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Tagesarchiv für 9. September 2010

Joggende Politiker?

Donnerstag, den 9. September 2010 um 14:43

Können Sie sich Sir Winston Churchill, Konrad Adenauer, Charles de Gaulle oder Helmut Kohl als Jogger vorstellen? Während sie alle erfolgreich Weltpolitik machten, zeigen sich ihre Nachfolger joggend unterwegs: Barack Hussein Obama, der seinem Erfolg nachrennt, Nicholas Sarkozy, der sich politisch und familiär im freien Fall befindet, Christian Wulff, neuer deutscher Bundespräsident, der seiner 15 Jahre jüngeren Frau nachrennt. Auch unsere Bundesrats-Kandidaten zeigen sich gerne zu Fuss unterwegs. Bedeutet körperliche Fitness auch geistige Fitness? Es darf daran gezweifelt werden. „Ich bin wie ich bin“, sagte ein gescheiterter FDP-Bundesratskandidat. Eigentlich ist dies ein Todesurteil für jedermann, denn wer sich nicht verändert, das durften wir bei Charles Darwin lernen, ist zum Untergang, mindestens aber zur Stagnation verdammt. Wir sollten herausfinden, ob und was unsere Spitzenpolitiker lesen, mit wem sie diskutieren und wieviel Zeit sie mit echter Bildung verbringen und nicht auf Stehpartys.

Schafft die FDP Schweiz den Turnaround?

Donnerstag, den 9. September 2010 um 14:42

Seit 20 Jahren ging es mit der FDP Schweiz abwärts. Die damals verantwortlichen Oldtimer geben die Schuld für den Absturz alt Bundesrätin Elisabeth Kopp und vergessen dabei, dass die Partei schon zuvor ein gutes Jahr praktisch führungslos war. Die Zolliker Politiklegende Ueli Bremi musste die Partei damals über die Runden bringen, damit sie nicht ganz das Gesicht verlor.

Unterschätzt hat die FDP den Angriff von Dr. Christoph Blocher, dem politischen Ausnahmetalent der Schweiz, der die Erfolge der SVP auf dem Rücken der FDP erzielte. Eine aktuelle Umfrage der Universität St. Gallen (Prof. Gomez/Timo Meynhardt) ergab, dass die FDP und die SVP auch heute noch praktisch gleichlautende Profile haben. Das präsidiale Chaos in der Aera Langenberger/Bührer/Schwaiger verunsicherte die Partei weiter. Der Urner Franz Steinegger sollte wieder Ruhe und Sicherheit in die Partei bringen, was ihm für sich selber durchaus gelang, aber für den Aufbau der personellen und organisatorischen Strukturen der Freisinnigen tat der Urner Exzentriker, der sich lieber mit SP-Präsident Peter Bodenmann, einem Oberwalliser, verbündete, wenig. Die Aera Pelli begann mit einem Irrtum: Die ihn zum Parteipräsidenten wählten, nannten als Grund die Stärke des Freisinns, der sonst allmählich unterging, im Tessin. Das war nicht der Fall.

Pelli unternahm ein Dutzend strategischer Anläufe, um die Partei wieder auf die Beine zu bringen. Alle scheiterten. Einzig der Zusammenschluss mit den lendenlahmen Westschweizer Liberalen brachte den Anschein einer Entlastung: Wir haben wieder 17 %. In der Deutschen Schweiz blieb die FDP dort erfolgreich, wo sie über starke lokal-regionale Kader verfügte. Viele wanderten in die SVP ab, wie François Rime, der jetzt für die SVP kandidiert.

Die nähere Besichtigung der einstigen Volkspartei ergibt einiges:
. Die Partei hat in allen Landesteilen viele national fast unbekannte Talente, die unbedingt an die Erfolge der Nachkriegszeit des 20. Jahrhunderts anschliessen möchten. Sie kommen zu wenig zur Geltung, weil die Partei dafür keine Strategie hat.
. Die Partei wird am 22. September als Sieger aus den Bundesrats-Ersatzwahlen hervorgehen. Johann Schneider-Ammann hat alle Talente, die es braucht, und Ruedi Noser würde als Wissen- und Innovationsminister keine schlechte Falle machen.
. Die Partei hat aber, im Gegensatz zur SVP, noch keine Strategie für die Herbstwahlen 2011, obwohl der Wahlkampf längst begonnen hat. Der Grund dafür ist einfach: Keine bürgerliche Partei ist derart zerrissen zwischen den Forderungen der A-Schweiz, welche die Globalisierung mit allen Konsequenzen will, und denen der B-Schweiz, wo die nationalen Wählerinnen und Wähler sitzen. Was immer die FDP sagt, wird einer der beiden Anspruchsgruppen unzufrieden sein.
. Viele Unternehmen warten auf eine stärkere und mutigere FDP, denn dort hat auch die derzeitige SVP-Führung weitgehend das Gesicht verloren. Niemand glaubt auch ernsthaft, ein Dr. Christoph Blocher könne im Herbst 2011 als Politiker eine Wende herbeiführen. Die SVP hat die personelle Erneuerung aufgrund des Führungsanspruchs der „Blocher-Clique“ ebenfalls verpasst.

Die FDP Schweiz, heute an ihrem Tiefpunkt angekommen, kann mit dem 22. September einen politischen Turnaround in die Wege leiten. Verschenkt sie auch dieses Manöver aufgrund mangelnder Führung und schwankender Einsicht, werden wir nicht nur Krisen im VBS, sondern auch in den anderen Departementen als Dauerzustand erleben.

Vox Rindvieh

Donnerstag, den 9. September 2010 um 8:31

Es war der deutsche Verteidigungsminister Franz-Josef Strauss selig, der vom Volk als der „Vox Rindvieh“ sprach. Nicht weit davon entfernt ist der Stuttgarter CDU- Oberbürgermeister Wolfgang Schuster, der in seiner Landeshauptstadt, wo seit Wochen zehntausende demonstrieren, von einer „Stimmungsdemokratie“ spricht. In Wirklichkeit entgleiten immer grössere Teile der Völker ihren Regierungen:
. In Frankreich wird gestreikt.
. In Italien dreht man der Regierung einfach den Rücken zu.
. In Grossbritannien geht nur noch die Elite an die Urnen.
Nur in der Schweiz haben wir eine Basisdemokratie, vor der die „classe politique“ ebenso viel Angst hat wie die Spitzen der Wirtschaft. Das Schweizer Volk ist jederzeit bereit, an die Urnen zu gehen. Heute gilt dies zunehmend als Gefahr.

Keep swinging and smiling

Donnerstag, den 9. September 2010 um 7:40

Max Wirz aus Frauenfeld gehört zu jenen Schweizern, die den Ruf unseres Landes besser aufbauen und verteidigen als eine Hundertschaft angestellter Beamter. Gemessen an ihm, ist Silvio Berlusconi ein Greis, obwohl Max Jahrgang 1934 ist, Doppelbürger Schweiz-USA, vier Enkel etc. Er hat Radio Thurgau, Radio Eviva und jetzt auch dem Hamburger Lokalradio Schwung verliehen. In seinem Archiv stehen tausend einstündige Musiksendungen. Jetzt hat er „The Bible of Big Bands, ein 300seitiges, reich bebildertes Buch vorgelegt.“ Big Bands einst und jetzt ist eine Fundgrube für alle, die „Keep swinging and smiling“ noch verstehen. Wirz hat damit auch den Schweizer Big Bands ein Denkmal gesetzt:von Teddy Stauffer bis Pepe Lienhard. Mehr Infos: tonema@stafag.ch

Flucht aus dem Kapitalismus

Donnerstag, den 9. September 2010 um 7:37

Wohin ich komme, begegnen mir Menschen, denen Intelligenz und Seriosität nicht abzusprechen sind, die einen Fluchtweg aus dem Kapitalismus suchen. Die Nationalbanken tun alles, um solche Fluchtwege zu versperren, denn in einer neuen Wirtschaft mit eigenem Geld und ohne Zinsen, sofern diese stärker wird, liegt die Wurzel zum Untergang jener Wirtschaft, die wir seit rund 150 Jahren kennen. Ein solcher Apostel des Neuen ist Hans-Jürgen Klaussner (h.klaussner@swissgreen.power.com), der in seinem Buch „HuMan-Wirtschaft“ eine Welt „ohne Verlierer und ohne Zinsen“ entwickelt. Natürlich ist dies möglich, aber er wird alle zum Gegner haben, die an den Zinsen mächtig verdienen.

 
     
     
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