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Tagesarchiv für 5. Oktober 2010

Kantonspolizei Zürich – Nötigung am Flughafen

Dienstag, den 5. Oktober 2010 um 18:19

Vor einer Woche fuhr ich sehr früh morgens mit einem äusserst freundlichen Taxifahrer zum Flughafen Zürich. Er war sehr ruhig, gelassen und ein korrekter Mensch. Am Flughafen angekommen, es war kaum ein Auto geparkt, fuhren wir auf dem Taxistreifen zum Terminal 2. Wir hielten, ich sprang aus dem Taxi und der freundliche Taxifahrer hielt mir den Koffer entgegen. Ich bedankte mich für die angenehme Fahrt und wollte gleich los. Zehn Sekunden dauerte die Kofferübergabe aber der Taxifahrer dachte sich: für die zehn Sekunden brauche ich den Motor nicht abzustellen und fahre gleich weiter. Logisch eigentlich. Weit gefehlt, denn kaum war der Fahrer ausgestiegen kam ein übereifriger junger Polizist der Kantonspolizei Zürich und fing an, den netten Mann auf eine ekelhafte Art und Weise zu belehren. Der Taxifahrer entschuldigte sich aber den jungen Polizisten interessierte das überhaupt nicht. Er fand Spass daran, ich habe ihn beobachtet, den älteren Herrn für seinen 10 Sekunden-Fehler zu belehren. Eine Busse folgte. Ein Bild einer verknöcherten Zürcher Kantonspolizei mit Polizisten, die gerne mal die Mächtigen spielen. Kommandant Würgler, schulen Sie gefälligst Ihre Gesetzeshüter besser, denn solche Übungen wie am Flughafen sind reine Nötigung.

Fidel Stöhlker

Prächtiger Precht

Dienstag, den 5. Oktober 2010 um 16:57

Es gibt diese Schön- und Schnellschreiber, die dem alten Kapital und dem jungen auch so gut gefallen. Einer davon ist David Precht, den ich jüngst bei Charles von Graffenried in Bern kennen lernen durfte. Jetzt hat dieser Schnelldenker wie -schreiber ein neues Buch vorgelegt („Die Kunst, kein Egoist zu sein“, Goldmann, früher als ein Verlag für Krimis bekannt), worin er sich ganz zur Schweiz bekennt. Precht: „Wer ein guter Anarchist werdenw ill, sollte in die Schweiz reisen. Die Schweiz bietet mehr Volksdemokratie, mehr Autonomie der Gemeinden und eine höhere Besteuerung der Konzerne. Letzteres stimmt sicher nicht, aber der Rest liest sich luftig, ganz wie alte Eliten dies schätzen.

Spekulationen ersetzen Wissen

Dienstag, den 5. Oktober 2010 um 16:57

Inmitten einer Weltfinanzkrise, wie sie nur in Generationen auftritt, stellt sich die Frage, wozu Chefökonomen gut sind. Als Prognostiker haben sie auf jeden Fall versagt. Das hindert Andreas Höfert, den Chefökonomen der UBS, nicht, den Untergang des Euro an die Wand zu malen, wenn Deutschland aus dem Euroland nicht austrete. Ebenso könnte er auf den Untergang des UBS-Konzerns wetten, wenn dort das Investmentbanking nicht abgekoppelt werde. Höfert wird sich hüten, solches zu tun. Der UBS-Konzern wird so wenig untergehen wie die Eurozone, weil beide sich dies nicht leisten können. Entweder sind solche Spekulationen Glasperlenspiele von Oekonomen oder sie verleiten zur Ansicht, die UBS spekuliere gegen den Euro. Dies ist insofern wenig wahrscheinlich als die Anlageberater des gleichen Konzerns den Einstieg in Euro-Aktien und den Euro empfehlen, weil dieser steigen werde. Woraus sich wiederum schliessen liesse, bei der UBS wisse die eine Hand nicht, was die andere tut.

Jetzt wissen wir es dafür offiziell: Weder Kaspar Villiger, VR-Präsident der UBS, noch Oswald J. Grübel, Konzern-CEO, noch Chefkommunikator Michael Willi noch Daniele Isenegger, globaler Kreativdirektor, wussten um die Nazi-Vergangenheit von Le Corbusier. Als gebildeten Menschen kenne ich immerhin Peter Hartmeier, Kommunikationschef der UBS Schweiz. Was hatte er zu sagen, was die Haushistoriker? Merke: Ohne fundierte geschichtliche Bildung sind solche Public Affairs-Massnahmen immer ein Risiko. Der gesellschaftliche Bezug eines Unternehmens ist heute von grösster Bedeutung, dem normale Marketing- und Werbefachleute nicht gewachsen sind. Ohnehin ist es stets fragwürdig, die Geister von Menschen, die man nicht genau kennt, aus den Gräbern zu holen.

Christoph Blocher als FDP-Präsident?

Dienstag, den 5. Oktober 2010 um 9:37

Ja, Dr. Christoph Blocher, der aus dem maroden SVP-Kahn innert 30 Jahren eine starke innenpolitische Fregatte gemacht hat, möchte wirklich Präsident der FDP Schweiz werden. Diesen Primeur schenkte er der „Schweizer Illustrierten“. Keine schlechte Idee, denn eine Fusion von SVP und FDP würde die Schweiz innenpolitisch wieder stabilisieren. Blocher müsste dann aber seine schlechten politischen Manieren gegenüber Frauen, Mitarbeitern und Ausländern ablegen. Der Goldküsten-Macho hat Frauen (vielleicht ausser seiner eigenen, die ihn „machte“) stets gefördert (Rita Fuhrer), aber nur mit der Prämisse, stets für und nie gegen ihn zu arbeiten. Mitarbeiter aller Art, auch politische, bezeichnet er vorzugsweise als Untergebene. Ausländer sind für ihn, den Hodler-Schweizer, Wesen von einem anderen Stern, die entweder dienen oder vertrieben werden müssen. Dies passt nicht mehr in die heutige Welt, wo sein Schwiegersohn ein Italiener und die neue deutsche Buchpreisträgerin eine Schweizerin ungarisch-serbischer Herkunft ist. Blocher könnte die FDP retten, obwohl es auch in seiner eigenen Partei keineswegs nur gut aussieht, mit Pelli an der Spitze droht der FDP der Orkus. Blochers konservative Revolution, Thatcher-Reagan waren einmal seine Vorbilder, ist gescheitert, was niemand überraschen sollte. Die Schweiz darf nicht zurück ins 19. Jahrhundert; sie muss ihren Platz im 21. verteidigen.

Die Deutschschweizer als Zugpferde

Dienstag, den 5. Oktober 2010 um 8:24

Wie die jüngeren Abstimmungsresultate zeigen, sind es die Deutschschweizer, welche bereit sind, mehr Opfer für die Stabilität des Landes zu bringen, als die Westschweizer und Tessiner. Während in den lateinischen Landesteilen die Meinung vorherrscht, der Staat werde es schon richten, bringt der etwa 30-40 %ige Teil der Stimmbürger, den man als staatstreu bezeichnen kann, in der Deutschen Schweiz freiwillig jene Opfer, für welche man das Schweizer Stimmvolk bestaunt. Deshalb sind die Deutschschweizer die Zugpferde und Stabilisatoren des Landes. Sie verdienen auch mehr Geld als die Westschweizer, was beweist, dass Erfolgreiche auch teilen können.

Das Volk will Mächtige

Dienstag, den 5. Oktober 2010 um 8:22

Nichts irritierte die Schweizer an Bundesrat Johann Schneider-Ammann mehr als die Lässigkeit, mit welcher er sich nicht um das Amt des Bundesrates bewarb. Es wurde ihm angetragen und er übernahm es als Pflicht und Dienst am Land. Ganz anders Henry Kissinger, der Macht als grösstes Aphrodisiakum bezeichnete. Ganz anders als Tony Blair, der jederzeit sofort wieder den Marschallstab Europas ergreifen würde, reichte man ihm diesen. Bill Clinton erhält für seine eher langweiligen Vorträge Millionenhonorare, sodass er in den acht Jahren nach seinem Rücktritt bereits seine Schulden bezahlt und ein neues Vermögen von über USD 100 Mio. aufgebaut hat. Hillary hat mit verdient. Macht korrumpiert die Umgebung. Dann dürfen wir bei Schneider-Ammann hoffnungsvoll sein, dass ihm im Amt nur die Besten dienen.

 
     
     
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