Bestätigt Elsbeth Stern Thilo Sarrazin?
6. September 2010 um 8:17Die an der ETH lehrende Elsbeth Stern sagt zu Thilo Sarrazins Thesen: “Die grösste Gefahr für eine gesellschaftliche Verdummung besteht darin, dass soziale Herkunft für Schul- und Berufserfolg wichtiger ist als Intelligenz und Begabung.” Sagt dies nicht auch Sarrazin, wenn er feststellt, man gebe den jungen Türken und anderen Muslimen durch die gesellschaftliche Abgrenzung in Deutschland keine Chance, sich weiter zu entwickeln? In die Schweiz ist Sarrazins Buch bis heute noch nicht gekommen. Wir werden aus Deutschland erst in zweiter oder dritter Reihe beliefert, ganz wie die Türken in Deutschland. Habe es bestellt und muss warten.


am 6. September 2010 um 9:00 Uhr.
Was Frau Stern auch noch sagte: Dass Intelligenz und Begabung zweierlei sind.
Mozart war wahrlich kein Intelligenzbolzen. Aber in seiner grandiosen schöpferischen Begabung war er ein Genie von zeitloser Weltgeltung.
Ein solches Genie hätte in unserem auf Herkunft, Inteligenz-und pekuniärem Nutzwert basierten Bildungssystem null Chancen. Musische Begabung? Wozu soll das gut sein? Die kostet nur .
Wolf A. Mozart, mit bekannt unstetem Lebenswandel, hätte es bei uns 2010 vielleicht zum vierten Violonisten des Tonnhalleorchesters gebracht. (was, um niemanden zu beleidigen, ein ehrenwerter Beruf ist). Allenfalls zu einer männlichen “Lena” (was, um niemanden zu beleidigen,immerhin clever ist).
am 6. September 2010 um 9:49 Uhr.
Schön geschrieben, Herr David. Die Schulreform, die genau diesen Missstand aufhebt. Ist die einzige, die wir wirklich benötigen.
am 6. September 2010 um 9:55 Uhr.
@ Fred David: Operntenöre sind seit jehr als ‘dumm’ verschrien, ist vielleicht eine alte Sage, zeigt aber auf, dass grosse Meister in allen kulturellen Berufen nicht unbedingt ‘intelligent’ im Sinne des Zeitgeistes, des gerade herrschenden Mainstreams sein müssen !
Dass allerdings die jungen Banker mit ihren randlosen Brillen und ihren rasierten Schädel ‘intelligent’ sein sollen, vermag man genau so wenig auszumachen. Sie sind sicher im SInne ihrer CEO’s gute und -manchmal – erfolgeiche Geldvermehrer, aber intelligent ?!
In ihren privaten Abteilungen sind sie zumeist Nullen, die weder mit ihren Frauen, noch ihren Kindern und schon gar nicht mir einer privaten Bildung zurecht kommen – von intellektuellen Ansprüchen ganz zu schweigen.
Die Karrieren vieler heutiger Politiker und Politikerinnen wären vor 30 Jahren nicht möglich gewesen, die Damen und Herren sind ausserhalb ihres Parteiengeschätzes zumeist hohle Nieten !
am 6. September 2010 um 11:03 Uhr.
Der Kommunikationswissenschaftler Hans Mathias Kepplinger sagtzur Sarrazin-Diskussion:
„Im Kern geht es um das Selbstwertgefühl der linksliberalen Minderheit der Bevölkerung, die lange an die Idee der multikulturellen Gesellschaft geglaubt hat. Sie steht, wenn man die Probleme des Landes mit seinen Muslimen ernst nimmt, vor den Trümmern ihres Weltbildes, das sie gegen einen informierten Kritiker verteidigt.”
Und weiter:
„Der eher konservative Teil der Gesellschaft findet indes zunehmend, dass die Meinungsfreiheit in unserem Land de facto beschnitten würde: Martin Hohmann, Eva Herman, die Missbrauchsdebatte in der katholischen Kirche. Täuscht diese Wahrnehmung? „
„Wir sind tatsächlich nicht in der Lage, bestimmte Sachfragen in der Öffentlichkeit mit Distanz und Gelassenheit zu diskutieren. Wir gehen sofort dazu über, Personen mundtot zu machen, die nicht konsensfähige Fakten präsentieren oder Meinungen äußern. Das steht im eklatanten Widerspruch zu dem Grundprinzip einer liberalen Demokratie.“
http://www.kepplinger.de/files/images/Im_Kern_geht_es_um_das_linksliberale_Selbstwertgefuehl_0.pdf