Über uns Dienstleistungen Agenda Medien Publikationen Kontakt  

Weblog

Tagesarchiv für 13. August 2010

Projektionsfläche Simonetta Sommaruga

Freitag, den 13. August 2010 um 8:44

Mit dem „grossen Sommaruga“ des 20. Jahrhunderts hat sie familiär nur am Rande zu tun. Mit Tony Blair will sie auch nichts zu tun haben. Zur SVP, Schwingfesten und den Banken hält sie überaus deutlich Abstand. Simonetta Sommaruga, die Berner SP-Ständerätin, hat alle Voraussetzungen, mehr noch als heute eine grosse Schweizer Politikerin zu werden, ist sie doch eine ideale Projektionsfläche für Ansprüche von allen Seiten.
Das Rot, welches sie trägt, ist ein elegantes Rosa. Gesichtsausdruck und Körperhaltung sind so grossbürgerlich, wie man sich in Bern nur vorzustellen vermag. Kühle Eleganz, keine modische „coolness“, geht von ihr aus. Jede Erinnerung an die einstige Arbeiterpartei, die heute eine Beamten-, Intellektuellen-, Professoren- und Schriftsteller-Partei geworden ist, ist gelöscht.
Kein Wunder, dass die SP-„Kampfbienen“, Jacqueline Fehr aus Winterthur und Hildegard Fässler aus St. Gallen, unterstützt von der ideologisch altbackenen Fraktion westschweizer SP-Mitglieder der eleganten Bernerin Widerstand leisten wollen. Im eigentlichen Sinne gehört sie zu jener Funktionselite, die, wie viele Spitzenbeamte der Berner Departemente auch, auf europäisch-globaler Ebene ihre Zukunft sehen. Sie ist damit mehr eine Verbündete der A-Schweiz-Elite der grossen Konzerne, fordert aber eine gewisse Sozialverträglichkeit ein, die man bei Vertretern der FDP kaum nicht findet.

Professor werden – nach Luzern gehen

Freitag, den 13. August 2010 um 8:17

Wer Professor werden will, muss sich bei der Fachhochschule Luzern melden. Im Juni wurden alleine 25 Dozenten, darunter ein Drittel Frauen, zu Professoren gekürt. Jeder Dozent kann sich selber melden, wenn er Professor werden will. Er muss nachweisen, dass er viel gearbeitet hat, was immer dies bedeuten mag. Diese „Professoren-Blase“ ist ein Witz. Bisher hat mich noch kein Fachhochschul-Professor beeindruckt, Titel hin oder her.

„Wir sind in der Schweiz operativ nicht tätig.“

Freitag, den 13. August 2010 um 8:03

Schon Viktor Vekselberg, aus Steuergründen aus Zürich nach Zug geflüchteter russischer Hauptaktionär von „Oerlikon“ und Sulzer in Winterthur, hat als Grund seiner steuerlichen Bevorzugung gesagt: „Ich bin in der Schweiz operativ nicht tätig.“ Lachhaft! Jetzt hat sich die Konzernleitung der britischen Privatarmee Aegis in Basel mit ihrem Hauptsitz niedergelassen, „zur Verwaltung von Firmenbeteiligungen“, und sagt ebenfalls: „Wir sind in der Schweiz operativ nicht tätig.“ Wie schon bei den grossen Zigarettenherstellern der Welt, die in der Schweiz Ware produzieren dürfen, die in der EU verboten ist, werden wir zum Bordell offiziell „untätiger“ Konzernchefs, die von der Stabilität unseres Landes und seiner steuerlichen wie gesetzlich verankerten Vorzüge profitieren, dies unter Mithilfe globaler Beratungskonzerne und Schweizer Anwälte, welche ausser dem Honorar überhaupt nichts gelten lassen. Unsere Politiker reagieren scharf: „We are not amused“ (Chr. Brutschin, Basler Regierungsrat). Wie schreibt die von Dr. Tito Tettamanti geführte „Basler Zeitung“ am 11. August? „Spekulanten sind besser als ihr Ruf.“ Da wird der Chef aber froh sein.

Sänger übernehmen die Macht

Freitag, den 13. August 2010 um 8:03

In Haiti will ein Rap-Sänger zum Präsidenten gewählt werden, die Philippinen hatten schon einmal einen Schauspieler im höchsten Amt. Wir in der Schweiz auch, aber wir nennen ihn nicht so. In Island will die Pop-Ikone Björk die Aussenwirtschaftspolitik bestimmen. In der Schweiz schlägt SVP-Präsident Toni Brunner Gölä als SVP-Nationalrat vor. Wo ist die echte „classe politique“?

Seit Mark Twain nichts gelernt

Freitag, den 13. August 2010 um 8:02

Was schon Mark Twain beklagte, dass Interviewer mit vorbereiteten Fragen einen Wirbelsturm von Fragen ablassen, ohne an entscheidenden Stellen in die Tiefe zu gehen, ist auch heute noch der Fall. Bei fast jedem Interview, das ich in den Schweizer Medien lese, werden Antworten gegeben, die mehrere Nachfragen erzwingen. Der Journalist, seinem Leitfaden folgend, stolpert über seinen Primeur hinweg, ohne zu begreifen, welche Chance er verschenkt. Oft ist der Interviewte natürlich glücklich, dass die Nachfrage nicht erfolgt, weil seine Antwort zu oberflächlich ist. Eine fast noch dümmere Angewohnheit ist es, Interviews vom Interviewten Korrektur lesen zu lassen. In fast jedem Fall kann man davon ausgehen, dass beide Gesprächsteilnehmer nicht völlig Herr ihrer Sprache waren. Da ich Interviews noch nie Korrektur gelesen habe, machte ich oft die Beobachtung, dass qualifizierte Interviewende das Gespräch oft noch besser machen als es in Wirklichkeit war. Das ist Berufsstolz.

 
     
     
Home Kontakt Sitemap Weblog Home
Home | Über uns | Dienstleistungen | Agenda | Medien | Publikationen | Kontakt | Sitemap | Weblog