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Tagesarchiv für 6. August 2010

Merz geht: Glückspilz im Unglück

Freitag, den 6. August 2010 um 12:55

Selten habe ich einen so menschlich angenehmen Politiker wie Hansruedi Merz erlebt. Es war unmöglich, nicht ein Lächeln von ihm zu erhaschen oder mit einem freundlichen Händewinken begrüsst zu werden, wenn er, stets eiligen Schrittes, durch das Bundeshaus stürmte. Er ist “erfolgreichster Finanzminister Europas”, wie die FDP bei seinem Abgang schreibt, deshalb, weil seit 2003 eine starke Einwanderungswelle viel Geld in die staatlichen Kassen gespült hat. Die von ihm getragene Rettung des UBS-Konzerns resp. dessen leitender Manager vor der US-Justiz verdienen einige gut dotierte VR-Sitze. Das Team Pelli-Huber weiss offensichtlich, wer sein Nachfolger werden soll. Anträge sind nur bis zum 21. August möglich, Anhörung der Kandidaten am 3. September, Nomination am 14. September. Keller-Sutter (St. Gallen) und Schneider-Ammann (Bern) heissen die beiden Spitzenkandidaten.

Der PR-Stunt der US-Milliardäre

Freitag, den 6. August 2010 um 8:12

Wenn Sandy Weill (Citigroup), Warren Buffett, Bill Gates, Michael Bloomberg, Paul G. Allan und T. Boone Pickens und Dutzende anderer US-Milliardäre die Hälfte ihrer Vermögen für gute Zwecke spenden, muss in den USA eine Epidemie am Ausbrechen sein. Die reichsten Spekulanten der Welt geben 50 % ihrer Nettogewinne ab? Pickens war stets ein Haifisch erster Güte. Eigentlich unvorstellbar. Sie müssen unvorstellbare Angst haben, dass sie in den USA und in der Welt ihre Glaubwürdigkeit verlieren, dass die Völker gegen sie aufstehen und ihr Leben nicht mehr schön sein wird. Theo Albrecht, einer der beiden Aldi-Gründer, liess sich für Euro 1,5 Mio. eine Sicherheitslimousine schneidern, die seiner Angst vor Überfällen Ausdruck gab. Dieser bescheidene Geizhals, der sich, anders als Gottlieb Duttweiler, nie für die Gesellschaft und deren Weiterentwicklung einsetzte, packte seine Ängste in einen strassengängigen Panzer. Ob nun die Hoffmanns in Basel, die Schmidheinys in Hurden, die Schindler in der Innerschweiz und die vielen anderen Schweizer Milliardärsfamilien Gleiches tun werden? Wohl kaum. Die Schweiz ist vorläufig noch eine selige Insel des extraordinären Wohlstands. Das Schweizer Volk beachtet seine Milliardäre nicht, weil genug von deren Tisch abfällt. Derzeit kann man aber nicht ausschliessen, dass es sich um einen PR-Stunt erster Güte handelt, ganz wie mit den Milliarden für Haiti, die nie eingetroffen sind. Die Milliardäre kaufen sich damit Einfluss auf die Gesellschaft, um dann weitere Milliarden in Ruhe zu verdienen.

Schrecklicher Sommer

Freitag, den 6. August 2010 um 7:17

Nicht nur geht es bei uns zu wie im April: Regen, Sonne, Regen, Sonne. Die Kühe greifen die Menschen auf den Hochwiesen an, sie bringen Strohballen, die auf den schrägen Hängen liegen, ins Rollen, die dann auf Autos stürzen. Ein Modellflugzeug stürzt sich auf einen UBS-Banker, obwohl hunderte anderer Menschen auch dort standen, und tötet ihn. Späte Rache? Schrecklicher ist nur die pferdezähnige Martina Hinggis, die nach drei Wochen ihren Verlobten vor die Tür stellt, weil sie ein hübscheres männliches Opfer gefunden hat.

Europa und der Westen im Tief

Freitag, den 6. August 2010 um 7:17

“Nicht satisfaktionsfähig” sagte der grimmige 90jährige deutsche Altbundeskanzler Helmut Schmidt zu Peer Steinbrück, als dieser ihn in der ARD zu nächtlicher Stunde fragte, was er von der politischen Elite Europas und der USA halte. Der immer auch im Bürgertum beliebte deutsche Altsozi wächst mit seinem Widerspruch gegen den Niedergang Europas und der USA zu Bismarck’scher Grösse heran. Dies wird bestätigt durch die jüngsten Ereignisse im Irak und Afghanistan. In wenigen Tagen soll im Irak der Abzug der US-Truppen beginnen, derweil rund um Bagdad die Zahl der Überfälle und Attentate laufend zunimmt; die USA haben dort nichts erreicht ausser der Zerstörung eines Landes. Pakistans Präsident Asif Ali Zardari sagt zur gleichen Zeit bei einem Besuch in Paris: “Die internationale Gemeinschaft ist im Begriff, den Krieg gegen die Taliban zu verlieren. Wir haben die Herzen und Seelen des Volkes von Afghanistan nicht gewonnen.”
Milliarden vertan, Tausende eigener, Hunderttausende anderer Toter, das eigene Volk verarmend. Das ist die Bilanz der beiden letzten Kriege der USA, wobei UNO und NATO dies unterstützen. Gegen uns steht jetzt ein Islam, der die Nase voll hat vom Westen und dessen Verbündeten in Saudi Arabien, Aegypten und in den Golfstaaten. Helmut Schmidt meinte, wir seien auf der Verliererstrasse. Kein Wunder mit diesen Parteien und Politikern, die nur die eigene Karriere im Kopf haben.

Menschen, die ein Unglück sind

Freitag, den 6. August 2010 um 7:17

Günther Oettinger war schon als Ministerpräsident unseres Nachbarlandes Baden-Württemberg eine Katastrophe. Niemand gelang der Nachweis, was er als CDU-Politiker je geleistet hat. Nun zum EU-Kommissar befördert, verlangt er, wohl um nicht in Vergessenheit zu geraten, BP möge die vor der libyschen Küste geplanten Tiefseebohrungen aufgeben. Oettinger: “Vorsicht und eine Zeit lang auch Zurückhaltung sind geboten.” Was soll denn das heissen? Vorsicht! Selbstverständlich. “…eine Zeit lang auch Zurückhaltung.” Das ist unverständlich. 10 Jahre? 100 Jahre? Mit derlei Politikern lässt sich kein Staat machen, weshalb ich bei aller EU-Freundlichkeit einem Beitritt der Schweiz skeptisch gegenüber stehe. Dann schon lieber Doris Leuthard als derlei EU-Künstler.

Zwei unsichtbare Stadtpräsidenten

Freitag, den 6. August 2010 um 7:17

Peter Platz erhält in der “BaZ” eine halbe Seite, um nachzuweisen, dass Stadtpräsident Guy Morin “Brachfelder bearbeitet, die zu lange vernachlässigt wurden”. Er sagt in diesem langen Kommentar allerdings nicht, was der Basler Stapi wirklich tut. In Zürich haben wir eine ebenso unsichtbare “Stapa” Corina Mauch (schreibe ich den Vornamen falsch, dann nur deshalb, weil man ihn so selten liest). Beide Amtsträger beweisen, anders als Alexander Tschäppät in Bern, dass man diese absterbenden Funktionen auf Dauer nicht mehr braucht. Die Stadträte für Finanzen, Sicherheit, Verkehr und Bauten machen weiterhin Sinn, aber Repräsentanten, die nicht repräsentieren, sind so nützlich wie ein Blinddarm.

Das S-Bahn-Land Schweiz

Freitag, den 6. August 2010 um 7:16

Der Vorstoss der SBB, die Bahntarife zu erhöhen, ist angesichts der Schulden wie der Investitionsbedürfnisse der Bahn verständlich. Es wird nicht einfach sein, dies durchzusetzen, denn die Schweiz, so argumentieren die Gegner, ist ein S-Bahn-Land geworden. Die SBB müssen den Lokalverkehr für den City State Schweiz bedienen und zwar zu einem günstigen Tarif. Mit 7,8 Mio. Einwohnern sind wir im globalen Vergleich eine mittelgrosse Stadt, die bald einmal 9 oder 11 Millionen Einwohner haben wird. Das Verkehrsnetz für diese “Stadt Schweiz” gilt es zu bauen und günstig zu betreiben. Der Grossraum Zürich hat heute weder einen angenehmen Zug- noch Strassenverkehr; Verbesserungen sind kurzfristig nicht zu erwarten. Während Firmen und Menschen längst über die Kantonsgrenzen hinweg planen und handeln, steckt die Politik noch im Korsett des 19. Jahrhunderts, weshalb Atemnöte und Ängste zur Selbstverständlichkeit werden.

 
     
     
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