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Tagesarchiv für 8. Oktober 2010

Zunehmend ungemütlich

Freitag, den 8. Oktober 2010 um 13:43

Drucken die Zentralbanken noch mehr Geld, werden die Sparer und die Alten hinweggefegt von einer Inflationsrate, wie wir sie seit drei Generationen nicht mehr erlebt haben. Lassen die US-Amerikaner den Dollar in den Keller stürzen, werden wir unsere Industrie einstellen müssen. Lassen die Chinesen den Euro, wovon sie mindestens 500 Mia. haben, in die gleiche Richtung sausen, bricht die EU zusammen. Und kommen dann noch mehr Ausländer mit ihrem sauberen Geld in die Schweiz, steigt der Franken so hoch wie das Matterhorn. Absteigen können wir von dieser Schaukel nicht, denn Europa war noch nie in seiner Geschichte so abhängig von anderen Erdteilen wie heute. Der Kollaps des USD ist soeben auch vom internationalen Bankenverband Institute if International Finance (IIF) angesagt worden.

Eleganz gesucht

Freitag, den 8. Oktober 2010 um 13:43

Die Zürcher Bauherren haben stets nein gesagt, wenn einer ihrer grössten Söhne von der ETH an der Limmat bauen wollte. Calatrava wurde gerade einmal zugestanden, den Kleinbahnhof Enge zu vergrössern, dann war Schluss. Basel hätte ein Kunst- und Konzerthaus von Zaha Hadid haben können, die soeben mit dem renommierten Sterling Architekturpreis ausgezeichnet wurde, zog es aber vor, gleich gar nichts zu tun. Eine Rheinbrücke von Calatrava hatte man schon zuvor abgelehnt. Was sich in Zürichs Nordwesten Autobahnausfahrt nennt mit einer geradezu gewalttätigen Passarelle über die Zufahrt, entbehrt jeglicher Eleganz. Wozu auch?

Die Badener Alstom-Krise

Freitag, den 8. Oktober 2010 um 13:42

Wie wenig sich globale Konzerne um nationale Usanzen kümmern, erleben wir jetzt am eigenen Leib. Der Alstom-Konzern (vormals BBC) will in der Stadt Baden 750 Stellen abbauen. Mitarbeiter und kantonale Regierung, die in der Vergangenheit stets alles getan hat, um dem Konzern entgegen zu kommen, wurden erst im letzten Augenblick, gar nicht oder über die Medien ins Bild gesetzt. Die internationalen Führungskräfte eines solchen Konzerns denken in Welten, die mit unseren lokalen und kantonalen Befindlichkeiten wenig zu tun haben. Ein Entscheid muss exekutiert werden. In Baden ist dies jetzt der Fall; andernorts wird solches nicht ausbleiben. Die Abhängigkeit vieler kleiner Städte von einzelnen Konzernen sind lokale Grossrisiken, die frühzeitig erkannt werden wollen.

Revolution 21

Freitag, den 8. Oktober 2010 um 13:42

Die Kämpfe rund um den Neubau des Stuttgarter Bahnhofs sind ein eher romantischer Vorgang, der von der Regierung mit Gewalt zurück geschlagen wird. Die EU und die deutsche Spitzenwirtschaft brauchen die Beschleunigung der Bahnlinien. Das Stuttgarter Volk, dem sich viel aus ganz Deutschland angeschlossen hat, braucht diese Beschleunigung nicht. Regionale und lokale Interessen prallen mit nationalen und internationalen Interessen zusammen. Wer siegt, ist klar. Es werden die Bahnhofsbefürworter sein. Das Gleiche spielt sich ab rund um die Entwicklung des Flughafens Zürich. Regionale Kleininteressen setzen sich für eine gute Nachtruhe ein; globale Interessen kämpfen für einen expandieren Flughafen. Wer siegt, ist klar.

Niesen schlägt Fudji

Freitag, den 8. Oktober 2010 um 8:59

Obgleich die Japaner, und vor allem Hokusai, ihren Fudji über alle Massen gut dargestellt haben, finde ich den Niesen im Berner Oberland nicht minder attraktiv. Er liegt besser vor dem See als der Fudji, hat keine Kirschen- aber sehr attraktive Apfelbäume. Er ist eine der grossen Granitpyramiden, wie es auch das Bietschhorn eine ist, die sich vom Gotthard durch das Oberwallis in den Westen ziehen. Die Berner und die Walliser haben bisher um ihre Berge keinen vergleichbaren Kult wie die Japaner betrieben. Unsere alemannische Zurückhaltung ist der Grund.

Regieren und Durchregieren

Freitag, den 8. Oktober 2010 um 8:58

Es gibt eine neue Sprache in Europa. Früher wurde regiert; heute wird „durchregiert“. Das heisst, die europäischen EU-Regierungen kommen mit dem einfachen Regieren nicht mehr durch. Sie müssen zeigen, dass sie „durchregieren“ können, meistens gegen den Volkswillen. Der dies Wort geprägt hat, Jean Claude Juncker, Luxemburgs Premier und einer der klügsten europäischen Politiker, steht zu seiner Verantwortung. Entweder regiert Europa „durch“ oder es gibt nichts mehr zu regieren.

Die Kühlerfigur Moritz Leuenberger

Freitag, den 8. Oktober 2010 um 8:58

Wenn kurz nach Bundesrat Moritz Leuenberger auch UVEK-Generalsekretär Hans Werder seinen Abschied nimmt, sind die Sympathien der Politiker und Medien ganz auf der Seite des Letzteren. „Der Motor folgt der Kühlerfigur“, sagen Berner Insider, kein Kompliment für Moritz, den Rhetoriker. Wer beide nebeneinander sieht, weiss sofort, wer gearbeitet hat und wer als Schauspieler im Amt wirkte. Hans Werder ist schwer gebaut mit Doppelkinn, dennoch meist lächelnd. Moritz, genannt der Bundesrat, wird immer ästhetischer und ist im Begriff, sich in Nichts aufzulösen. Er repräsentiert damit grosse Teile der Sozialdemokratie, die als späte Grossbürgerkinder eigentlich keine Aufgabe mehr haben ausser derjenigen, das geistige und materielle Erbe ihrer Vorfahren zu verbrauchen. Die Morlocks sind andere.

 
     
     
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