Was verdient ein Arbeitervertreter?
30. August 2010 um 8:26Die Zürcherin Jacqueline Fehr möchte für die SP, die Arbeiterpartei, in den Bundesrat einziehen. Die markante Arbeitervertreterin gibt an, sie versteuere mit ihrem Mann ein Jahreseinkommen von Fr. 200 000.— und ein Vermögen von Fr. 700 000.— Dies nennt man oberen Mittelstand. An Fehrs Beispiel wird deutlich, die SP-Spitzen haben mit der Arbeiterklasse nichts mehr zu tun, mit der Gastarbeiterklasse, die in unseren Küchen und Spitälern arbeitet, schon gar nichts. Die Sozis sind Neo-Bourgeois; es geht ihnen um die Macht und das Geld. Klug sagt die Fehr, was sie versteuert habe; wie klug sie mit ihrem Mann, der Bankrat der Zürcher Kantonalbank ist, die Steuern optimiert hat, muss sie natürlich nicht sagen. Das ist dem Bankgeheimnis unterstellt. Wird die Zürcher SP-Kandidatin nicht gewählt, weil ihr die Bernerin Simonetta Sommaruga gegenüber steht und bleibt der Bankenkandidat Ruedi Noser am Boden, stehen die Zürcher Parteien vor einer Totalniederlage.


am 30. August 2010 um 9:16 Uhr.
Ist das jetzt die Neiddebatte vice versa?
Aber Recht haben Sie schon, wenn sie drauf hinweisen, dass die SP den Begriff “sozialdemokratisch” neu definieren muss, um glaubwürdig zu sein. Genauso wie die FDP in der Pflicht steht, zu erklären, was heute “liberal” wirklich noch bedeutet (wer würde sich nicht als liberal bezeichnen? Freiwillige vor!) und was “bürgerlich” noch aussagt. Bei Letzterem gibt’s tatsächlich Ueberschneidungen mit der Urbano-SP.
Schluss mit dem politischen Wischiwaschi.