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“Tagi” beklagt literarische Überfremdung

7. Oktober 2010 um 13:43

Die Schweizer Leitkultur der Lehrer-, Werbeberater- und Hausfrauenliteraten beklagt sich via “Tagi” (Martin Ebel), dass Einwanderer in die Schweiz mutiger schreiben würden. Die literarische Überfremdung der Schweiz ist eine Tatsache geworden, seit Ilma Rakusi im letzten Jahr den Schweizer Buchpreis und Melinda Nadj Abonji soeben den Deutschen Buchpreis gewonnen haben. Die Schweizer Literatur liegt in den letzten Zügen, denn die Schweizer haben einfach nichts mehr erlebt, das des Mitteilens wert und damit lesenswert wäre. Point Blanc. In versteckten Tälern hausen einsame Schriftsteller wie Peter Imhasly (Wallis), Oskar Freysinger (Savièse) oder Harry Wilkens in Genf, im Berner Brünnengut E. Y. Meyer, die etwas zu Erzählen haben, dies aber von einer Komplexität, welche das Fassungsvermögen unserer Kulturredaktoren bei weitem übersteigt. Imhasly, Freysinger,Wilkens oder E. Y. Meyer heute zu verstehen, würde Arbeit bedeuten. Ebenso verwahrlost sind unser Schriftstellerverband wie Pro Helvetia, die eine eklektische Standardliteratur fördern, die mehr politisch als literarisch ausgerichtet ist. “Den Lehrergeist verliert man nie”, titelte der “Walliser Bote” am 6. Oktober 2010. Deshalb ist unsere Lehrerliteratur auch am Ende. Wir haben literarische Therapeuten herangezogen, aber niemand mehr, der schreiben kann.

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