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Tagesarchiv für 27. August 2010

Die Zürcher FDP wiegt sich in süssen Träumen

Freitag, den 27. August 2010 um 13:22

Die Zürcher Freisinnigen, einst Herzstück eidg. Selbstbewusstseins, wiegen sich in süssen Träumen. Der immer noch junge Anwalt Beat Walti, Kantonalpräsident, der in seinem politischen Amt nicht weiter aufgefallen ist, hat nun in eigener Kompetenz angemeldet, er möchte im kommenden Herbst für den Nationalrat antreten. Dabei hat er vergessen, dass die bisherigen vier NR’s seiner Partei Ruedi Noser, Doris Fiala, Filippo Leutenegger und Markus Hutter nicht die geringsten Ermüdungserscheinungen zeigen. Walti kämpft gegen seine eigenen kantonalen Stars, denn die Hoffnung, Ruedi Noser würde Bundesrat, geht nur dann in Erfüllung, wenn Johann Schneider-Ammann es nicht schaffen würde. In Realität wirken die beiden Schweizer Grossbanken hinter den Kulissen massiv für Ruedi Noser, der ihnen verlässlicher zu sein scheint als der Berner Industrielle, der schon einmal den Hosenlupf mit Marcel Ospel, UBS, gewagt hat. Würde Noser Bundesrat hätten die Grossbanken mit Beat Walti einen weiteren Lobbyisten im Nationalrat. Geht diese Rechnung nicht auf, würde Waltis Kandidatur für den Nationalrat zum zweiten Mal scheitern. Das wäre nicht weiter schlimm, denn die Zürcher Freisinnigen sind das Scheitern gewohnt.

Jetzt beginnt die Schuldenwirtschaft

Freitag, den 27. August 2010 um 13:14

Wir werden unsere Aufmerksamkeit ab sofort der beginnenden Schuldenwirtschaft von Bund und Kantonen widmen. Da die Schweiz als wirtschaftlich solide gilt, darf die Ausrede nicht gelten, wir müssten uns der EU-Lotterwirtschaft anpassen. Noch sind wir Schweizer zusammen mit den Deutschen zwei Sparer-Nationen, ganz im Gegensatz zu allen lateinisch geprägten Ländern Europas. Der Kanton Zürich hat den Zusammenbruch der guten Budgetphase bereits angekündigt; jetzt folgt Bern. Stolz wird mitgeteilt, dass die grün-rote Berner Regierung im Budget 2011 die Schulden von derzeit Fr. 6,4 Mia. um Fr. 19 Mio. verringern möchte. Dieser national bedeutenden Leistung steht die Absicht entgegen, zwischen 1212-14 weitere 1,3 Mia. Schulden zu machen. Die Berner wollen gross investieren, die Personalkosten sollen natürlich nicht gesenkt werden. Der Kanton Bern wird von den Kantonen Zürich und Zug mit fast einer Milliarde Franken pro Jahr finanziell gestützt. Wie lange vor allem Zürich sich dies noch leisten kann, ist fraglich.

Freitag Bankenlobby will Noser

Freitag, den 27. August 2010 um 13:09

Wie klug die Lobby der beiden Grossbanken UBS und CS angesichts der am 22. September anstehenden Ersatzwahlen in den Bundesrat agiert, wird am Beispiel von Ruedi Noser überdeutlich. Nicht nur setzt die Zürcher FDP auf ihn als neuen Bundesrat, damit Kantonalpräsident Beat Walti einen Platz im Nationalrat findet, womit ein weiterer Bankenlobbyist platziert wäre. Walti ist ein üblicher Anwalt, der beim Volk nichts, aber den Banken viel bedeutet. Die Grossbanken-freundliche „Bilanz“ portiert ihn gleich auf einer Doppelseite, betonend, dass Noser seit 27 Jahren CS-Kunde ist. Chefredaktor Dirk Schütz bleibt vorsichtig: „Noser wäre ein Überraschungsieger.“ Der mächtige Berner Industrielle Johann Schneider steht der Zürcher FDP im Wege.

Basler Mode-Theater

Freitag, den 27. August 2010 um 10:23

In Basel stellt man sich die wichtige Frage, ob man das Aussehen von Politikern kritisieren darf. Sie ist einfach zu beantworten: Ja.

Politiker vergessen gerne mal, dass sie in der Öffentlichkeit stehen und für ihre Anhänger eine Vorbildfunktion haben. Die älteren Generation legen auf ihre visuelle öffentliche Wahrnehmung weniger Wert als die jungen. Sie tragen mausgraue Anzüge, zeitweise sogar noch mit dem Label am Ärmel, wirre Krawatten und einen 80er Jahre Haarschnitt. Sie lassen sich meist nicht belehren, weil es bereits 20 Jahre gut funktioniert hat. Doch man sollte solche Menschen deshalb nicht aburteilen, sondern sie machen lassen. Wenn die Öffentlichkeit dann permanent über die Person herfährt und der Druck immer Grösser wird, dann verändern einige von ihnen Kleinigkeiten. Die Mode macht Politiker nicht stärker, intelligenter oder erfolgreicher – bestes Beispiel ist Bundesrätin Micheline Calmy-Rey. Politiker sollten nicht ihr Ego massieren, sondern für die Schweiz gute Politik machen.

Fidel Stöhlker

Erinnert Euch an Alfonso I

Freitag, den 27. August 2010 um 7:23

Als Bewohner der Algarve sind mir die Taten Alfonso I., König von Aragon und Pamplona, geläufig, der die arabischen Fürstentümer in Spanien erfolgreich bekämpfte. Er liess in Sangüesa/Navarra die Kirche Santa Maria la Real bauen. Dort finden wir im Kirchenportal Darstellungen aus der nordischen Mythologie, wie Regin das Schwert Gram schmiedet, mit dem Sigurd/Siegfried den Drachen tötet. Spanien wurde zur Zeit der Völkerwanderung von Goten aus Südschweden besiedelt, sodass angenommen werden kann, dass deren Sagen noch einige Jahrhunderte von der katholischen Kirche geduldet wurden. Später vertrieb die Kirche derlei Gedankengut und bannte die germanischen Götter und Heiligen als Gespenster in die Dachtraufen ihrer Kirchendächer. Alfonso I., der christliche Held gegen die Mauren, stand noch in der Tradition der Gralserzählung, die später zum Kindermärchen degradiert wurde.

Taliban haben von Sarko gelernt

Freitag, den 27. August 2010 um 7:20

Schon Nicolas Sarkozy sagte nach seinem Wahlerfolg: „Kommunikation ist die Luftwaffen, der die Bodentruppen folgen müssen.“ Genau das haben die Taliban in Afghanistan getan. Im Krieg der Pressemitteilungen sind sie schon lange Sieger. Wir halten Afghanistan für ein armes Bauernland. Dort gib t es aber mehr als 20 TV-Sender, rund 100 Radiostationen und zahllose Zeitungen und Zeitschriften. Die Pressechefs der US-Amerikaner und der NATO-Kommandos haben dort nie die Flughoheit hergestellt. Jetzt folgen die Truppen der Taliban. Good Night, Barack und Angie.

Echte Soldaten gibt es wohl nicht mehr in Europa

Freitag, den 27. August 2010 um 7:17

Fast hätte ich ihn vergessen: Marcel Bigeard ist gestorben, jener legendäre französische General, der über Dien Bien Phu absprang, um seine Truppen retten, der sich General Giap nicht ergab, auch dann nicht, als von seinen Männern in Vietnam von 11 000 nur 3 000 übrig geblieben waren. Später liess er im Algerienkrieg feindliche Guerillakrieger aus dem Heli ins Meer werfen und nannte sie deshalb „shrimps“, weil „crever/sterben“ sprachlich nahe bei Crevetten liegt. Gefoltert haben die Franzosen natürlich nicht, ebenso wenig wie das Team Videla/Pinochet oder Bush II./Rumsfeld dies zuliessen. In Europa schaffen wir gerade die Volksarmeen ab: Grossbritannien (was ist daran noch gross?) ist pleite, Deutschland muss sparen, und in der Schweizer Armee? Chaos, das sich noch nicht herumgesprochen hat, schrieb doch der „Monde“ vom 2. Juli dieses Jahres: „La Suisse, qui dispose d’une bonne défense nationale.“ Ueli Maurer wird sich darüber gefreut haben.

Als Gastarbeiter in Israel

Freitag, den 27. August 2010 um 7:17

Ferienreisen nach Israel sind ein Hit, wenn man die Ein- und Ausreisekontrollen überlebt, die einigermassen penibel sind. Auf keinen Fall aber empfehle ich dort, als Gastarbeiter einzureisen. Kürzlich mussten asiatische Gastarbeiter auf einen Kran klettern, um protestierend die jedem zustehenden 1000 USD zu erhalten, worauf sie problemlos ausreisen. In Israel leben 250 000 solcher Gastarbeiter, davon nach Regierungsangaben die Hälfte illegal. Diese bezeugen: „Wir müssen darum kämpfen, als normale Menschen anerkannt zu werden.“ Eigentlich ganz wie in der Schweiz.

 
     
     
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