Die Heimat des Schrecklichen
6. September 2010 um 9:14Unser Land, die Schweiz, ist sehr erfolgreich, aber nicht zuletzt deshalb, weil wir zum Zentrum des Schrecklichen werden. Alle sprechen von Werten, aber die alten Werte der Schweiz sind versunken, die neuen Werte wenig verankert: Öffnung in die Welt. Ist das ein Wert oder eine wirtschaftliche Maxime? Wohl eher letzteres. Was sollte uns beschäftigen?
. Die grossen Söldnerfirmen dieser Welt haben längst ihre Zelte in der Schweiz aufgeschlagen. Wir sind neutral, also lassen wir es zu, dass diese Firmen ihre Söldner überall dort verkaufen, wo gut bezahlt wird. Einige Steuern werden in Basel-Stadt, Zug und Genf wohl übrig bleiben.
. Den militärischen Söldnern entsprechen die Zivilsöldner. Mit adecco haben wir die weltgrösste Firma dieser Art auch in der Schweiz. Sie helfen mit, Lohndumping zu betreiben und die klassischen Arbeitsverhältnisse, die Sicherheit für Familien bedeuteten, aufzulösen.
. Mit Marc Rich an der Spitze, der Moral und Ethik als Fremdwörter betrachtet, haben wir den Standort Zug zum Erfolgsmodell gemacht. Seine Schüler, die in Zug, Luzern und Genf sitzen, spekulieren rund um den Globus mit Rohstoffen. Die daraus resultierenden Konflikte sind vielfältig.
. Die wegen ihres Teergehalts ungesundesten Zigaretten der Welt werden ausgerechnet in der Schweiz, so vor allem im Jura, produziert. Die Schweiz erlaubt dies, ganz im Gegensatz zu den EU-Staaten, die nicht daran mitschuldig werden wollen, wenn die Menschen sich vergiften.
Diese Aufzählung ist sicher nur die Spitze des Eisbergs, denn Firmen-, Anwalts-, Bank- und andere Berufsgeheimnisse schützen Vorgänge in unserem Land, wo Phantasie und Recherchefähigkeit kaum ausreichen. Die junge Zürcher Anwältin Stefanie Oesch hat soeben ein Buch vorgelegt, worin sie die Machenschaften der diversen mafiösen Organisationen in unserem Land beschreibt. Natürlich interessiert sich dafür keine kantonale Regierung.
Wir sind zum “Golden Nugget of the World” geworden und ein Ende dieser frohen Entwicklung ist nicht absehbar. Ein älterer Erfolgsanwalt klagte dieser Tage: “Unsere jungen Anwälte stellen sich Riesenhütten an der Goldküste auf. Wir waren bescheidener.” Die jungen Anwälte sind offensichtlich auf Wachstum eingestellt. Keine schlechte Aussicht.


am 6. September 2010 um 9:54 Uhr.
Nchzutragen wäre noch eine winzige, aber signifikante Kleinigkeit (es war auf dieem Blog schon mal die Rede davon):
Im August 2010 wurde in New York ein ehemaliger Direktor der UBS Monaco SA von FBI-Beamten festgenommen. Er steht unter dem dringenden Verdacht, im Auftrag der kalabresischen Mafia (der gefährlichste Zweig der italienischen Mafia) ein zentrales Firmekonglomerat aufgebaut zu haben.
Die Filiale Monaco ist identisch mit dem Schweizer Konsulat (s. Website Schweizer Aussenministerium):
Consulat de Suisse
c/o UBS Monaco S.A.
2, avneue de Grande Britagne
98007 Monaco Cedex
Any problems?
Not at all.
Bisher hat kein einziges Schweizer Medium es für opportun errachtet, der Sache näher nachzusteigen, obwohl hier doch sämtliche Alarmsirenen schrillen müssten.
am 6. September 2010 um 9:59 Uhr.
‘Wachstum’ entsteht auch beim gerade stattfindenden Export der Schützenpanzer an Deutschland, wo sie mit MG’s versehen werden und weiter in den Krieg nach Afghanistan gehen.
Wahlich, eine ‘frohe Entwicklung’ und laut NR Miesch ‘völlig bedenkenlos’ und im Sinne der immer währenden Neutralität !
am 6. September 2010 um 12:58 Uhr.
Ich möchte hinzufügen:
Zürich: eine Hochburg der kriminellen Prostitution
es scheint mehrere Jahren zu dauern, bis eine Lösung auf Kosten der jetzigen und zukünftigen Nachbarschaft gefunden wird.
Warum kein temporäres Strassenstrichverbot?