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Tagesarchiv für 9. August 2010

Kopfstand in der Verkehrspolitik

Montag, den 9. August 2010 um 12:23

Bisher galt: Gute Verkehrsverbindungen für das ganze Land, in fast jedes Tal, in fast jedes Dorf. In Wirklichkeit wurden diese Leistungen von der SBB und den Postauto-Betrieben nie erreicht. Wer heute noch von Zürich nach St. Gallen oder von Bern nach Locarno per Bahn fahren will, fühlt sich wie in Lateinamerika. Jetzt wirft Verkehrsplaner Ricco Maggi im Dienst der Avenir Suisse der Schweizer Verkehrspolitik vor:
– Sie verkaufe die SBB-Billets zu billig.
– Sie habe die Zersiedelung der Landschaft gefördert.
– Sie habe die Autobahnen zu wenig ausgebaut; es brauche Schnellspuren.
Was heisst das? Die Schweiz ist auf dem besten Weg, zu einem „Grand Monaco“ der globalisierten Welt zu werden. Die von Bund und Kantonen geförderte Zuwanderung sehr reicher ausländischer Konzerne und Dienstleister, wie Manager und Unternehmer, macht die Schweiz zu einem Hochpreisland, das für Einfachverdiener immer weniger zugänglich ist. Für die reiche A-Schweiz der global Erfolgreichen sind die Maggi/Avenir Suisse-Forderung überaus realistisch. Für die B-Schweizer, welche diesen Entwicklungssprung finanzieren sollen, bedeutet dieser Wandel mehr Kosten, Stress durch den Wandel und geringen eigenen Mehrwert. Es ist wie beim Umbau der Stadt Zürich, wie er in den letzten 30 Jahren erfolgte: Die einen haben den Stress und die Kosten, die anderen ziehen in die besseren Gebiete. Unser Land steht vor einem weiteren grossen Wandel, der die Schweiz für die globale Elite attraktiver machen soll. Das ist vernünftig, fordert aber Opfer.

Staatsmann Toni Brunner, SVP-Präsident

Montag, den 9. August 2010 um 11:21

Wie sehr die SVP eine proletarische Partei ist, welche die Vertreter der B-Schweiz um sich versammelt, macht das Votum von SVP-Präsident Toni Brunner deutlich, der den Rechtsaussen-Rocker Gölä zum Nationalrat machen will. Gölä soll dem einfachen Volk vormachen, die SVP politisiere für die Armen und Verdammten. Wie sehr die SVP autokratisch geführt wird, macht dieses Votum des Toggenburger Staatsmanns auch deutlich: Nationalräte werden von ihrem eigenen Wahlvolk bestimmt und nicht von den Parteipräsidenten.
Ob Superstaatsmann Fulvio Pellim, FDP-Präsident, ganz bei Sinnen ist, darf auch bezweifelt werden. Er will die besten FDP-Politiker in den Bundesrat wählen lassen, wie Johannes Schneider-Ammann, legt ihnen aber gleichzeitig einen Strick um den Hals, wenn er sagt, sie müssten im Herbst 2011 wieder zurücktreten, wenn die FDP die Wahlen verlieren, indem sie schwächer abschneide als die CVP. Seit Pelli als Parteipräsident am Ruder ist, geht es mit dem Freisinn bachab. Das wird sich im Herbst 2011 nicht ändern, wenn nicht ein Ruck durch die Partei geht – ohne Pelli.

Reiche sind anders

Montag, den 9. August 2010 um 10:09

Es gibt Reiche, die Ihr Geld verschenken, die sich auf einsamen Inseln vergraben, die auf Glasbehältern über die Ozeane schippern oder, ganz profan, Geld, Frauen oder anderen Männern nachjagen. Manche, wie der geizige Aldi-Gründer Theo Albrecht, lassen sich eine Sicherheitslimousine für über eine Mio Euro bauen, weil sie Angst haben, entführt zu werden. Eine der aufregendsten Schweizer Familien ist sicher die der Hirschmann’s. Als Vater Carl W. Hirschmann verstarb und im kleinen Kreisbegraben wurde, liessen seine Söhne Carl M. und Michel Hirschmann ihre Adresse auf der Todesanzeige unterschreiben mit „c/o Herr Us Schenker, Baker & McKenzie“. Mancher Reiche kann ohne Anwälte einfach nichts mehr tun. Wie man reich wird, hat soeben Paul Piff von Berkeley entschlüsselt: Es sind nicht die Reichen, sondern die Armen, die mehr für Wohltätigkeit geben. Oberklassen-Angehörige fanden 2,1% des Einkommens für Wohltätigkeit korrekt, „lower class individuals“ zogen 5,6 % vor. Dr. Piff schloss daraus: „Wer geizig ist, wird eher reich.“ Für diese Mikro-Erklärung gibt es auch eine Makro-Variante: Seit 1985 geht die Schere der Einkommen in den USA mit sinkendem Spitzensteuersatz wieder auseinander. Das oberste Prozent der Topverdiener streicht in den USA wieder, wie in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, fast 25 % der Gesamteinkommen ein. In den 70er Jahren waren es weniger als 10 %. Globalisierung, technologischer Wandel, Erosion der Gewerkschaftsmacht und die Deregulierung haben, wie die Steuerpolitik, zu wachsender Ungleichheit beigetragen. Viel Geld verdienen konnte man in den USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts, weil im 19. Jahrhundert kein reicher Amerikaner Steuern bezahlte. Seit zwei Jahrzehnten ist das wieder möglich, auch in der Schweiz.

Wie seriös sind die Medien?

Montag, den 9. August 2010 um 10:07

Da ich mich seit vierzig Jahren fast täglich mit mindestens 20 Schweizer Medien beschäftige, indem ich sie lese, höre und sehe, da ich viele davon auch noch kaufe, weshalb ich entscheiden muss, für wen ich Geld ausgebe, glaube ich ein gutes Bild der realen Medienqualität zu haben. Nehme ich die Summe der Medien, wird man in der Schweiz immer noch ganz gut und sicher besser als in vielen anderen, auch westeuropäischen, Ländern informiert. Der Witz ist, kein einziges Schweizer Medium kann mehr in Anspruch nehmen, einen anspruchsvollen Leser umfassend zu informieren. Die Verlage haben die Redaktionen ausgedünnt, weshalb der Abschreib- und Mutmassungs-Journalismus, der Aktions- und Kampagnen-Journalismus, wie auch der Billig-Journalismus („Das Thema bin ich.“) um sich gegriffen haben. Deshalb haben die deutschen Behörden wohl recht, wo die Finanzämter Journalisten gemeinsam mit Schaustellern und Artisten veranlagen.

Ohne Einfluss die Hinrichtung

Montag, den 9. August 2010 um 7:32

Die Parallelen sind offensichtlich: 45 renommierte Deutsche, die im Dossier des liechtensteinischen Datendiebs Heinrich Kieber aufgeführt waren, sind im Laufe der Aufklärung „verschwunden“. Auch unter den 4 550 US-Kunden, welche die UBS auf Anweisung der Finma den US-Behörden auslieferte oder dies noch tun wird, sind keine „dicken Fische“, sicher keine Grossbetrüger, wie Eveline Widmer-Schlumpf dies auszudrücken pflegt, um merkwürdiges staatliches Handeln zu rechtfertigen, sondern eher harmlose Familien, wo der Vater einmal eine Million in die Schweiz brachte, ganz nach dem alten Motto der Schweizer Banken „Erst wer Geld in der Schweiz hat, lebt sicher.“ Dies stellt sich nun für tausende mittelständischer Amerikaner als Trugschluss heraus. In beiden Fällen hat man offensichtlich eine Selektion getroffen, der politisches Denken nicht fremd ist.

Geheimnisvolles Schwarz

Montag, den 9. August 2010 um 7:31

Tragen wir in Trauer die Farbe schwarz oder die Chinesen die Farbe weiss, ist dies ein Symbol dafür, dass auch wir nicht mehr sein wollen, weil ein uns naher Mensch gestorben ist. Goethe sagte in seiner Farbenlehre: „Teils aus Schwäche des Organs, teils aus Unsicherheit des Geschmacks flüchten sich die Träger (Anm. solcher Farben) ins Nichts.“ Schon zu seiner Zeit beklagte er: „Gebildete Menschen haben eine Abneigung gegen Farben. Sie tragen Weiss oder Schwarz.“ Ganz wie heute, wo nicht nur in Teheran, sondern auch in Genf, Bern und Zürich die Menschen fast nur noch in Schwarz zu sehen sind. Es gibt eine zusätzliche Beobachtung: Die Angehörigen des spanischen Hofes trugen in dessen Blütezeit auch schwarz; seither gilt dies in ganz Europa als elegant. Bestätigt wurde dies von den Anarchisten im ausgehenden 19. Jahrhundert, die ebenfalls der Farbe schwarz den Vorzug gaben. Bunte Töne, wie wir sie von allen Bergvölkern oder nationalen Trachten kennen, gelten heute aus bäurisch. Welcher Irrtum! Goethes Arbeitszimmer war grün gestrichen; das grosse gelbe Zimmer im benachbarten Goethe-Haus kann heute noch besichtigt werden. Dem Olympier geben seine Werke recht.

Betrogene Amerikaner in neuer Heimat Schweiz?

Montag, den 9. August 2010 um 7:31

4 450 US-Amerikaner, die glaubten ihr Vermögen bei der UBS sicher untergebracht zu haben, wurden ihrem Staat ausgeliefert, einige Dutzend davon bereits verurteilt, manche „heavy“. Wie wäre es, wie in England schon der Fall, wenn wir den Amerikanern anbieten würden, ihren US-Pass abzugeben, um Schweizer zu werden? Einige SVP-Politiker wollten Teile der benachbarten Staaten an die Schweiz angliedern; viel einfacher wäre es, fluchtwilligen Menschen anzubieten, Schweizer zu werden. Wir haben die bessere Lage, eine relativ gesicherte Zukunft, mit Sicherheit bessere soziale Verhältnisse als in L.A. oder Chicago und niedrigere Steuern. Werdet Schweizer! Wir sind es, welche die Bedrückten und Beladenen dieser Welt aufnehmen, sofern sie über ein Mindestvermögen von USD 2 Mio. verfügen.

 
     
     
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