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Tagesarchiv für 17. August 2010

Ist die Schweiz El Dorado?

Dienstag, den 17. August 2010 um 8:13

Aegis, Vale, Xstrata, 25 chinesische Firmen, alle Rückversicherungen der Welt, sie siedeln sich in der Schweiz an. Unsere liberale Gesetzgebung macht uns zum El Dorado der Welt. Wie einst im alten Venedig, ehe Napoléon I. es zerstörte, herrscht bei uns eine kleine Elite über ein Volk, das seine Feste zu geniessen weiss: Blasmusiken an jedem Wochenende, Love Parade, Feuerwerke, KKL, Jazz Festival in Montreux, was das Herz begehrt. In den USA, dem Mutterland des modernen Kapitalismus, feiert Barack Obama, den „summer of recovery“. Wirklich? Nur 10 aller Amerikaner erleben einen Aufschwung; die Einkommen von 90 % der Bevölkerung sind seit 40 Jahren „flat“. Wie es um die Schweizer Bevölkerung bestellt ist, sagt uns keine Statistik. Die gut verdienenden Zuzüger müssen wir einmal ausklammern. Was verdient die Schweizer „Urbevölkerung“ seit 30 Jahren. Ist sie Teil unseres El Dorado, das wir nicht missen mögen?

Sea Island, bye

Dienstag, den 17. August 2010 um 8:13

Eines meiner liebsten Resorts, Sea Island in Georgia, ist bankrott und wird verkauft. Zuletzt hatten die Amerikaner kein Geld mehr, alles zu kaufen, was man dort an Eleganz und Luxus anbot . Die Wirtschaftskrise verleitet zur Sparsamkeit. Einer meiner Freunde, ein sensationeller Zahnarzt, der schneller und besser operierte als alle anderen, verbrachte dort seit Jahren mit Familie seine Ferien. Bei den letzten brach er, 44jährig, am zweiten Ferientag zusammen, Herztod. Sein Herztod, jener der Gestressten, war ein frühes Signal für den Untergang von Sea Island. Die Gestressten gehen zuerst unter, deren Besitztümer folgen zum Billigpreis. Ein wenig amerikanischer Traum ist damit auch untergegangen.

Die Wissenschafts-Blase

Dienstag, den 17. August 2010 um 7:36

Die Wissenschaftsförderung selber ist zu einer globalen Industrie geworden. Da bisher jedoch weder der Krebs bekämpft werden kann noch die Herkunft des Menschen, insbesondere der Spezies Helveticus, noch die Entstehung des Weltalls bewiesen sind, auch Kriege nicht abgeschafft wurden und die Sozialwissenschaften weiter in den Kinderschuhen stecken, darf die Vermutung geäussert werden, dass es sich bei den Hunderten von Milliarden, welche die Welt für den Fortschritt ausgibt, um eine bisher unerkannte Blase handelt. Offensichtlich bauen sich in den Protonen-Beschleunigern Energien auf, die eines fernen Tages zu neuen Erkenntnissen führen werden. Die Biowissenschaften haben die genetischen Codes von Mensch und Tier noch nicht entschlüsselt, die Wirtschaftswissenschaften, darunter auch die BWL, ziehen derzeit durch ein Tief, weil die Praxis der zwischenmenschlichen und zwischenstaatlichen Bereicherung den alten Modellen nicht mehr folgen will. Die von uns finanzierte Wissenschaftsblase produziert, z.B. in den Politikwissenschaften, Arbeiten von einer kaum sinnstiftenden Nullrelevanz, aus der uns nur die Medienwissenschaft retten kann, die derzeit einen Halt sucht, wie Ikarus im Tumbler. Alle verlangen mehr Bildung, mehr Wissenschaft und mehr Können. Über ROI spricht niemand. Peter Sloterdijk hat soeben bei Suhrkamp ein neues Buch aufgelegt („Scheintod im Denken“), worin er einen Nachruf auf den theoretischen Menschen vorträgt. Wenn ich ihn richtig verstehe, kann die sich aufbauende neue Praxis, die sich der Theorie entzieht, fürchterlich für uns alle sein, vor allem für uns im Westen.

USA: Der Traum wird Alptraum

Dienstag, den 17. August 2010 um 7:33

Nach Meinung der US-Amerikaner sind amerikanische Studenten, die 0,2 % der Weltbevölkerung ausmachen, die prototypischen Menschen der Zukunft. Sie erwarten, dass wir alle, im Rest der Welt, uns ihrem Standard anpassen, dem „Western Educated, Industrialized, Rich and Democratic“. Diese WEIRDS stellen 96 % aller Testpersonen in den USA, die von Psychologen befragt werden. Weltweit stammen 70 % aller Zitate aus diesem Fach, in der Chemie sind es nur 37 %. Studien anderer Kulturen, wie der europäischen, gelten als gerechtfertigt, aber zum Verschwinden verurteilt. Das ist die Haltung des gebildeten Amerikas. Das gleiche Amerika hat offiziell 9,5 % Arbeitslose, aber 30 Mio. Menschen, die keine Arbeit mehr finden oder nur Teilzeitarbeit leisten. Der Traum der Amerikaner wird für immer mehr zum Alptraum. Niemand kann ernsthaft daran zweifeln, dass wir Schweizer besser leben, als unser „grosser Freund“ jenseits des Atlantiks. Wir sehen noch die reale Welt und nicht, wie die US-Amerikaner 200 Milliarden Stunden pro Jahr fern. Deshalb dürfen wir SRF mit Armin Walpen an der Spitze, demnächst Roger de Weck, dankbar sein für die schlechten Programme, die uns in die Natur oder zu den Büchern treiben.

Sind die Kirchen noch bei Trost?

Dienstag, den 17. August 2010 um 7:32

Der russische Metropolit hat in der grössten Hitze seinen Landsleuten empfohlen, sie mögen drei Tage fasten, um der Hitze besser stand zu halten. Fettes Essen und Kartoffelschnaps treiben die Körpertemperatur tatsächlich hoch. Das war eine wirklich gute Empfehlung. Die meisten Polen, vor allem jene in den grossen Städten, möchten Staat und Kirche trennen. Im katholischen Polen! Die Fundamentalisten laufen dagegen Sturm. Die reformierte Kirche war einmal eine fortschrittliche, geistig hochstehende Organisation; davon ist heute wenig zu vernehmen. Die römisch-katholische Kirche taumelt von Krise zu Krise, ganz offensichtlich aufgrund vieljähriger Führungsschwäche. Innerhalb der Kirche kämpfen zwei Lager gegeneinander: Jene, die ins 19. Jahrhundert zurück wollen, und einige andere, die meinen auch die Kirche habe eine weltliche Zukunft und Aufgabe.

 
     
     
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