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Mitarbeiter ohne Geschlecht und Name

2. September 2010 um 7:37

Bereits fünf grosse europäische Konzerne nehmen nur noch anonyme Bewerbungen entgegen, wo Name, Geschlecht, Alter und Nationalität nicht mehr genannt werden müssen: Deutsche Post, Telecom, L’Oréal, Procter & Gamble sowie Mydays, ein Online-Anbieter. Damit soll der Diskriminierung ausländischer, z.B.muslimischer Bewerber, Einhalt geboten werden. Das ist die gute Seite der Medaille. Die schlechte Seite ist es, dass es bisher nur untere und mittlere Funktionen betrifft; Kaderstufen sind davon ausgeschlossen. Heftige Proteste kommen erwartungsgemäss aus dem Mittelstand, wo die Chefs ihre künftigen Mitarbeiter kennen wollen. In meinen Augen führt dies zur weiteren Anonymisierung der Mitarbeiter. Wer kennt schon “Normalos” von UBS, CS, Nestlé oder Novartis? Mit der neuen Spielregel sinken sie weiter in die Anonymität zurück; das Startum der Chefs (Oswald J. Grübel im TV-Spot) wird gefördert. Demgegenüber verlangt Dr. Konrad Hummler “das charaktervolle Unternehmen”, das auch nur Mitarbeiter akzeptiert, die einer solchen Qualität nachleben. Der Erfolg seiner Wegelin & Co., Privatbank, gibt ihm recht. Merke: Qualifizierte Mitarbeiter wollen in charaktervollen Unternehmen arbeiten und nicht zur Nr. 17 970 bei Procter & Gamble oder Nestlé werden.

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