit den internationalen Ruf des Schweizer Verlags erfolgreich verteidigen. Das schmälert nicht die Leistung der Redaktion für den Schweizer Markt, aber Weltklasse ist etwas anderes.

Ein Chance ist es, dass die FAZ stets ausgezeichnete Korrespondenten in die Schweiz delegiert. Wolfram van den Wyenbergh hatte das Glück, noch eine global aufstrebende Schweiz beschreiben zu dürfen. Sein Nachfolger, Konrad Mrusek, hatte des öfteren Zweifel, wie es um die Schweiz wirklich bestellt ist, kleidete dies aber in die elegantesten Formulierungen. An seine Stelle ist Jürgen Dunsch getreten, der die Schweiz in politisch wie wirtschaftlich heiklen Zeiten begleiten muss, dies aber mit einem Wohlwollen und einer Energie tut, die ihn zu einem stets kritischen, aber wertvollen Verbündetenmacht. Hätten wir ein Bundesverdienstkreuz à la Suisse, wäre Dunsch erster Kandidat.

Der legendäre Dr. Heinz Brestel, einst der wohl bestinformierte Finanzjournalist Europas, konnte nicht mehr ersetzt werden. Aus der Schweiz überblickte er die Finanzinstitute und die Märkte, die Abläufe schilderte er filigran. Jürg Altwegg, Kulturkorrespondent mit Sitz in Genf, erfüllt in der FAZ eine vergleichbare Funktion. Seine Beiträge leuchten von Weisheit und Kenntnis. Er, wie seine FAZ-Kollegen auch, machen deutlich, wie guter Journalismus funktionieren sollte. Auch die Schweizer Medienszene hat solche Journalisten zu genüge, aber sie arbeiten über zwei Dutzend Medien verstreut, sodass man als Leser viel Mist abarbeiten muss, um die Perlen zu finden.

Der guten Ordnung halber sei angefügt, dass auch Thomas Kirchner für die „Süddeutsche Zeitung“ intensiv über Schweizer Belange berichtet, dem Korrespondenten in der Hauptredaktion aber nicht die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wird, wie es bei den Frankfurtern der Fall ist. Als mit der tamedia Gruppe befreundeter Verlag, bietet die „SZ“-Redaktion vieles und ist – gezwungenermassen – eine Spur kreativer als die FAZ. Seit einiger Zeit arbeitet „Die Zeit“ mit einem inhaltsreichen Schweizer Split. Deutlich gefördert werden dort unter Leitung von Peer Teuwsen linksliberale Ansichten, die allerdings den Lesern der deutschen Stammauflage vorenthalten werden. Das Trio FAZ-SZ-Zeit ist für den anspruchsvollen Schweizer Leser eigentlich eine Muss-Lektüre. Sie treffen aber auf die Konkurrenz von Le Monde-FTI-Economist-WSJE und IHT, was die Stärke des Schweizer Informationspools unterstreicht.

Aus der Wunderwelt des Kapitalismus

Mittwoch, den 20. Oktober 2010 um 7:32

Westeuropa liegt danieder unter Soziallasten. Es geht darum, diese unter Mitwirkung der Betroffenen, freiwillig zu senken. Anders in Dubai: Wer dort als Gastarbeiter gekündigt wird, verliert die Krankenversicherung und hat einen Monat Zeit, einen Job zu finden oder abgeschoben zu werden. Die Schwächsten werden zuerst gekündigt, auch von westlichen Firmen. Bei uns heisst es:

– „Die Kosteneinsparungen tun der Belegschaft richtig weh. Aber wir haben ein faires Programm aufgezogen, wo alles transparent ist und unvoreingenommen entschieden wird.“ Das ist offensichtlich besser.

– „Offen von Profit zu reden, geht nicht mehr.“

– „Der Planet kann ohne Menschen und Gewinne leben, aber die Menschen nicht ohne Gewinne.“ (Wolfgang Mayrhuber, CEO Lufthansa, der das Drehkreuz Zürich-Kloten ausbauen will.)

Neueste Variante der Fluggesellschaften in der Schweiz: Reisebüros sollen für ihren Beratungsaufwand an Kunden der Airlines nicht mehr entschädigt werden. Das deckt sich mit den Hungerlöhnen für freie Mitarbeiter der Redaktionen und Bau- und Landarbeitern, die für sechs Euro in der Stunde bei uns arbeiten.

Heinz Kägi beisst Sonja A. Buholzer

Mittwoch, den 20. Oktober 2010 um 7:27

Das „Shark“-Buch von Frau Buholzer soll vor allem Frauen helfen, sich in den Teppichetagen besser zu etablieren. Ihre Thesen stützen sich auf Begegnungen, die Sonja Buholzer beim Tauchurlaub mit Haifischen gemacht hat. Mit dem Buch inspiriert sie wohl Frauen, die mit Fisch-Thesen die obersten Führungsetagen erobern wollen. Echte Leadership basiert aber nicht auf der stummen Kommunikationslehre durch Fische, sondern durch die persönliche Auseinandersetzung in einer Gruppe von Menschen. So empfehle ich unbedingt eine nützlichere Lektüre, die von einem erfolgreichen europäischen Leadership-Coach publiziert wurde. Seine Thesen stützen sich nicht auf Ferienerlebnisse, sondern auf tausende von persönlichen Erlebnissen mit Führungsteams in Unternehmen, denen er zum Erfolg verholfen hat. Das Buch „Gesucht: Leader – Vom Manager zur Führungspersönlichkeit“ von Heinz Kägi, ist ein echter Leitfaden für alle, die sich zu einer Führungspersönlichkeit entwickeln wollen. Die Beispiele dort sind für Frauen und Männer vielfach gleichgeltend, denn so erwerben Frauen von Anfang an dieselben Führungstechniken wie sie die Männer anwenden. Ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, denn dann spricht man in der Führungsetage von der gleichen Sprache.

Wie echte Taucher wissen, geht heute die grösste Gefahr nicht von den Haien, sondern von den Riesenquallen, den Medusen, aus.

Fidel Stöhlker

 
     
     
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