Calvin war unser Mullah
26. August 2010 um 7:39Der Spanier Miguel Serveto, bei uns Michael Servetus genannt, war ein bedeutender Intellektueller des frühen 16. Jahrhunderts. Er verurteilte den Glauben an die Heilige Dreifaltigkeit und forderte die Rückkehr zur Bibel wie zu den frühen Kirchenvätern. Mit der Abkehr von der Trinität wollte er eine Brücke zu Juden und Muslimen schlagen. Katholiken wie Protestanten hassten ihn dafür. Calvin, der Ahmedi Nejad seiner Zeit, liess Servetus vor den Toren Genfs verbrennen. Der Islam befindet sich heute in einer vergleichbaren Periode. Wir sollten daher in jedem Mullah auch einen Calvin sehen.


am 26. August 2010 um 9:00 Uhr.
Wohl wahr. Eiferer sind in jeder Religion von Uebel.
Anderseits ist es auch gut, sich immer wieder daran zu erinnern, dass Judentum, Christentum und Islam die genau gleichen, und erst noch starken, Wurzeln gemeinsam haben und insbesondere, was das Alte Testament betrifft auch grosse Uebereinstimmungen zu Figuren aufweisen, die sie verehren (Abraham als Beispiel).
Back to the roots? Das könnte für alle drei Weltreligionen in der Tat eine Revolution bedeuten – ein ebenso faszinierender wie explosiver Gedanke, den Miguel Serveto hatte. Vielleicht sollte man den Gedanken vorsichtig neu beleben und mal die Uebereinstimmungen auflisten, die in allen drei Religionen umumstritten sind.
Man wäe erstaunt, auf welche Funde man da stiesse. Uberigens erstaunlich, dass es dies in der Literatur bis heute, soweit erkennbar, nicht gibt.
Aber die Mullahs, die es in allen drei Religionen gibt, werden, Gott behüte!, mit grimmiger Mine abwehrend davorstehen. Niemand gibt frewillig Einfluss und Macht ab.
Die müssten sich die Gläubigen aller drei Religionen schon selber nehmen.
Ein schöner Sommertraum.
am 26. August 2010 um 9:42 Uhr.
…. und noch ein abschweifender Gedanke (weil’s so schönes Sommerwetter ist):
In allen drei Religionen sind die beherrschenden Mullahs männlichen Geschlechts, was mit den Jahrtausende alten Traditionen des Orients zu tun hat, denen wir über die Religionen viel enger verbunden sind als wir uns klar machen.
Wenn nun die Frauen in allen drei Religionen in die Schuhe kämen, wie sie es in der Politik geschafft haben (was ja in der Schweiz vor 50 Jahren noch absolut unvorstellbar war), wer weiss, was da alles in den männerbeherrschten Religionen ins Rutschen käme.
Noch ein schöner Sommertraum.
am 26. August 2010 um 19:30 Uhr.
Ich fürchte, dass der Sommertraum doch nicht so schön ist: Man würde den gemeinsamen Nenner suchen. Abraham, Moses, Schöpfungsgeschichte – aber nicht Jesus, Maria, Heiliger Geist – und nur EIN Gott, womöglich der selbstherrliche, demutheischende Allmächtige mit der Donnerstimme. Gab es denn vor diesem keine Religion? – gwf