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Unerklärliche Unruhen

30. September 2010 um 8:25

Wenn die einfachen Griechen auf die Strasse gehen, weil sie nicht Opfer der Prasserei ihrer Beamten und reichen Minderheiten werden wollen, sollte man dafür Verständnis haben. Wenn die Italiener auf die Strasse gehen, um nicht Opfer der Sparprogramme ihres Staatspräsidenten-Komikers zu werden, sollte man auch da nicht den Daumen senken, weil einst im Capitol. Wenn die Franzosen auf die Strassen gehen, weil sie nicht länger arbeiten wollen, als andere Europäer es schon tun, müsste man die welsche „largesse“ schon vorsichtiger beurteilen. In der Schweiz sind die Welschen auch lieber arbeitslos als die Deutschschweizer, wie die offiziellen Zahlen bestätigen. Wenn bunt gemischte deutsche Massen in Stuttgart gegen ein Zukunftsprojekt demonstrieren, ist es ein Zeichen für die mangelnde Einsicht der badisch-schwäbischen Regierung, dass sich Aufstände in Deutschland sehr rasch entzünden können. Vorläufig ist es in Europas Norden ruhig, während der Süden zu brennen beginnt. Daher ist es wichtig, die Volksarmeen rasch abzuschaffen, damit nicht jeder Schützenkönig seine Familie oder die Nachbarn über den Haufen schiesst. Auch für die Schweiz wird das Jahr 2011 heiss: Steigende Kosten für die Haushalte allerorten bei fast stagnierenden Einkommen, dazu weitere Entlassungswellen, eine Zunahme der Einwanderung und anstehende Wahlen in vielen Kantonen wie national im Herbst. Europa ist gefordert.

2 Kommentare zu “Unerklärliche Unruhen”

  1. Harry R. Wilkens

    Unerklärlich? Man stelle sich vor: in 11 Minuten bin ich auf der anderen Seite der Grenze, wo die Franzosen schon mit 60 in Rente gehen können, während diesseits die armen Schweizer bis 65 schuften müssen, und das sogar 42 Stunden am Tag.
    Und auch innerhalb der sogenannten „Europäischen Union“ bleiben diese Diskrepanzen weiterhin bestehen, und sollen sogar noch ausgeweitet werden (67 Jahre in Deutschland). Unglaublich! Unglaublich, dass das die Deutschen und Schweizer einfach so hinnehmen!
    Es ist bekannt, dass jedes Jahr, dass man (wenn man uninteressanten puren Broterwerbsjob hat!) auf seine legale Rentenzeit warten muss, das Leben um soundsoviel Jahre verkürzt.
    Ich ging schon mit 60 in Rente (mir war die Rentenkürzung egal) und rechne mir mindestens 10 Jahre mehr Überlebenschance aus. Wenn ich mit 65 Jahren in Rente gegangen wäre, hätte ich es vielleicht nur noch 1 oder 2 Jahre geschafft.

  2. Prof. Gerardo W. Físcher

    Ein Staat, genaugenommen sein praktisch nicht abwählbarer Machtapparat, macht sich bei Bürgern, die sich als schöpferisch empfinden, unbeliebt, wenn er sie zu sehr drückt und nur ein düsteres Bild der Zukunft zeichnen kann: Kinder werden nicht gewollt, weil sie den Menschen ausgeredet worden sind. Man glaubte, den „Generationenvertrag“ mit den Rentnern über die Hereinholung von Ausländern lösen zu können – der neue Präsident der BRD, Wulff, versuchte erst jüngstens, sich bei den „ausländischen Mitbürgern“ anzubiedern, und in einem Maße, dass die Bundeskanzlerin Markel ihm indirekt zu widersprechen wagte, indem sie auf der Frankfurter Buchmesse (oder war es danach, in Berlin, im Gespräch mit der argentinischen Staatspräsidentin?) sagte, für Bewohner der BRD müsse die Verfassung über der Shiad, also irgendwelchen Forderungen des Glaubens, stehen. Ohne Erhöhung des Alters für den Beginn des Rentenbezugs war eine schnelle Staatspleite nicht mehr zu verhindern.

    Nur wenige können wie ich (vor einer Reihe von Jahren) noch mit 53 in ein nichteuropäisches, fernes Land auswandern, die Staatsangehörigkeit wechseln und ohne auf das Rentenalter zu warten sich die um 50 % gekürzte Rente gleich auszahlen lassen. Mir war die Freiheit am wichtigsten. Es geht also notfalls auch anders, aber immer nur für wenige, denn sonst bleibt ja ein Staat ohne arbeitsfähige Bürger. – gwf

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