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Monatsarchiv für August 2010

UBS – kann sie mehr als Marketing?

Montag, den 30. August 2010 um 8:31

Erstaunlich, was die UBS an Marketing in den Medienwald hineingerufen hat, kam wieder zurück. Eine halbe Milliarde Franken zur Verbesserung des Images, das ist eines der grossen Abenteuer unserer Tage. Die Medien berichten nicht, was die UBS tut; sie berichten, wie die UBS wirkt. „Le Temps“ lässt derzeit Bradley Birkenfeld als Kornzeuge gegen die UBS auftreten, das welsche TV wird in enigen Tagen folgen, Was tut die UBS dagegen? Sie inseriert in den grossen Magazinen mit einer Schrift, die für über 50jährige kaum lesbar ist. Sie steigt in die Formel I ein, obwohl sich die Nord- und Südamerikaner kaum dafür interessieren. 120 Mio. sind für die Schweiz bestimmt, Wirtschaftsförderung für die Kreativwirtschaft.

Wir brauchen die Medien doch!

Montag, den 30. August 2010 um 8:26

Wenn Ermes Gallarotti in der „NZZ“ zur Auslieferung tausender ehemaliger UBS-Kunden an die US-Justizbehörden schreibt „Es hängt ein Hauch von Verrat in der Luft“, möchte man an die Zukunft der Schweizer Medien glauben. Ebenso Martin Kilian, der im „Tagesanzeiger“ glänzend berichtet „Endet der amerikanische Traum mit einem Winseln?“ Das Fragezeichen wird die Redaktion in fünf Jahren wohl weglassen. Vorbild ist jener englische UNO-Diplomat, der über den Gaza-Streifen sagte: „Ein Open-Air-Gefängnis.“ Medien sind dazu da, die Nebel in unseren Hirnen und vor unseren Augen zu verscheuchen.

Was verdient ein Arbeitervertreter?

Montag, den 30. August 2010 um 8:26

Die Zürcherin Jacqueline Fehr möchte für die SP, die Arbeiterpartei, in den Bundesrat einziehen. Die markante Arbeitervertreterin gibt an, sie versteuere mit ihrem Mann ein Jahreseinkommen von Fr. 200 000.— und ein Vermögen von Fr. 700 000.— Dies nennt man oberen Mittelstand. An Fehrs Beispiel wird deutlich, die SP-Spitzen haben mit der Arbeiterklasse nichts mehr zu tun, mit der Gastarbeiterklasse, die in unseren Küchen und Spitälern arbeitet, schon gar nichts. Die Sozis sind Neo-Bourgeois; es geht ihnen um die Macht und das Geld. Klug sagt die Fehr, was sie versteuert habe; wie klug sie mit ihrem Mann, der Bankrat der Zürcher Kantonalbank ist, die Steuern optimiert hat, muss sie natürlich nicht sagen. Das ist dem Bankgeheimnis unterstellt. Wird die Zürcher SP-Kandidatin nicht gewählt, weil ihr die Bernerin Simonetta Sommaruga gegenüber steht und bleibt der Bankenkandidat Ruedi Noser am Boden, stehen die Zürcher Parteien vor einer Totalniederlage.

Brutalisierung des Schweizer Volks

Montag, den 30. August 2010 um 7:28

Reist man im Sommer durch das Land, ist es unvermeidbar, den berühmten Schweizer Stammtisch zu erleben, wie äusserlich liebenswerte Menschen sich über ihr soziales Umfeld in einer Tonlage äussern, die auf eine tiefgreifende Brutalisierung des einfachen Schweizer Volkes schliessen lässt. Während die intelligenteren Schweizer sich auf Thilo Sarrazin, Mitglied der Deutschen Bundesbank, berufen, wenn sie die hohen Geburtenraten („legen zu viele Eier“) der Muslime in der Schweiz beklagen und auch die schlechten Noten für die Schweizer Schulen damit rechtfertigen, die Finnen hätten weniger Ausländer als die Schweiz, haut das Volk auf die kaum vorhandenen Kopftuchträgerinnen, will die Dirnen verprügeln, die von unseren Politikern durchaus erlaubt werden, und beschäftigen sich mit Steinigungen im Islam, als sei dies ein neuer Schweizer Volkssport. Die Medien berichten über das Preisniveau auf dem Strassenstrich als handle es sich um Börsenkurse.

Die Schweiz hatte zwischen 1760 und 1960 zahlreiche hoch gebildete Zeitgenossen, die auf europäischer Ebene mitreden konnten. Es waren wohl die goldenen Jahre des Landes, denn auch ein Adolf Muschg schreibt heute Romane, die nur auf der Basis des Mitleids und des Nichtvorhandenseins nennenswerter Alternativen gelobt werden können. Das gebildete Schweizer Bürgertum, dem Weltoffenheit und eine liberale geistige Haltung zugesprochen werden kann, ist kaum noch vorhanden. Der Besuch eines Konzerts im KKL oder die Teilnahme eines Bankiers am Filmfestival in Locarno können nicht als echtes kulturelles Engagement gewertet werden, weil es dabei mehr um Repräsentation denn um echtes inneres Erleben geht. Der Export Schweizer Intellektueller an ausländische kulturelle Stützpunkte lässt ein wenig hoffen. Die Weltkultur strömt von aussen in die Schweiz. Die eigentliche Schweizer Kultur, die 200 grosse Jahre erlebt hat, ist im Begriff zur Folklore abzusinken.

Machos oder Wohlfühl-Politiker?

Montag, den 30. August 2010 um 7:28

Schon Theodore Roosevelt, später einmal US-Präsident, wollte „den Wolf in sich spüren“, als er mit seinen „rough riders“ auf Kuba eintraf, um die Spanier zu verjagen. Diesem Kult des Machotums, ein Reflex gegen die Dekadenz der Zeit, pflegt auch Wladimir Putin, der sich gerne in freier Natur, mit offener Brust oder beim Walfisch-Schiessen abbilden lässt. Hans-Ruedi Merz hat dagegen keine Chance, Ueli Maurer als Grasesser wohl auch nicht. Die eigentlichen Machos im Bundesrat sind wohl die dort vertretenen Frauen. Politiker sind heute „zum Wohlfühlen“ da, wie Claudia Kocher in der „BaZ“ schreibt.

Die Zürcher FDP wiegt sich in süssen Träumen

Freitag, den 27. August 2010 um 13:22

Die Zürcher Freisinnigen, einst Herzstück eidg. Selbstbewusstseins, wiegen sich in süssen Träumen. Der immer noch junge Anwalt Beat Walti, Kantonalpräsident, der in seinem politischen Amt nicht weiter aufgefallen ist, hat nun in eigener Kompetenz angemeldet, er möchte im kommenden Herbst für den Nationalrat antreten. Dabei hat er vergessen, dass die bisherigen vier NR’s seiner Partei Ruedi Noser, Doris Fiala, Filippo Leutenegger und Markus Hutter nicht die geringsten Ermüdungserscheinungen zeigen. Walti kämpft gegen seine eigenen kantonalen Stars, denn die Hoffnung, Ruedi Noser würde Bundesrat, geht nur dann in Erfüllung, wenn Johann Schneider-Ammann es nicht schaffen würde. In Realität wirken die beiden Schweizer Grossbanken hinter den Kulissen massiv für Ruedi Noser, der ihnen verlässlicher zu sein scheint als der Berner Industrielle, der schon einmal den Hosenlupf mit Marcel Ospel, UBS, gewagt hat. Würde Noser Bundesrat hätten die Grossbanken mit Beat Walti einen weiteren Lobbyisten im Nationalrat. Geht diese Rechnung nicht auf, würde Waltis Kandidatur für den Nationalrat zum zweiten Mal scheitern. Das wäre nicht weiter schlimm, denn die Zürcher Freisinnigen sind das Scheitern gewohnt.

Jetzt beginnt die Schuldenwirtschaft

Freitag, den 27. August 2010 um 13:14

Wir werden unsere Aufmerksamkeit ab sofort der beginnenden Schuldenwirtschaft von Bund und Kantonen widmen. Da die Schweiz als wirtschaftlich solide gilt, darf die Ausrede nicht gelten, wir müssten uns der EU-Lotterwirtschaft anpassen. Noch sind wir Schweizer zusammen mit den Deutschen zwei Sparer-Nationen, ganz im Gegensatz zu allen lateinisch geprägten Ländern Europas. Der Kanton Zürich hat den Zusammenbruch der guten Budgetphase bereits angekündigt; jetzt folgt Bern. Stolz wird mitgeteilt, dass die grün-rote Berner Regierung im Budget 2011 die Schulden von derzeit Fr. 6,4 Mia. um Fr. 19 Mio. verringern möchte. Dieser national bedeutenden Leistung steht die Absicht entgegen, zwischen 1212-14 weitere 1,3 Mia. Schulden zu machen. Die Berner wollen gross investieren, die Personalkosten sollen natürlich nicht gesenkt werden. Der Kanton Bern wird von den Kantonen Zürich und Zug mit fast einer Milliarde Franken pro Jahr finanziell gestützt. Wie lange vor allem Zürich sich dies noch leisten kann, ist fraglich.

Freitag Bankenlobby will Noser

Freitag, den 27. August 2010 um 13:09

Wie klug die Lobby der beiden Grossbanken UBS und CS angesichts der am 22. September anstehenden Ersatzwahlen in den Bundesrat agiert, wird am Beispiel von Ruedi Noser überdeutlich. Nicht nur setzt die Zürcher FDP auf ihn als neuen Bundesrat, damit Kantonalpräsident Beat Walti einen Platz im Nationalrat findet, womit ein weiterer Bankenlobbyist platziert wäre. Walti ist ein üblicher Anwalt, der beim Volk nichts, aber den Banken viel bedeutet. Die Grossbanken-freundliche „Bilanz“ portiert ihn gleich auf einer Doppelseite, betonend, dass Noser seit 27 Jahren CS-Kunde ist. Chefredaktor Dirk Schütz bleibt vorsichtig: „Noser wäre ein Überraschungsieger.“ Der mächtige Berner Industrielle Johann Schneider steht der Zürcher FDP im Wege.

Basler Mode-Theater

Freitag, den 27. August 2010 um 10:23

In Basel stellt man sich die wichtige Frage, ob man das Aussehen von Politikern kritisieren darf. Sie ist einfach zu beantworten: Ja.

Politiker vergessen gerne mal, dass sie in der Öffentlichkeit stehen und für ihre Anhänger eine Vorbildfunktion haben. Die älteren Generation legen auf ihre visuelle öffentliche Wahrnehmung weniger Wert als die jungen. Sie tragen mausgraue Anzüge, zeitweise sogar noch mit dem Label am Ärmel, wirre Krawatten und einen 80er Jahre Haarschnitt. Sie lassen sich meist nicht belehren, weil es bereits 20 Jahre gut funktioniert hat. Doch man sollte solche Menschen deshalb nicht aburteilen, sondern sie machen lassen. Wenn die Öffentlichkeit dann permanent über die Person herfährt und der Druck immer Grösser wird, dann verändern einige von ihnen Kleinigkeiten. Die Mode macht Politiker nicht stärker, intelligenter oder erfolgreicher – bestes Beispiel ist Bundesrätin Micheline Calmy-Rey. Politiker sollten nicht ihr Ego massieren, sondern für die Schweiz gute Politik machen.

Fidel Stöhlker

Erinnert Euch an Alfonso I

Freitag, den 27. August 2010 um 7:23

Als Bewohner der Algarve sind mir die Taten Alfonso I., König von Aragon und Pamplona, geläufig, der die arabischen Fürstentümer in Spanien erfolgreich bekämpfte. Er liess in Sangüesa/Navarra die Kirche Santa Maria la Real bauen. Dort finden wir im Kirchenportal Darstellungen aus der nordischen Mythologie, wie Regin das Schwert Gram schmiedet, mit dem Sigurd/Siegfried den Drachen tötet. Spanien wurde zur Zeit der Völkerwanderung von Goten aus Südschweden besiedelt, sodass angenommen werden kann, dass deren Sagen noch einige Jahrhunderte von der katholischen Kirche geduldet wurden. Später vertrieb die Kirche derlei Gedankengut und bannte die germanischen Götter und Heiligen als Gespenster in die Dachtraufen ihrer Kirchendächer. Alfonso I., der christliche Held gegen die Mauren, stand noch in der Tradition der Gralserzählung, die später zum Kindermärchen degradiert wurde.

 
     
     
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