Peter Brabeck kämpft für teures Wasser
25. August 2010 um 15:33Der im Oberwallis nahe dem Aletsch-Gletscher lebende Peter Brabeck-Letmathé, VR-Präsident des Nestlé-Konzerns, kämpft für teures Wasser. Jeder Mensch soll künftig nur das Recht haben, 25 Liter Wasser pro Tag gratis zu beziehen, um Ernährung und Hygiene zu sichern. Der Rest des Wassers der Welt müsse an Wasserbörsen zur Versteigerung kommen: Wer mehr bietet, erhält mehr Wasser. Nun wissen wir, wie Börsen funktionieren. Der Kleinaktionär hat oft grosse Probleme, denn sein Wissensstand ist gering. Die grossen Deals gehen über “Black Pools”. Genau so wird es auch mit dem Wasser geschehen – wenn Brabeck sich durchsetzt.


am 25. August 2010 um 16:21 Uhr.
“The bottled water industry is an amazing business. From 1990 – 2005 the amount of bottled water that Americans drank more than tripled to 7,5 billion gallions and became the second most popular beverage in USA.”
(Auszug aus der Homepage von Nestlé Waters North America)
Nestlé setzt ist weltweit der grösste Mineralwasserverkäufer und in den USA, Europa und Lateinamerika die Nummer 1; Umsatz: CHF 9 Milliarden, Ebit CHF 632 Millionen, 97 Fabriken in 32 Ländern, 32 000 Beschäftigte; 64 Brands, darunter Perrier, San Pellegrino Vittel, Henniez; in den USA besitzt Nestlé sechs der bedeutendsten Mineralquellen).
Das klärt die Interessenlage in der anstehenden Wasserrationierung …
am 25. August 2010 um 16:33 Uhr.
Es ist einfach skandalös, dass mit den Lebensgrundlagen spekuliert werden kann – es wird ja auch mit andern Nahrungsmitteln dieses “Spiel” getrieben und der grosse “Stutz” gesucht – zur Zeit ja offenbar mit dem Getreide, das wegen verschiedenen Ursachen langsam knapp wird.
am 25. August 2010 um 17:05 Uhr.
…dazu passt übrigens auch ein anderes schweizerisches Bombengeschäft:
Tamiflu, das berühmte Medikkament gegen den Schweinegrippevirus H1N1 das den Jahresgwinn 2009 von Roche in die Höhe jagte, dass es nur so eine Freude war.
Das britische “Medical Journal” berichtet, dass Influenza-Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO finanzielle Verbindungen zu Pharmakonzernen hatten.
Nachdem die WHO höchste Alarmstufe gegeben hatte, kauften weltweit Staaten u.a die Schweiz wie wild Tamiflu (Roche) und Relenza (GlaxoSmithKline) ein. Man sprach von möglichen 2 Milliarden Infizierten im Jahr 2009.
Es kam nur zu wenigen Fällen. Danach wurde völlige Entwarnung gegeben.
Die kurzlebigen Medikamente Milliardenwerten mussten und müssen vernichtet werden. Die Kosten trägt der Steuerzahler.
Das “Medical Journal” hält fest, in der Medizin sei die Wirkung der beiden Medikamente bei H1N1 umstritten.
Und : Die für den WHO-Entscheid wichtige “European Scientific Working Group on Influenza” (ESWI) werde von Herstellern von Grippemitteln finanziert (ua. von Roche und Glaxo SmithKline). Einzelne Wissenschaftler von ESWI erscheinen ausserdem in Marketingprospekten der Hersteller von Influenzapräparaten.
Wie gross der Einfluss dieser Wissenschaftler auf den Entscheid der WHO war, ist unklar. Dass er nicht gering war, darf angenommen werden.
Trinkwasser, Pandemien, Schwarzgeld , und alles im Milliardebereich: Wir Schweiz sind halt schon ein tifiges Völkli. Ueberall haben wir die Finger drin – und überall ist ein seltsamer Haut-gout dabei.
Wir sollten ein wenig besser drauf achten, was da hinter den Hochglanzfassaden abgeht.
am 25. August 2010 um 17:34 Uhr.
Jetzt in Pakistan haben wir schon einen ganz kleinen Vorgeschmack auf den Überlebenskampf ums Wasser. Deswegern mein Rat: Aktien der grossen Mineralwasser-Hersteller und womöglich Wasserwerke kaufen. Das ist ein realeres Geschäft als das mit der verschmutzten Luft…
am 26. August 2010 um 10:14 Uhr.
Wie wäre es wenn Herr Brabeck die unseligen PET-Flaschen durch Glas ersetzen würde.
Damit könnte er einen Beitrag leisten, der Verschmutzung unserer Flüsse und Meere durch Plastikabfall entgegenzutreten.
Zudem, wie soll das funktionieren, das Wasser an der Börse zu handeln?
Wenn ich Brabeck richtig verstehe, könnten dann Ueberschwemmungsgebiete, durch den Verkauf ihres Wassers, einen gewaltigen Reibach erzielen.
Wasser fällt dort runter, wo es runter fällt, und kann glücklicherweise noch nicht von Menschenhand gesteuert werden.
am 26. August 2010 um 10:34 Uhr.
Ueberigens ist auch die UBS sehr gut im globalen Trinkwassergeschäft dabei. So ist das UBS Global Asset Management über das UBS Indexzertifikat Global Water Utilities zum Beispiel an “South Water” , “the fastes growing oft the ten water companies in United Kingdom” massgeblich beteiligt.
Aber das ist erst der Anfang. Interessant sind besonders Schwellen- und Entwicklungsländer.
Denn das Zertifikat “eigent sich für Anleger, die sich der lAnlageidee des Zukunftspotentials der Wasseraufbereitungsunternehmen anschliessen wollen”.
In einem Anlagetipp heisst es :”Nicht nur der Anstieg der Weltbevölkerung, sondern auch die Verschmutzung und der rasch steigende Verbrauch von Süsswasser der aufstrebenden Industrieationen werden in Zukunft für eine Verknappung der Trinkwasservoirräte sorgen”.
Diesen Satz werden wir doch gleich unseren Hilfswerken mit auf ihren beschwerlichen Weg nach Pakistan geben:
“… werden in Zukunft für eine Verknappung der Trinkwasservorräte sorgen”.
Was dem besagten UBS Global-Water-Zertifikat wiederum sehr gut bekommt: Dessen Wert stieg von November 09 bis Mitte August 10 von CHF 33.50 auf CHF 42.20 – übrigens ganz im Gegensatz zum Kurs der UBS-Aktie.
Wasser ist rentabler als das reine Geldgeschäft. Ist auch eine recht neue Erkenntnis.
Und Trinkwasser ist kein allen zur Verfügung stehendes Grundnahrungsmittel mehr, sondern ein Spekulationsobjekt mit Zukunftspotential.
….übrigens: Spenden für verdurstende Pakistani sind ausserdem steuerlich absetzbar.