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Tagesarchiv für 14. September 2010

Wie man wirklich Bundesrat wird

Dienstag, den 14. September 2010 um 13:59

Es ist herkömmliche Ansicht, die Kandidaten der Parteien für den Bundesrat würden in den Kantonen ausgewählt und von den jeweiligen kantonalen Fraktionen bestimmt. Wie wenig dies zutrifft, sagt FDP-Präsident Fulvio Pelli in einem Gespräch mit Regula Ruetz in der jüngsten Ausgabe des Magazins „persönlich“. Pelli sagt: „Ich habe bereits vor dem offiziellen Rücktritt (Anm.: BR Hansruedi Merz) mit mehreren Kandidaten, welche die Kriterien erfüllen, Gespräche geführt.“ Es ist klar, dass sich die kantonalen Parteien kaum über die Wünsche ihres Parteipräsidenten Fulvio Pelli hinweg setzen werden. Die kantonale Balance der Kandidaten wird auch deshalb immer unwichtiger, weil die Schweiz sich kommunikativ zu einem „City State“ entwickelt. Nicht nur die wesentlichen politischen Aufgaben werden immer mehr zentralisiert, auch die Medien passen sich diesem Prozess durch Zusammenschlüsse an. Die kantonalen Erfahrungen werden deshalb immer unwichtiger, die national-internationalen Erfahrungen immer wichtiger.

Die Schweiz sehen und sterben

Dienstag, den 14. September 2010 um 13:57

Der Begriff „Rom sehen und sterben“ erhält eine ganz neue Bedeutung, denn es gilt in Europa als viel schicker, nach Zürich zu fliegen, um dort „die Schweiz zu sehen und zu sterben“. Was der deutsche Industrielle Eberhart von Brauchitsch und seine Frau mit Hilfe von Exit getan haben, wird viele Nachahmer finden. Man mietet eine Suite im Dolder Grand, das ohnehin unter mangelnder Auslastung leidet, und lässt das Killer-Team anreisen, wo nach dem letzten Glas Champagner in einer Suite mit Blick auf den Zürisee der Welt adieu gesagt wird. Schweiz Tourismus wird diese Marktlücke sicher noch entdecken, denn wie die Gays werden bald die Todessüchtigen (die „deaddys“) an die Limmat reisen. Unsere Stadt ist ohnehin viel sauberer als Rom, wo das Gesundheits- oder, besser, Todeswesen, nicht den besten Ruf hat. In der Schweiz wird man klinisch sauber um die Ecke gebracht, dies, obwohl in der Entwicklungszeit dieser Wachstumsbranche die Plastiktüte über den Kopf oft erst das wenig glanzvolle Finale bedeutete. „Zürich sehen und sterben“, ich bleibe dabei, ist attraktiver als das heutige Rom.

Bescheidener UNO-Präsident Josef Deiss

Dienstag, den 14. September 2010 um 13:55

In den kommenden 12 Monaten wohnt Joseph Deiss in einer New Yorker 2-Zimmer-Wohnung, um seine Aufgabe als UNO-Präsident wahrnehmen zu können. Ein Salär erhält er nicht, aber eine eher bescheidene Spesenentschädigung des Bundes von CHF 240 000.– für Reisen und Aufenthalt. Ein Drittel seiner Spesen, auch des Mitarbeiter-Stabes, finanziert der Schweizer Steuerzahler, den Rest die UNO und weitere Staaten. Ich halte diese Sparsamkeit für einen Fehler. Wir sollten Deiss grosszügig ausstatten, damit er die Schweiz global repräsentieren kann. Jetzt lebt er schlechter als jeder Schweizer Militärattaché im Ausland.

Die kommenden tollen Jahre

Dienstag, den 14. September 2010 um 13:41

Was immer wir tun und leisten, Europa wird schrumpfen, zu einer Art globaler Historien-Mumie werden. In den USA wird es nicht besser. Die Afro-Americans, früher Schwarze genannt, werden, wie die Hispanics, mehr Rechte verlangen, mehr Bildung, mehr Teilhabe. Die Chinesen sind grösser als die USA; sie werden sich weiter grossartig entwickeln; interne Unruhen werden bestanden. Die Latinos fahren munter mit, auch die Afrikaner werden kommen. Und wir? Zuerst einmal werden wir gebraucht, dann immer weniger, dann gar nicht mehr. Adieu l’Europe. Es war schön und fürchterlich.

Den Afgh-und Pak-Stans helfen?

Dienstag, den 14. September 2010 um 8:33

Die afghanische Elite, angefangen von der Familie Karsai, die im Rauschgift-Geschäft sehr erfolgreich ist, zu helfen, ist lachhaft. Sie machen Ferien in eigenen Villen in Dubai, während Europas und der USA dumme junge Männer verbluten. Die Grossgrundbesitzer Pakistans haben die Dämme an jenen Stellen geflutet, wo die Dörfer und Städte überschwemmt wurden zum Schutz ihrer eigenen Plantagen. Wollen wir dieser korrupten Elite wirklich helfen, wie die katholische Kirche aufruft? Die Berichterstattung über 9/11 war in den letzten Tagen äusserst dürftig: Keine Analyse, am TV nur „flight and action“. Die Völker werden zum Vorteil weniger an der Nase herumgeführt. Es ist traurig.

Wozu lernen: Wie macht man als Frau Karriere?

Dienstag, den 14. September 2010 um 8:33

Der Jugend erklärt man gerne, sie müsse viel lernen und das ein Leben lang, um reif für eine grosse Karriere zu sein. In vielen Fällen genügt es jedoch, gute Beziehungen zu haben, in der richtigen Familie aufzuwachsen oder ganz einfach ein Glückspilz zu sein. Im Falle von Frauen, deren Potential offensichtlich zu wenig genutzt wird, gibt es noch ganz andere Wege: Friede Springer, die Hauptaktionärin der Axel Springer-Gruppe (Bild Zeitung, Handelszeitung in der Schweiz etc.) genügte ein Job als Krankenschwester, weil sie dort den richtigen Mann pflegte, Axel Springer sen. Liz Mohn, die den noch grösseren Bertelsmann Konzern mit eiserner Hand, aber nicht sehr glücklich führt, diente als Telefonistin, ehe sie dem eigentbrötlerischen Unternehmer begegnete, dessen Vertrauen sie gewann, um nach seinem Tod Chefin zu werden. Soeben ist auch Anneliese Brost, eine Grossaktionärin der bedeutenden WAZ-Gruppe, in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Sie war die Sekretärin ihres Chefs, der sie ehelichte, dann aber vor ihr starb. Der rechtzeitige Todesfall der Männer ist auch in der Schweiz oft die grosse Chance für ehrgeizige junge Frauen. Diese leben aber bei uns sehr einsam, denn es gibt kaum eine Kollegin, mit welcher man ernsthaft sprechen kann. Die Schweiz ist ein Macho-Staat der globalen A-Wirtschaft geworden, wo echte Unternehmerinnen immer noch selten sind.

Küsst Roger de Weck unser TV wach?

Dienstag, den 14. September 2010 um 8:33

Zwei Drittel aller Menschen im Land interessieren sich nicht mehr für die Sendung des Schweizer Fernsehens. Man könnte SF 1 auf die „Tagesschau“ reduzieren, um den älteren Menschen und den Landbewohnern noch eine Chance zu geben, einigermassen orientiert zu sein. Sportsendungen und „Donnschtig-Jass“ könnte man zusammen fassen, gelegentlich etwas Fernweh einspielen für jene, die sich ohnehin keine Auslandreise leisten können. Erzieherische Sendungen zur Ansiedlung des Wolfs, die man bei SF zur besten Sendezeit bringt, könnte man sich ebenso sparen wie todlangweilige Diskussionssendungen, die immer noch „Arena“ oder „Club“ heissen, obwohl dort entweder keiner mehr brüllt oder die Runde mild dahindämmert. Die dramatischen Ersatzwahlen in den Bundesrat haben bisher am Schweizer TV keine Spannung aufkommen lassen, weshalb die Zuschauer gerne zu Ausländern abwandern, weil dort noch Leben vermittelt wird. Ob Roger de Weck zu jenem Prinzen wird, der unser Dornröschen-TV wieder aufweckt, wollen wir einmal sehen.

 
     
     
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