Eine Reduit-Schweiz ist eine Anti-Karrieren-Schweiz
2. September 2010 um 7:38Gelegentlich findet man Goldkörner in der Menge unnützer Interviews, die jetzt wieder gegeben werden. Typischerweise ist es Prof. Iwan Rickenbacher, der parteiübergreifend wirkende Schwyzer CVP-Guru, der sagte: “Je stärker die internationale Verpflichtung der Schweiz wird, desto eher gibt es auch noch ein politisches Leben nach dem Bundesrat.” Wie wahr! Wenn die Schweiz sich europäisch in der EU und global in der UNO und vergleichbaren Organisationen vernetzt, wird es Dutzende, im Falle der EU bald über hundert Positionen geben, die zu besetzen sind. Die politische Linke, mit VR- und anderen Mandaten nicht verwöhnt, sieht darin eine Karrierechance, wie Europaparlamentarier gerne demonstrieren. Rechtsbürgerliche Parlamentarier haben dies weniger nötig, weil sie (siehe Kaspar Villiger) sofort angemessen platziert werden. It’s the money, stupid. Ein wenig Ehre natürlich auch.


am 2. September 2010 um 10:15 Uhr.
Ist der gewesene UNO-Sportbotschafter Ogi ein Linker? Hat Herr Deiss sein Parteibuch gewechselt?
Es täte dem politischen Innenleben der Schweiz enorm gut, diese Wechselwirkung zwischen internationalen Orgnisationen und der Schweiz wäre viel intensiver.. Es gibt einfach einen andern Blick auf das, was um uns herum passiert und was doch unmittelbar mit der Schweiz in Zusammenhang steht. Und es schafft Connections fürs Leben, die häufig auch beruflich Bedeutung bekommen.
Wenn ich das richtig sehe, ist Finanzminister Merz der Einzige im Bundesrat, der vor seiner Wahl intensive berufliche Erfahrung im Ausland gesammelt hat. Allerdings hat es ihm wenig genutzt. Er ist bei den jährlich 12 – 18 Treffen der Eurofin (europäische Finazminister ) nie dabei, und muss cih beim luxemburgischen Kollegen erkundigen, was gerade läuft. Mnachmal erzählt er ihm was und manchmal halt nicht, und sicher nie alles.
Wäre ja vielleicht nützlich, wenn bei künftigen BR-Wahlen Auslanderfahrung stärker gewichtet würden (wie das in vielen, vielen Führungsjobs der Wirtschaft längst unverzichtbar ist), als die Wahnsinnsfrage, ob eine(r) zufällig im Kanton Bern oder St.Gallen geboren wurde.
Im Umfeld der UNO arbeiten auch zahlreiche namenlose Jüngere und holen sich dort ihre internationale Erfahrung (das kann man eben nicht allein bei der Ubscsrochenovartisabbnestlé AG). Auch die Europainsitute der Unis Zürich und Basel klagen nicht über mangelnde Nachfrage. in andern internationalen Organisationen sind Schweizer gleichfalls nicht selten, allerdings auch nicht so häufig, wie es wünschenswert wäre.
Nur: Man hört fast nie von ihnen.
Die Tochter meiner Nachbarin, eine CH-Ossi, studiert in Frankreich europäisches Recht und pendelt zwischen Strassburg un Manchester. Für sie ist es überhaupt nicht mehr wichtig, ob die Schweiz der EU beitritt oder nicht. Sie hat den Beitritt längst vollzogen.
Wake up, B-Switzerland!
Die A-Schweiz ist schon längst über alle Berge.